Donnerstag, 06.10.2011 – Lamington Nationalpark -> Coffs Harbour

Heute morgen sind wir bereits um 7.00 Uhr aufgestanden, da wir eine ziemlich lange Etappe vor uns hatten. In der Nacht hatte es heftig geregnet und es war mit knapp 10 °C auch nicht gerade warm. Der Blick aus dem Fenster verhieß für heute nichts Gutes. Die Berge waren ziemlich nebelverhangen. Dafür begrüßte uns direkt unter unserem Balkon ein kleines Wallaby. Wir frühstückten kurz und machten uns für die Abfahrt fertig. An der Rezeption erfuhren wir, dass das Wetter für die Gegend weiterhin schlecht bleiben soll. Ändern können wir es ja eh nicht…
Gleich hinter der Anlage verabschiedeten sich noch einmal drei Wallabys von uns, bevor es durch den düsteren Regenwald ging. Viki war ganz erstaunt, und meinte, dass wir ja durch Urwald fahren würden. Klar, sie hatte auf der Hinfahrt geschlafen und so nichts von der Gegend mitbekommen. Unterwegs sahen wir noch ein paar große graue Kängurus an den Hängen stehen. Die knappen 30 Kilometer bergab waren wieder eine ganz schöne Kurbelei und Ari und Viki war beiden ein wenig schlecht…
Unten angekommen fuhren wir in Richtung Surfers Paradies. Obwohl unser Tank noch zur einem Viertel voll war, drängte Ari dazu an die Tankstelle zu fahren. Dann bekommt sie halt ihren Willen.
In Surfers Paradies angekommen, fuhren wir zum Q1-Tower, dem höchsten Wohngebäude der Welt mit einer Aussichtsplattform im 77. und 78. Stock. Die Fahrt nach oben auf das Observation-Deck war mit 21 Dollar pro Person ganz schön heftig, aber die Aussicht war grandios! Der Blick reicht bei gutem Wetter wohl bis Brisbane. Leider hatten wir keine so gute Fernsicht, aber bis zu den Bergen, aus denen wir vor knapp 90 Minuten gestartet waren, konnte man sehen. Dazu die Brandung am tollen breiten Sandstrand unter uns.
Nach einer knappen Stunde ging es weiter durch viele Orte, die sich zu „Surfers Paradies“ zusammengeschlossen hatten, unter anderem durch Miami Beach 😉
Wir fuhren dann von der Coast Road auf den Pacific Highway, um ein wenig Zeit gut zu machen, da es sowieso gerade wieder anfing zu regnen.
Um kurz 12:20 Uhr kamen wir dann an unserem zweiten geplanten Zwischenstopp, dem Lighthouse von Byron Bay an. Hier kostete bereits das Parken 7 Dollar für eine Stunde! Vor ein paar Wochen haben wir noch davon geschwärmt, dass Australien nicht an jeder Ecke eine Touristen-Abzocke ist und dann das! Na gut, wir sind ja auch nur einmal hier! Also parkten wir zähneknirschend, nachdem Ari versucht hatte, mit dem Parkwächter zu verhandeln…
Auf dem Weg zum Leuchtturm boten sich ein paar tolle Ausblicke, da dieser sicher mehr als hundert Meter über der tosenden Brandung auf einem vorgelagerten Felsen steht. Ein Weg mit mehreren Aussichtsplattform führte hinunter zum Meer. Auf der ersten Plattform konnten wir dann eine Wal-Mutter mit ihrem Jungen beobachten. Das war echt toll, obwohl die beiden ziemlich weit entfernt waren. Damit stand jedoch fest, dass wir entweder in Coffs Harbour oder in Port Stephens unbedingt eine Whale-Watching Tour buchen mussten. Wir folgten dem Weg noch einige hundert Meter nach unten und machten dann unser kleines Mittags-Picknick mit Blick auf den tosenden Pazifik bei knapp 20 °C. Anschließend machten wir dann noch ein besonderes „Beweisfoto“ am östlichsten Punkt Australiens.
Nach einer knappen Stunde ging es weiter. Wir hatten ja noch knapp 250 Kilometer hinter uns zu bringen. Nachdem wir wieder auf dem Pacific Highway angekommen waren, ging es wieder ein wenig flotter. Wir entschieden uns, jetzt erst einmal „Strecke zu machen“, damit wir nicht erst im Dunklen angekommen. Um 16:40 Uhr waren wir dann endlich in unserem Hotel, dem Opal Cove Coffs Harbour. Ein schickes Hotel, ein wenig außerhalb von der Ortschaft. Wir brachten unser Gepäck auf das Zimmer und wollten noch ein paar Lebensmittel bei Coles einkaufen, bei dem wir kurz vor der Ankunft vorbei gekommen waren. Mein Blick fiel auf den Radiowecker und ich wollte Ari gerade fragen, warum es denn wohl kein Hotel gibt, wo die Uhren richtig gehen, als ich mich fragte, ob wir hier tatsächlich noch einmal eine Zeitverschiebung haben könnten. Meine Nachfrage bei der Rezeption bestätigte meinen Verdacht! Wir hatten vor kurzem die Staatsgrenze von Queensland nach New South Wales passiert und hier ist es noch einmal eine Stunde später! So machten wir uns um 18:00 Uhr auf den Weg zum einkaufen und waren um 19:00 Uhr wieder zurück, als es bereits fast dunkel war. Und wieder wurde uns eine Urlaubs-Stunde gestohlen…
Im Hotel angekommen, stellten wir unsere Sachen schnell im Zimmer ab, und kümmerten uns um einen Ausflug für den kommenden Tag. Dann liefen wir noch einmal schnell zum Strand bevor es ganz dunkel würde. Wieder auf dem Zimmer angekommen, konnten wir dann endlich um kurz vor 20:00 Uhr Abend esssen. Mittlerweile ist es 22:10 Uhr und das Laptop schreit nach Strom und Ari nach einem Gutenacht-Kuss. Und Viki grinst mich gerade mit Kopfhörern und Benjamin Blümchen im Ohr an, obwohl sie schon lange schlafen sollte…

06.10.2011: Lamington NP -> Coffs Harbour

Mittwoch, 05.10.2011 – Lamington Nationalpark

Heute morgen schliefen wir bis ca. 8:00 Uhr. Die Sonne begrüßte uns, als wir die Rolläden zur Seite schoben. Als erstes kochten wir Kaffee und machten uns Brötchen mit Marmelade. Viki verweigerte mal wieder ein wenig und aß nur ein halbes trockenes Brötchen.
Dann machten wir uns fertig und anschließend auf den Weg. Wir wollten heute ein paar kleinere Wanderungen unternehmen. Als erstes starteten wir auf dem „Access-Track“ in Richtung Villenviertel, welches wir anschließend durchquerten, um dann am Spa-Center den Weg hinunter zum „Hidden Gully“ zu nehmen. Es war leider durch den ausbleibenden Regen recht unspektakulär, da kaum Wasser drin war. Zum Glück, war das aber nur ein kurzer Abstecher von unserem eigentlichen Etappenziel den „Morans-Falls“. Eine knappe halbe Stunde später erreichten wir den Morans-Falls Lookout, von dem man einen phantastischen Blick über das ganze Tal hatte, nur leider nicht auf den Wasserfall. Wie sich später herausstellte, waren wir auf der verkehrten Seite der Wasserfalls. Wir gingen also ein kurzes Stück des Weges zurück und folgten dem Track dann zum richtigen Morans-Falls Lookout. Hier bot sich dann auch tatsächlich ein wunderschöner Ausblick. Nach den notwendigen „Beweisfotos“ folgten wir dem Weg bergauf, bis zum Parkplatz auf der Straße zurück zu O’Reilleys. Unterwegs ergaben sich wieder wunderschöne Fotomotive. Des Weiteren trafen wir mitten in der „Wildnis“ ein Filmteam, welches gerade mit Dreharbeiten beschäftigt war. Viki fing dann langsam an zu knörgeln und so entschlossen wir uns, nicht noch den „Phytons-Lookout“ dran zu hängen und gingen zurück zur Anlage. Ich stellte bei einer kurzen Pause fest, dass das GPS-Tracking im Regenwald nicht gerade gut funktioniert, da meine Uhr mal gerade 1,9 Kilometer gemessen hatte, obwohl auf dem Schild zu den Morans-Falls bereits 2,2 Kilometer angegeben war, ohne den Weg von der Anlage dorthin.
In der Anlage angekommen, kauften wir Vogelfutter und fütterten in der „Bird-Feeding Area“ die vielen bunten Papageien. Viki hatte hier sehr viel Spaß (wir natürlich auch)! So brachten wir noch eine knappe Stunde damit zu, den lustigen Gesellen dabei zuzusehen, wie sie sich um das Futter stritten und über Köpfe und Schultern kraxelten, um an die begehrten Körner zu kommen.
Die Mittagspause machten wir im Zimmer. Es gab Nudelsalat, für Viki eine 5-Minuten-Terrine und dazu Brötchen. Alles bei einer grandiosen Aussicht auf die Bergkulisse. Leider zog sich der Himmel ein wenig zu und wollte die Sonne für den restlichen Tag auch nicht mehr durchkommen lassen.
Ari und Viki blieben im Zimmer, um ein bisschen auszuruhen, aber ich wollte noch den vom Vormittag entgangenen „Phytons-Lookout“ besuchen. Ich ging um kurz vor 14 Uhr los. Unterwegs gab es wieder eine Menge zu gucken. Doch leider kam hier unser Fotoapparat ein wenig an seine Grenzen, da der Regenwald teilweise sehr wenig Licht durchlässt. Am Lookout angekommen, bot sich mir wieder ein toller Blick über das ganze Tal und auch noch einmal von erhöhter Position auf den Wasserfall. Nach einer kurzen Rast, machte ich mich anschließend auf den Rückweg und war um 15:20 Uhr wieder im Zimmer. Viki malte und Ari schlief noch. Ich setzte mich mit Viki auf den Balkon und wir verfütterten den Rest unseres Vogelfutters vom Vormittag und dazu noch eine Apfelgriepsche.
Ari war mittlerweile auch wach geworden und so genossen wir dann bis zum Sonnenuntergang noch den Ausblick mit einer Tasse Kaffee. Leider mussten wir noch einmal mit Viki schimpfen, da sie momentan echt nervig ist. Wir wissen auch nicht genau warum, aber ihr fehlen wahrscheinlich ein wenig die gleichaltrigen Kinder. Ist halt schon was anderes, so lange Zeit mit den „Alten“ zusammen zu hängen.
Heute sind wir insgesamt über 15 Kilometer gelaufen, wobei die Messung eher weniger Kilometer ergeben hat, da das GPS im Wald nur mehr schlecht als recht gemessen hat. O’Reilleys im Lamington Nationalpark wäre sicher auch für einen längeren Aufenthalt geeignet, da von hier aus noch mehrere auch ganztägige Wanderungen starten.
Nun sind Ari und Viki duschen und danach machen wir die Koffer für morgen fertig. Morgen steht eine lange Etappe nach Coffs Harbour auf dem Programm, wo es hoffentlich wieder ein wenig wärmer ist.

05.10.2011: Lamington Nationalpark

Dienstag, 04.10.2011 – Brisbane -> Lamington Nationalpark

Heute morgen ließen wir uns wieder von Viki wecken. Um kurz vor 8:00 Uhr war die Nacht vorbei. Nach dem Aufstehen, frühstückten wir im Zimmer mit Brötchen und Marmelade und einer schönen Tasse Instant-Kaffee. Nach dem Frühstück machten wir uns fertig und packten wieder einmal die letzten Sachen, um uns auf den Weg in den Lamington Nationalpark zu machen. Beim Auschecken wurden dann noch die 50 Dollar für das Parken und die 8 Dollar für Wäsche waschen und trocknen fällig. Hinzu kamen frecherweise auch noch 1,5% Kreditkarten-Gebühren.

Nachdem alles erledigt war, schoben wir mit dem ganzen Gemüse zur Tiefgarage in der unser Auto geparkt war. Als die Koffer verladen waren, fuhren wir zum Ausgang und steckten genau wie gestern erst, die erste Karte vom reinfahren in den Automaten und danach die Karte, die wir an der Rezeption erhalten hatten. Leider wollte der Automat dann noch einmal 58 Dollar von uns haben. Also fuhren wir das Auto rückwärts von der Schranke weg und Ari fragte einen Aufpasser, was wir denn nun machen sollten. Dieser war so nett und ließ uns aus dem Parkhaus raus. Dann stürzten wir uns wieder in das Getümmel in der Hoffnung heute nicht ausgerechnet in die Morgen-Rushhour zu geraten. Überraschenderweise klappte aber alles reibungslos und so befanden wir uns schon nach kurzer Zeit auf dem Motorhighway M3/M1 in Richtung Nationalpark. An der Ausfahrt angekommen, wurde die Gegend gleich wieder sehr ländlich und wir fingen uns an Sorgen zu machen, wo wir denn nun Lebensmittel für die kommenden Tage herbekommen sollten. Wir wollten auf gar keinen Fall von einem „General Store“ oder dem Essen im Resort abhängig sein. Also programmierten wir im Navi einen Stopover bei einem Einkaufszentrum ein und glücklicherweise mussten wir auch nur einen kurzen Umweg in Kauf nehmen, um zu einem Woolworth zu gelangen. Da unser Zimmer wie meistens nur mit Kühlschrank und Wasserkocher ausgestattet ist, beschränkten wir uns auf Lebensmittel wie Brötchen und Aufschnitt, Käse und ein paar Keksen, dazu noch 5-Minuten-Terrinen und Mineralwasser. Dazu gönnten wir uns noch den günstigsten Nudelsalat in der Theke, der mit knapp 8 Dollar zu Buche schlug. Ich würde in Deutschland nie und nimmer für einen Nudelsalat über 5 Euro bezahlen, aber wir brauchten Abwechslung auf dem Tisch… Damit wurden wieder einmal knapp 40 Dollar für Lebensmittel fällig.

Nach dem Einkauf ging es weiter in Richtung Nationalpark. Knapp 30 Kilometer vor unserem Ziel passierten wir die letzte Ortschaft vor dem Ziel. Ab hier ging es steil und kurvenreich durch die Berge. Die Strecke in den Eungella-Nationalpark war dagegen Pipifax! Knapp eine Stunde brauchten wir für die letzten Kilometer. Man musste teilweise Slalom durch Bäume fahren und die Straße war kaum breiter, wie ein normaler PKW. Es gab auf der Strecke ab und zu einmal Ausweichbuchten, in die man bei Gegenverkehr ausweichen konnte. Wahnsinn und für mich ein Glück, dass ich unten entschieden hatte, die Fahrt dieses Mal mit zu filmen. Ich befestigte unseren Fotoapparat an dem Stativsaugnapf auf dem Kopf an der Frontscheibe, in der Hoffnung, dass man die Aufnahme zum Schluss irgendwie drehen kann und filmte fast die komplette Auffahrt. Leider war die Karte knapp vor dem Ziel voll und ich hatte teilweise mit einer blöden Spiegelung vom Armaturenbrett zu kämpfen. Aber alles ist besser, als gar nichts… So habe ich hier eine tolle Erinnerung und kann im Winter diese Fahrt auf meiner Rolle nachfahren. Sogar authentisch mit der Überholung eines Rennradfahrers 😉

Endlich oben angekommen, eröffnete sich für uns ein toller Blick. Das Zimmer war bereits fertig und dass obwohl es gerade einmal 12:00 Uhr war. Toll! Wir brachten schnell unser Gepäck ins Zimmer und staunten mal wieder nicht schlecht! Ein super Zimmer mit dem versprochenen Panorama-Blick auf die Berge! Wenn wir Glück hätten, könnten wir sogar den gestern in Brisbane verpassten Sonnenuntergang hier nachholen.

Bei einer kurzen Pause auf dem Balkon mit Keksen lernten wir gleich unsere neuen „Freunde“ kennen. Sobald wir anfingen, die Kekse zu essen, kamen unzählige Vögel auf die Brüstung geflogen, darunter auch in angsteinflössender Größe…

Es war sehr frisch und so zogen wir uns ein wenig dicker an und machten unsere erste Runde. In der Rezeption erfuhren wie etwas über die angebotenen Ausflüge und waren beim Blick in die Karte heilfroh selbst Nahrung mitgebracht zu haben. Auf Nachfrage erfuhren wir dann auch, dass Frühstück nicht inklusive wäre, aber für 27 Dollar pro Person nachgebucht werden könne. Die spinnen doch die Aussies!!!

Wir kauften uns im Shop eine Karte und erkundigten uns nach kurzen Wanderungen, die mit Viki machbar wären. Wir bekamen nette Auskunft und man schickte uns zuerst auf den Tree-Top Walk, einem ca. 1,5 Kilometer langen Rundweg mit eingebautem Baumwipfel-Pfad. Wir entdeckten auf dem Weg dort hin einen roten Papageien und dachten noch, es wäre hier etwas Besonderes. Der Regenwald ist bunt gemischt. Häufig zu sehen, sind Red Cedars. Aber auch riesige Würgefeigen und riesige Baumfarne. Es geht hier auch sehr tierisch zu; neben den Brush-Turkeys, gibt es zahlreiche andere Vogelarten, aber auch Wallebys und und und.

Beim Tre-Top-Walk angekommen, standen wir vor einer knapp einen Meter breiten Hängebrücke, die sich in kurzer Zeit auf knapp 30 Meter in die Bäume hinein schraubte. An der höchsten Stelle, gab es dann noch eine Leiter, an der man noch höher in die Baumwipfel steigen konnte. Für mich war das überhaupt gar nichts und auch Ari drehte nach ein paar Stufen wieder um. Ich war dann auch ziemlich froh, als wir wieder unten waren. Unten angekommen, folgten wir dem Pfad zu einem kleinen Berggarten, der ebenfalls sehr schön angelegt war. Viki war nicht sehr begeistert, weil „alles nur grün“ war.

Auf dem Rückweg entschlossen wir uns, am Abend eine geführte Tour zur Beobachtung von Glühwürmchen mitzumachen. Die Entscheidung fiel uns nicht leicht, da auch hierfür wieder einmal 70 Dollar fällig wurden. Außerdem entschieden wir uns, dass Ari, die mal wieder mit massiven Schlafproblemen zu kämpfen hat, mit Viki in das Zimmer geht und ich auf eigene Faust ein wenig losziehen kann. Mein Weg führte mit zuerst zu Mike’s Tower, einem ca. 30 Meter hohen Aussichtsturm. Der Durchmesser war mit ca 5 Metern recht vertrauenserweckend, so dass ich mit hier bis auf die zweite von vier Ebenen hinauf wagte. Dann ging es weiter zum Wishing Tree, einem uralten Baum, durch den man hindurch gehen kann. Die Option, den gleichen Weg wieder zurück zu laufen, wollte ich nicht wahrnehmen. So entschloss ich mich, an Glowworm Gully vorbei durch die O’Reilleys Villas zu laufen. Nach knapp 2 Stunden kam ich dann wieder an meinem Ausgangspunkt an. Meine beiden Damen schliefen noch und so machte ich die beiden erst einmal wach. Wir setzten uns mit Keksen, Äpfeln und Kaffee auf die Terasse und fütterten unsere gefiederten Freunde. Ab diesem Zeitpunkt kamen nicht nur die rabenähnlichen Vertreter, sondern ebenfalls viele kleine blau-rote Papageien. Diese kommen sogar bei geeignetem Angebot, wie Kekskrümel oder Apfelgriepsche auf die Hand geflogen. Das war für Viki natürlich wieder ein Spass.

Kurze Zeit später, drehten wir noch eine kleine Runde durch die Anlage und schauten uns im kleinen Shop um. Danach gingen wir wieder zurück ins Zimmer und aßen Abendbrot, bevor ich mich zum Sonnenuntergang auf den Balkon setzte. Dann wurde es auch schon Zeit für die Glühwürmchen-Tour. Viki war wieder „zum knutschen“ so dass wir kurzzeitig überlegten, die Tour zu stornieren, aber warum auch uns bestrafen?

Um 18:30 Uhr ging es dann los. Wir fuhren mit einem kleinen Bus zum Ausgangsort und wanderten von hier aus dann einen kleinen Pfad entlang, bis wir zu einigen Bänken, mitten im Wald an einem kleinen Flusslauf gelangten. Wir sahen ein paar Wallabys, aber ansonsten war der Weg dort hin eher „nacht-un-aktiv“. Bei den Bänken angekommen, machte der Guide die große Lampe aus und wir konnten am gegenüber liegenden Hang tausende von kleinen Punkten leuchten sehen. Das sah echt toll aus. Der Guide erzählte ein wenig über Glühwürmchen und wie dieser Ort gefunden wurde. So saßen wir etwa eine halbe Stunde auf den Bänken, schauten uns das Glühen an und bekamen so langsam einen kalten Hintern. Dann machten wir uns wieder auf den Rückweg zum Bus und fuhren wieder zu unserer Anlage. Das war wirklich schön, aber das Geld ehrlicherweise nicht wert!

Ziemlich durchgefroren, da unter 10 °C, gingen wir schnellstmöglich in unser Zimmer. Viki schlief sofort ein und wir machten es uns mit eingeschalteten Wärmdecken im Bett gemütlich. Ari versucht, neben mir zu schlafen und ich bin für heute auch fertig (zumindestens mit Tagebuch schreiben).

04.10.2011: Lamington Nationalpark

Montag, 03.10.2011 – Brisbane

Wir haben uns heute morgen mal keinen Wecker gestellt und versucht, ein wenig länger zu schlafen. Um kurz vor 8:00 Uhr waren wir dann aber doch wach, da Viki mit Ari kuscheln wollte. Gegen 9:00 Uhr waren wir dann auch schon mit Frühstück „auf dem Bett“ beschäftigt. Dieses Mal hatten wir ja vorgesorgt und neben Brötchen auch Marmelade und Wurst gekauft.

Nachdem wir mit dem Frühstück fertig waren, machten wir uns fertig. Ari zog Viki an und ich machte gleich ein kleines Picknick-Paket mit Brötchen, Käse-Sticks, Äpfeln, Orangen und Cookies fertig. Um 10:00 Uhr machten wir uns dann auf die Socken. Heute sollte unser Schwerpunkt auf den botanischen Gärten von Brisbane liegen. Zuerst führte uns unser Weg in den King Edward Park. Oben angekommen, kamen wir an der „Old Windmill“ vorbei. Es handelt sich hier um das erste industriell genutzte Gebäude von 1828, welches zu Anfang mit Wind und später mit der Muskelkraft von Sträflingen betrieben wurde.

Danach gingen wir quer durch den Wickham Park, um am Ende direkt in die Roma Street Parklands zu gelangen. WOW! Eine so schön angelegte Parkanlage, haben wir bisher noch nirgends gesehen. Dazu auch mal wieder eines der selten gewordenen, kostenlosen Attraktionen. Alles andere ist in Australien ja wirklich sehr teuer geworden. Der geplante Ausflug in das Koala Sanctury per Schiff, haben wir aus Kostengründen ausfallen lassen. Der Spaß hätte uns 155 Dollar gekostet. Für 2,5 Stunden Schiff fahren und 2,5 Stunden im Park ist das auch wieder zu viel und unserer Meinung Touriabzocke! Ebenso das Tagesticket, welches dazu berechtigt, mit Bus und Schiff zu allen Attraktionen in der Stadt zu fahren. 80 Dollar für uns drei, für viele Sehenswürdigkeiten, die wir in diesen 2 Tagen zu Fuß erreicht haben, ist unserer Meinung nach auch „ein wenig“ zu viel Geld.

Wie dem auch sei. In den Roma Street Parklands hielten wir uns über 2 Stunden auf. Hier gibt es die große Pflanzenvielfalt Australiens zu bestaunen. Die Anlage ist wunderbar angelegt und man wird auf Wegen mit sehr guter Beschilderung durch verschiedene Vegetationsbereiche geführt. Abwechslungsreich mit Wasserläufen und lehrreich mit Beschilderungen und Erklärungen, kam so für uns keine Langeweile auf. Selbst Viki war die meiste Zeit mit Begeisterung dabei, konnte sie doch mit ihrem Fotoapparat auf Entdeckungstour gehen. Am meisten war sie von den Echsen begeistert, die zahlreich an den sonnigen Plätzen im Park zu finden waren. Hier hat sie sicher an die 50 Fotos gemacht und auch mich immer wieder angestachtelt, doch auch noch diese oder jene Echse zu fotografieren. Klar, sie haben sich auch immer wieder schön in Szene gesetzt. Mich haben jedoch mehr die toll aussehenden verschiedenen Blüten interessiert, wobei ich bei den allermeisten keine Ahnung hatte, was ich da eigentlich fotografiere… Während unserer Entdeckungstour machten wir eine kleine Pause auf einem Spielplatz, da „Mylady“, wann immer möglich, den „Notfallbuggy“ enterte. Komischerweise war sie hier wieder total fit und tobte über das Gelände, bis wir dann nach einer kleinen Stärkung mit Apfel und Käse-Sticks den Aufbruch einläuteten 😉

Um kurz vor 13:00 Uhr verließen wir diesen tollen Platz und gingen erst einmal in Richtung Innenstadt, ohne ein genaues Ziel zu haben. Kurz entschlossen, holten wir uns Coffee2Go für sensationelle 2 Dollar.

Während Ari mit dem Bezahlen beschäftigt war, warteten Viki und ich draußen. Innerhalb kurzer Zeit zog ein schwerer Regenschauer auf. Während der nächsten halben Stunde hielten wir uns in diversen Malls rund um den George-Square auf. Als der Regenschauer weiter gezogen war, setzten wir unseren Weg in Richtung Southbanks fort. Hier wollten wir uns nun das in unserem Beadecker Reiseführer beschriebene Butterfly-House mit der größten Schmetterlings-Sammlung in Australien anschauen. Es fing bereits wieder etwas zu nieseln an, so dass wir direkt das Wheel of Brisbane ansteuerten, um hier nach dem Weg zu fragen. Leider konnte die junge Dame keine Auskunft erteilen und schickte und weiter zur Information, die mitten im Parks zu finden war. Dort angekommen, erfuhren wir, dass das Butterfly-House bereits vor 7 Jahren geschlossen worden sei. Na super! Jetzt fing es auch noch an wie aus Eimern zu kübeln, so dass wir hier erst einmal fest saßen. Etwa eine viertel Stunde später, wurde es dann ein wenig besser und so konnten wir die Straßenseite wechseln und einen Süßwarenladen entern, in dem man nach Herzenslust seine Lieblingsbonbons grammweise zusammen mischen konnte. Als wir hiermit fertig waren, wurde der Regen wieder doller. Wir warteten die nächste Besserung ab und schoben schnellstmöglich, in Richtung Hotel zurück. Ich hatte meine Jacke dabei, aber die Mädels meinten heute morgen, dass das nicht nötig sei und hatten nur leichte Strickjacken an, so dass beide bei unserer Ankunft ein „wenig“ nass waren.

Da unser Picknick draußen ins Wasser fiel, verlegten wir es wieder auf unser Bett.

Als der Regen ein weiteres Mal aufhörte, packten wir unsere „sieben“ Sachen, für den geplanten Nachmittagsausflug auf den Mt. Coo-tha Lookout. Dieser Berg liegt nur ca. 8 Kilometer vom CBD entfernt und bietet einen traumhaften Ausblick auf die Skyline. Es war bereits 15:30 Uhr uns so planten wir den Lookout zur Dämmerung ein. Vorher wollten wir noch kurz am Planetarium und dem botanischen Garten anhalten. Unterwegs waren wir dann ein wenig mit dem beginnenden Feierabendverkehr überfordert und fuhren erst einmal auf den Motorway, bevor wir den richtigen Weg zum Tourist Scenic Drive fanden.

Oben angekommen, konnten wir eine schöne Aussicht auf die Stadt genießen, doch leider zog von rechts kommend ein Gewitter auf. Wir konnten die Regenfront genau an dem diesigen Vorhang ausmachen. Nur kurz noch eine Postkarte kaufen und sicherheitshalber ins Auto verziehen, um zu schauen was da komme. Es dauerte keine 5 Minuten, da schüttete es wieder einmal aus Eimern. Und dafür haben wir nun unseren „sicheren“ Parkplatz in der Tiefgarage aufgegeben?

Wir fuhren zur Überbrückung den Tourist Drive zu Ende und hielten kurz am Botanischen Garten und dem Planetarium an, als es wieder aufhörte zu regnen. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zu letzt und so hofften wir darauf, dass es eventuell bis zum Einbruch der Dunkelheit trocken bleibt. Erste Enttäuschung: Das Planetarium hatte Montags geschlossen. Zweite Enttäuschung: der Botanische Garten auch. So fuhren wir wieder zum Lookout und warteten, ob der wieder einsetzende Regen noch einmal aufhören würde, jedoch wurde uns dieser Gefallen nicht getan.

So mussten wir leider ohne die geplanten Bilder, unseren Heimweg antreten und das zur „besten Rushhour“ Meine Fresse! In einer Stadt voller Kreisel und Einbahnstraßen, ist es gar nicht so einfach, sich im Getümmel zu behaupten! Mehrere kleine „Verfahrer“ brachten mich fast zur Weißglut, während Viki in Fond damit beschäftigt war, uns dazu auch noch die letzten Nerven zu rauben. Wir brauchten für die Strecke zurück, die knappe 8 Kilometer beträgt, fast eine Stunde. In Wurfreichweite von unserem Parkplatz entfernt, standen wir mehrere Ampelphasen auf einer Stelle. Ich war froh, als wir wieder in das Parkhaus einbiegen konnten. Und wie befürchtet, waren fast alle Parkplätze belegt. Komischerweise darf man hier in zweiter Reihe parken, wobei man sich fragt, wie der jenige, der an der Wand parkt, aus seinem Parkplatz rauskommen soll, wenn vor ihm ein anderes Auto steht… Dank Aris guter Einweiserqualität, fanden wir dann aber noch einen Platz, der hoffentlich morgen früh nicht von einem vor uns parkenden Auto zugeparkt wird.

Nachdem das Auto abgesperrt war, gingen wir kurz zurück ins Hotel, um nach einer knappen halben Stunde auf Nahrungsbeschaffung zu gehen. Überraschung: fast alle Geschäfte und damit auch die Foodcourts waren seit 18 Uhr geschlossen. Da wir keine Stunden mehr durch die Stadt rennen wollten, schauten wir was und am Platz so geboten wurde. Fest stand, dass es keine „Oyster“ für 39 Dollar und keine Moreton Bugs für 35 Dollar sein sollten. Somit mussten wir uns heute mit „Hungry Jacks“ für knapp über 20 Dollar begnügen. Wie sich die Aussies nur solche Lebensmittelpreise erlauben können?!?

Nachdem wir „diniert“ hatten, machten wir noch einen kurzen Abstecher auf die Victoria-Bridge, um das heute weiß-blau angeleuchtete Wheel of Brisbane ein letztes Mal im Dunklen fotografieren zu können.

Insgesamt kann man aber sagen, dass Brisbane sehr sehenswert ist und auch für einen längeren Aufenthalt genug zu entdecken bietet. Man sollte sich nur genau überlegen, ob man das Auto wirklich durch die Stadt bewegen will.Wir haben in diesen 1,5 Tagen knapp 20 Kilometer zu Fuß absolviert und sind froh, dass Auto nur für den Mt. Coo-tha Tripp aus der Garagen geholt zu haben.

Um 20:30 Uhr waren wir dann nach einem langen Tag wieder im Hotel angekommen. Wir mussten ja noch Koffer packen, was ich schon einmal erledigte, während Ari unter der Dusche stand. Es ist jetzt kurz nach 22:00 Uhr und die beiden schlafen schon. Morgen wollen wir noch einmal ohne Wecker aufstehen, um dann mit hoffentlich wieder besserem Wetter zu O’Reilleys in den Lamington Nationalpark zu fahren.

03.10.2011_Brisbane

Sonntag, 02.10.2011 – Noosa Heads -> Brisbane

Heute ist Sonntag und so haben wir ein bisschen länger geschlafen und sind erst um 7:10 Uhr aufgestanden 😉 Nachdem wir uns fertig gemacht hatten, wurde Viki geweckt. Plötzlich wurde Ari recht panisch und schickte Viki zu mir in die Stube. Mein Verdacht war, dass sie eingepullert hatte, aber als ich leise nachfragte, zeigte sie mir eine Spinne, die wohl gerade noch lebend unter Vikis Decke an ihrem Bein hochgeklettert war. Das war jedenfalls das letzte Bein, an dem sie hochklettern konnte…
Nachdem auch Viki fertig war, gab es Frühstück. Wir toasteten unser letztes Toastbrot und stippten es in Kaffee und Viki in die letzte Milch ein. Wir waren gestern einfach zu geizig, im 7-Eleven-Shop 8 Dollar für ein Glas Marmelade oder 45 Cent für eine Hotelportion Honig oder Butter auszugeben. Heute Nachmittag in Brisbane wollten wir dann für die kommenden Tage bei Coles oder Woolworth einkaufen. Als der letzte Happen vertilgt war, machten wir noch schnell sauber und spülten unsere Tassen ab. Anschließend machten wir uns auf den Weg nach Brisbane. Die Fahrt verlief reibungslos an der Gold Coast vorbei mit traumhaften Ausblicken auf den Strand und die Küstenorte. Die Küstenstraße ist außerdem ein echtes Paradies für Rennradfahrer! So viele wie hier, haben wir bisher noch nicht gesehen.
Wir wollten heute so viel wie möglich vom Highway vermeiden und so bogen wir von der Küstenstraße auf den Glas House Mountain Tourist Drive. Diesem folgten wir vorbei am legendären Australia Zoo über den Steve Irvin Way. Leider wird hier echt mit dem Namen Geld gemacht, denn 49 Dollar Eintritt für einen Erwachsenen und 35 Dollar für Kinder ab 3 Jahre waren dann doch „too much“. Da schauen wir uns lieber den Toronga Zoo in Sydney an.
Dafür fuhren wir aber noch auf den Glass House Mountain Lookout und machten hier eine kurze Wanderung. Nach ca. einer Stunde fuhren wir dann weiter und kamen auf den Motorhighway, der die ganze Zeit mindestens 2-spurig war und direkt in die Metropole Brisbane führte. Wahnsinn, was das für eine riesige Stadt ist. Wir fuhren fast eine Stunde durch die Vororte. Kurz vor Ende, wurde es dann ein wenig hektisch, da unser Hotel mitten in der Innenstadt liegt und hier alles Einbahnstraße ist. Aber letztendlich fanden wir unser Hotel und Ari übernahm den Check-In. Dann eine kleine Überraschung. Das Parken ist in unserem Hotel nicht direkt möglich und dazu auch noch schweineteuer! Wir müssen für das Parken 50 Dollar bezahlen! Aber ändern können wir es ja eh nicht.
So luden wir das Auto schnell aus und brachten unser Gepäck in den 10. Stock in das Zimmer 1029. Ein Blick aus dem Fenster war eine kleine positive Überraschung, da wir wenigstens ein bisschen auf den Brisbane River und die tolle Kulisse schauen können.
Aber es hieß, keine Zeit verlieren. Wir packten das Marschgepäck und gingen direkt wieder los. Unsere Erkundungstour führte und erst einmal direkt in die Stadt, da wir ja ein paar Lebensmittel kaufen mussten. Wir hatten einen Stadtplan mit einer kurzen Erläuterung zu den wichtigsten Punkten an der Rezeption erhalten und liefen direkt in die Fußgängerzone. Als wir uns versichert hatten, wie lange der Supermarkt offen hat, machten wir uns erst einmal heraus aus dem Getümmel in Richtung Southbanks. So viele Menschen waren wir ja gar nicht mehr gewohnt 😉
Dort sahen wir uns das bunte Treiben rund um das Brisbane Wheel, das 60 Meter hohe Riesenrad. Weiter ging es zur Lagune, einer genialen Badelandschaft direkt am Brisbane River, die kostenlos zu benutzen ist. Von dieser Seite des Brisbane River, hat man einen sehr schönen Blick auf die Skyline. Wir folgten der schönen Parkanlage bis zur Goodswill-Bridge, über die wir direkt in den Royal Botanical Garden kamen. Hier liefen wir über den Mangrove Walk bis zur Edward Street und wieder in die Fußgänger-Zone hinein, um unsere notwendigen Lebensmittel für die kommenden Tage zu kaufen. Für ein paar Grundnahrungsmittel für ein bis zwei Tage waren auch mal wieder knapp 50 Dollar fällig. Unglaublich! Um kurz vor 18 Uhr, gingen wir wieder einmal zu Subways essen und brachten schnell unsere Einkäufe ins Hotel. Dabei riefen wir Renate an und gratulierten ihr zum Geburtstag.
Ari machte im Hotel eine Maschine Wäsche an und wir zogen uns lange Sachen an, da es noch immer sehr windig und kalt war. In der Zwischenzeit war es bereits dunkel und so konnten wir um 18:15 Uhr in Richtung Wheel of Brisbane aufbrechen. Auf dem Weg dorthin hatte ich bereits die Gelegenheit, ein paar schöne Nachtaufnahmen zu machen. Am Riesenrad angekommen, kauften wir unsere Eintrittskarten und konnten auch direkt einsteigen. Das Riesenrad wurde schön beleuchtet und strahlte in pink und blau mit den Hochhäusern um die Wette.
Nach unserer Fahrt liefen wir noch ein wenig am Fluß entlang, bevor wir gegen 20:00 Uhr den Weg zurück in das Hotel antraten. Ari packte unsere Klamotten in den Trockner und wir räumten noch ein wenig unsere Sachen aus. Viki wollte dann recht schnell in das Bett und noch ein wenig Benjamin Blümchen hören. Nach der Erholungsdusche hieß es dann auch für uns schnell „guat’s Nächtle“.

02.10.2011: Noosa Heads -> Brisbane

Samstag, 01.10.2011 – Fraser Island -> Noosa Heads

Heute morgen konnten wir ein bisschen länger schlafen, da unsere Fähre zurück zum Festland erst um 10:30 Uhr ablegte. Aber um 7:15 Uhr war die Nacht dann trotzdem vorbei. Heute wurden wir nicht von der Sonne geweckt, sondern es war ein wenig bewölkt und sehr windig. In der Nacht haben unsere Nachbarn uns ein wenig auf Trab gehalten, da sie wohl der Meinung waren, die Einzigen im Hotel zu sein. Um kurz vor Acht waren wir dann zum Abmarsch bereit. Beim Frühstück haben wir uns das erste Mal in diesem Urlaub so richtig Zeit genommen. Erst um kurz vor Neun waren wir zurück auf dem Zimmer und packten die letzten Sachen. Die Koffer waren bereits abgeholt.

Als wir dann alle Schränke durchsucht hatten, gingen wir noch einmal zum Strand. Es war gerade Flut und so war fast kein Strand mehr zu sehen. Um kurz vor Zehn gingen wir noch einmal zur Rezeption um noch mal auf’s Klo zu gehen, bevor wir mit dem Bummelzug wieder zum Fährableger gebracht wurden. So langsam klarte es auf, jedoch war das Wasser durch den Sturm ziemlich aufgewühlt. Wir setzten uns wieder nach oben und waren froh, dieses Mal Jacken zu haben.

Nach knapp 45 Minuten legten wir in River Heads an und wurden mit dem Bus zur Anmeldung gebracht. Das Gepäck wartete schon und so saßen wir um 11:40 in unserem Auto in Richtung Noosa Heads.

Die ersten Kilometer gingen schnell vorbei, fast ohne Baustelle. Dann bogen wir auf den Tourist Scenic Drive in Richtung Tin Can Bay und Rainbow Beach ab und waren um kurz vor 13:00 Uhr an unserem ersten Etappenziel Tin Can Bay angekommen. Leider konnten wir keine Delphine am Strand entdecken. Sicher werden die Delphine nur morgens oder abends an den Strand kommen. So lange hatten wir dann aber doch keine Zeit. So aßen wir einen Apfel und eine Orange und schauten ein wenig auf das türkise Meer und einigen Anglern beim vergeblichen Versuch zu, einen Fisch zu fangen.

Nach einer halben Stunde ging es dann weiter. Das Navi gab uns bei der Eingabe unseres nächsten geplanten Etappenzieles Rainbow Beach noch über 170 Kilometer bis Noosa Heads an. Wir wollten aber heute einmal nicht so spät ankommen und entschieden uns direkt durchzufahren was uns knapp 60 Kilometer einsparte.

Die Fahrt war recht unspektakulär. Die Gegend erinnerte uns stellenweise an den Harz. Einige Zeit fuhren wir durch künstlich angelegte Nadelwälder. Die Gegend an sich wurde jedoch mit jedem Kilometer in Richtung Süden wieder grüner und bergiger. Um 15:00 Uhr kamen wir in Noosa an und nach einiger Orientierungslosigkeit checkte uns Ari im Ocean Breeze ein. Das Parken ist hier eine echte Herausforderung und so waren wir um so glücklicher, dass das Hotel über eine eigene Tiefgarage verfügt.

Auf dem Zimmer waren wir dann wieder einmal positiv überrascht. Das wir 2 Schlafzimmer hätten, wussten wir ja aus der Hotelbeschreibung, aber dass es eine Maisonette-Wohnung mit 2 Schlafzimmern und 2 Bädern ist, mit 5 Meter hohen Räumen und Fensterfronten, hätten wir nicht für möglich gehalten!

Eine kurze Pause und wir zogen die Flip-Flops an und erkundeten erst einmal das kleine Städchen mit seinem genialen Strand. Das Thermometer zeigte dazu etwas über 30 °C an. Ja so könnte man es aushalten. Leider war es ziemlich windig, um genau zu sein, sogar stürmisch, so dass der aufgewirbelte Sand ziemlich piekte. Wir gingen ein wenig am Strand entlang und Viki konnte ein wenig toben, bis wir dann in die Fußgänger-Zone abbogen, um Postkarten und eventuell das ein oder andere Souvenir zu kaufen.

Postkarten waren schnell gefunden; nur bei den Briefmarken fragte Ari sicherheitshalber noch einmal nach, ob sie sich vielleicht verhört hätte: 1,65 Dollar für eine Briefmarke sind dann doch recht happig!

Zum Sonnenuntergang gingen wir noch einmal zurück zum Strand. Der Wind hatte sich ein wenig gelegt und so saßen wir (Ari und ich) hier noch eine halbe Stunde und schauten uns das Treiben an. Viki turnte über den Strand und hatte Ihren Spaß mit Sandbällchen machen und über Sandlöcher hüpfen.

Um 18:00 Uhr war es dann fast dunkel und so gingen wir auf Nahrungssuche. Da die Preise mal wieder unverschämt hoch waren, entschieden wir uns mal wieder für Subways. Es ist schier unmöglich, ein normales Gericht für unter 30 Dollar zu erhalten. Somit ist für uns Subways eine Möglichkeit halbwegs gesund zu Essen.

Wir aßen dann aber auf dem Zimmer. Wir sind alle ziemlich groggy. Mich quälten heute bereits den ganzen Tag Kopfschmerzen, die durch die lange Autofahrt auch nicht besser wurden. Ari ist sowieso momentan nicht ganz so gut drauf und so waren wir froh, als Viki von sich aus bereits um kurz nach 19:00 Uhr darum bat, ins Bett zu dürfen. Das kommt zu Hause ja nicht allzu oft vor.

Somit ist das Tagebuch bereits um 19:30 Uhr fertig geschrieben und werden den Tag jetzt mit ein wenig ausspannen ausklingen lassen, bevor es morgen nach Brisbane geht.

01.10.2011: Fraser Island -> Noosa Heads

Freitag, 30. September 2011 – Fraser Island

Der Morgen kam früh. Es gab keine Verdunkelungsmöglichkeit, so dass wir bereits um 5:30 Uhr von der aufgehenden Sonne geweckt wurden. Wir dösten alle noch bis um 6:30 Uhr vor uns hin, bevor wir aufstanden und uns für das Frühstück fertig machten. Wir waren gespannt, wie groß die Gruppe sein wird, mit der wir unseren Tagesausflug unterwegs sein würden. Viki nervte jetzt schon und hörte nicht für 5 Pfenning und hatte nur Wiederworte. Na toll, das sollte ja was geben…

Um kurz vor sieben verließen wir das Zimmer und fanden einen Brief vor. Beim Check-In in River Heads gab es mal wieder Probleme mit der Kreditkarte. Jetzt wurden wir dazu aufgefordert, die Sicherheitshinterlegung noch einmal durchzuführen.

Aber auch hier funktionierte die Karte nicht auf Anhieb. So ließen wir Ari am Schalter zurück und gingen schon einmal zum Frühstück. Kurze Zeit später war aber alles geritzt, so dass wir doch gemeinsam an das Buffet gehen konnten. Viki aß heute überraschenderweise kein Müsli, sondern ein Käse-Toast. Wir ließen uns bis kurz nach halb acht Zeit und gingen noch einmal schnell auf das Zimmer zum Eincremen.

Um kurz vor Acht waren wir dann am Treffpunkt. Es waren bereits einige Leute da. Wir wurden eingewiesen und zu unserem Bus geschickt. Ein imposantes Teil. Es handelte sich hierbei um allradgetriebene Busse, die in unserer Ausführung bis zu 40 Passagieren Platz bieten. Wir waren insgesamt 39 ;-(

Der Platz neben mir blieb glücklicherweise frei,s o dass ich unsere Badetasche neben mir anschnallen konnte. Der Fahrer wies uns darauf hin, dass die Pisten durch die lange Trockenzeit sehr schlecht sind und dass wir uns auf einiges gefasst machen müssten. Der Start war auf dem asphaltieren Gelände des Resorts, doch direkt dahinter stehen wir bereits dem ersten Hindernis gegenüber. Der erste Anstieg hat gleich knapp 20% und ab hier gibt es nur noch Sandpisten. Wir wurden ganz schön durchgeschüttelt und wußten nun, dass der Fahrer seine Warnung immer angeschnallt zu bleiben ernst meinte. Die Pisten waren nur knapp breiter als unser Bus. Manchmal hatten wir auch Gegenverkehr. Die Australier sehen Fraser-Island als Naherholungsziel zum Campen und Angeln an und verbringen verlängerte Wochenenden gerne am 75 Mile Beach. Der Fahrer gab uns einiges Wissenswertes mit und erzählte uns was über die Geschichte und die Entstehung. Die Fraser-Insel (englisch Fraser Island, früher Great Sandy Island) ist eine zum australischen Bundesstaat Queensland gehörende Insel. Mit einer Fläche von 1840 km² ist sie die größte Sandinsel der Welt. Sie liegt etwa 190 km nördlich von Brisbane vor der Ostküste Australiens. In der Sprache der Aborigines heißt sie K’gari, was so viel wie „Paradies“ bedeutet. Die Insel gehört seit 1992 zum UNESCO-Weltnaturerbe (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Fraser_Island).

Plötzlich bremste er und zeigte uns einen Dingo, der direkt am Fahrbahnrand stand. Kurze Zeit darauf entdeckten wir noch einen zweiten jüngeren Dingo auf der anderen Fahrbahnseite. Nachdem Fotos geschossen waren, ging es eine knappe halbe Stunde weiter, bis zum Lake McKenzie. Viki schlug zwischenzeitlich mit dem Schädel an die Scheibe und fängt ein zu heulen. Von nun an hatte sie nicht mehr die Schlange aus dem Eungella Nationalpark als Thema, sondern, dass der Fahrer ihr den „Kopf gebrochen“ hat… Plötzlich rumste es ziemlich laut. Ein in die Fahrbahn hängender Ast wurde vom Bus mitgerissen und blieb auf dem Dach liegen.

Am See angekommen, hatte sich Viki wieder beruhigt. Wir hatten hier knappe Stunde und wollten im See baden gehen. Gerade als wir unten angekommen waren, musste Viki aufs Klo, welches sich am Busparkplatz befand. So zog Ari Viki wieder an und chauffierte sie den ganzen Weg wieder zurück… Als beide wieder da waren, war bereits ein großer Teil unserer Zeit am See vergangen, so dass nur noch Viki baden ging. Kurze Zeit später machten wir uns wieder auf den Rückweg zum Bus und tranken dort noch eine Tasse Kaffee und aßen hervorragende Schoko-Plätzchen.

Dann ging unsere Tour weiter in Richtung Central Station, wo früher die Holzfäller mit ihren Familien wohnten. Von hier aus startete ein sehr schön angelegter Rundweg einmal durch den Regenwald. Man folgte dem Weg über einen Steg oberhalb des Flusslaufes und man kann so die Artenvielfalt bewundern. Unterwegs sahen wir einen Vogel, der eine Schlange fraß, einen Blauzungen-Skink und einen Varan. Aber auch die Pflanzenvielfalt war wunderschön. Baumriesen mit mehreren Metern Durchmesser oder wieder Farne, die höher sind, als bei uns die Bäume.

Am Ausgangsort des Rundweges angekommen, ging es im Bus weiter zur Mittagspause. Dort erwartete und ein leckeres Buffet und da wir noch ein bisschen Zeit hatten, machten wir uns zu Fuß an den 75-Mile-Beach. Hier schossen wir noch ein paar Fotos vom Verkehr, der teilweise dichter war, als auf dem Bruce-Highway, bevor es wieder in den Bus zur Weiterfahrt ging. Nun fuhren wir mit dem Bus über den 75-Mile Beach. Es herrschte ein allgemeines Tempolimit von 80, aber unser Fahrer schaffte es laut meinem Garmin auch mal knapp an die 100.

Wir sahen eine Menge Zelte in den Dünen stehen oder Angler an der rauhen See. An manchen Stellen standen größere Mengen an Fahrzeugen zusammen und ab und zu konnte man sogar ein kleines Flugzeug am Strand stehen sehen.

Der nächste Stopp war das berühmte Maheno-Wrack, das Wahrzeichen von Fraser-Island. Im Jahr 1935 lief an der Ostküste der Insel der ehemalige Luxusliner S.S. Maheno während eines für die Jahreszeit untypischen Zyklons auf Grund. Die Maheno sollte in Japan verschrottet werden und wurde dazu von einem kleineren Schiff gezogen. Um den Strömungswiderstand zu verringern, hatte man der Maheno Schrauben und Ruder ausgebaut, wodurch sie in dem Sturm nicht mehr selbst manövrieren konnte. Versuche, das gestrandete Schiff loszubekommen, scheiterten. In den ersten Jahren wurde die Maheno von den Bewohnern der Insel unter anderem für Hochzeiten und Feste genutzt. Später diente sie der Royal Australian Air Force (RAAF) als Zielobjekt. Heute sind nur noch die oberen Decks des Schiffes sichtbar (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Fraser_Island).

Wahnsinn, wie sich die Natur dieses schwere Schiff mit den Jahrzehnten zurückholt. Die Front ist bereits zu einem großen Teil im Sand versunken. Hier machetn wir einige schöne Fotos. Nach einem rund 10 minütigen Stopp ging es weiter am 75-Mile-Beach, bis zu den Pinaccles oder auch Coloured Sands genannt. Durch Eisenpartikel im Sand „rostet“ er an einigen Stellen und so ergaben sich tolle unterschiedliche Sandfarbtöne. Auf dem Weg dort hin passierten wir Eli-Creek, wo wir auf dem Rückweg eine Pause von 45 Minuten machten. Hier standen dutzende Jeeps und wir waren zu Beginn ein wenig enttäuscht, da das Wasser nicht nur überfüllt, sondern auch dreckig zu sein schien.

Wir machten Viki fürs Baden fertig und ich ging ein wenig am Fluss entlang und verstand nun auch, warum hier so viele Leute mit Paddelbooten oder anderen Schimm-Utensilien unterwegs waren. Der kleine See am Strand wird mit täglich 120000 Litern Süßwasser über einen kleinen Fluss gespeist. Den Kindern macht es riesigen Spaß, den Weg über einen Holzsteg, der auch wieder direkt am Fluß entlang gebaut ist hoch zu laufen und dann mit dem Boot oder der Luftmatraze wieder bis zum kleinen See herunter zu paddeln. Auch ich krempelte meine Hose hoch und lief den glasklaren Fluss mit Sandbett von oben bis unten hinunter. Ari blieb bei Viki. Wieder unten angekommen, packten wir schnell unsere Sachen und gingen zurück zum Bus. Beim Rückwarts zurücksetzen, gab es irgendein Problem. Wir kamen kaum von der Stelle und die Kupplung starb… Unser Fahrer konnte nicht mehr alle Gänge durchschalten…

Wir fuhren wieder eine ganze Weile am 75-Mile-Beach entlang und wollten den „Sandhighway“ verlassen. Der Fahrer nahm Schwung, aber es reichte nicht und wir steckten im Sand fest. Es ging nicht mehr vor und mit Vollgas nur noch im Schneckentempo zurück. Nach endlosen Minuten befreite sich der Fahrer durch seine Fahrkunst aus dem weichen Sand und nahm erneut Schwung über die volle Breite des Strandes, aber auch beim zweiten Versuch blieben wir im Stand stecken. So entschied sich der Fahrer, leider den ganzen Weg, den wir bereits gekommen waren, am 75 Mile-Beach zurück zu fahren.

Am Eurong-Beach angekommen, mussten wir dann sogar noch den Bus tauschen, da diese Aktion der Kupplung den Rest gegeben hatte. Mit den paar verbliebenen Gängen würen wir unmöglich, bis zum Hotel zurück kommen. Da auch einige Tagesgäste mit der Fähre nach Fraser-Island gekommen waren und bereits am Abend wieder zurück mussten, mussten wir mit dem Ersatzbus möglichst schnell zurück nach Kingfisher-Bay.

Bevor wir ins Zimmer gingen, sprangen wir noch einmal schnell in den Pool. Im Zimmer zogen wir uns nur schnell um, um mit unseren Sandwiches von Vorabend zum Strand zu gehen. Leider verpassten wir den Sonnenuntergang, aber auch so war das ein schöner Tagesausklang.

Viki lag schon recht zeitig um 20:00 Uhr im Bett und Ari und ich packten den Koffer für die kommende Rückfahrt auf das Festland. Um 22:30 Uhr ging wieder ein sehr schöner Tag zu Ende.

30.09.2011 – Fraser Island

Donnerstag, 29. September 2011 – Rockhampton -> Fraser Island

Fahrt von Rockhampton nach River Heads/Hervey Bay. Der Verkehr wurde nicht viel ruhiger und somit war unsere Nacht recht unruhig. Wir standen um 6:15 Uhr auf und waren schon um kurz nach 7 Uhr bereit zur Abfahrt. Da Frühstück nicht inbegriffen war, machten wir uns direkt auf den Weg. Wir wollten unterwegs ein paar Brote schmieren und Obst essen. Kurz vor der Stadtgrenze tankten wir noch einmal voll. Außerdem prüfte ich sicherheitshalber noch einmal die Luft. Raus aus Rockhampton war der Bruce Highway noch immer sehr voll. Außerdem nervten die ständigen Baustellen. Da man sowieso nicht schneller als 100 fahren durfte und dazu noch viel Schwerlastverkehr unterwegs war, ging es eh recht langsam voran.

Eigentlich wollten wir unterwegs eine Pause machen. Viki musste aber nicht pullern und ich wollte nicht noch einmal sämtliche LKW überholen, obwohl ich ehrlich gesagt gut einen Kaffee hätte gebrauchen können. Dazu kam noch, dass es ziemlich bewölkt war und wir auch keinen lohnenswerten Halt in der Nähe des Highways ausmachen konnten. Eigentlich ging die Einöde vom Vortag stufenlos weiter. Rechts im Hintergrund konnte man die Great Dividing Range ausmachen und auf der linken Seite reines Weideland oder Eukalyputshaine, die entweder grün oder verbrannt waren. Somit waren wir bereits um 11:00 Uhr in der Nähe von Bundaberg. Eigentlich wollte ich mir Bundaberg gerne anschauen, aber dass wäre mindestens eine Stunde mehr Autofahrt gewesen. Da wir aber die Fähre um 15:30 Uhr unbedingt erreichen wollten, fuhren wir direkt über den Bruce Highway und vorbei an Bundaberg. Somit kamen wir bereits um 12:25 Uhr in River Heads an. Mittlerweile standen über 2000 Kilometer auf dem Tacho!

Der Bus für die 12:30 Uhr Fähre wartete noch und der Gepäckwagen war auch noch nicht weg. So beeilten wir uns und konnten unseren Koffer und die Reisetasche mit auf den Gepäckwagen für die nächste Fähre aufgeben. Super! Der Fahrer trieb uns zur Eile an. Während Ari noch die Formalitäten erledigte, packte ich im Auto noch die Rucksäcke. Dann die entscheidende Frage, wo wir das Auto parken müssten. Da wir unseren Mitwagen gerne im Sicherheitsbereich parken wollten, sagte uns der Fahrer, dass er leider nicht mehr länger auf uns warten könne, da die Fähre eigentlich schon hätte ablegen müssen. Somit fuhr das Gepäck auf die Insel und wir mussten noch 3 Stunden warten 😦

Dann fing es auch noch an zu regnen. Na super, dass klappte ja wieder mal spitzenmäßig. Damit hatten wir jetzt genug Zeit noch einmal genau zu überlegen, was wir mitnehmen wollten. Ari schmierte Brote und danach holten wir uns zwei Coffee2Go für 8 Dollar. Dazu noch die Parkgebühr für 2 Nächte über 30 Dollar. Man ist Australien teuer geworden! Danach hingen wir noch ein bisschen im Auto ab, bis wir endlich mit dem Bus zur Fähre gebracht wurden.

Mittlerweile klarte der Himmel wieder auf und die Sonne kam durch. Es war nur ziemlich windig. Von der Fähre aus konnten wir einen Delphin ausmachen… Die Überfahrt genossen wir mit tollen Blicken auf die immer näher kommende Sandinsel Fraser Island. Auf der Insel angekommen, wurden wir mit dem kleinen Inselzug zum Hotel gebracht. Was soll ich sagen; eine wunderschöne Anlage. Das Beste, was wir auf diesem Urlaub bisher gesehen hatten. Aber hier können sicher die Fotos mehr sagen, als eine Beschreibung mit Worten.

Nachdem wir das Zimmer inspiziert hatten, machten wir noch einen Spaziergang durch die Anlage. Es war super windig. Trotzdem machten wir einen langen Spaziergang am Strand entlang, bis zum Sonnenuntergang. Ich machte tolle Fotos und Viki hatte Ihren Spaß beim Turnen auf dem Strandgut.
Nachdem die Sonne untergegangen war, machten wir uns auf den Rückweg und schauten, was es so bei der Sand Bar zu futtern gibt. Die Preise waren für die Lage und für Australien insgesamt recht „günstig“ und so orderten wir für 28 Dollar einen Beefburger mit Beilage, einmal Chicken-Pastrie mit Beilage und eine Bowl of Wegdes mit Sour-Creme und Sweet-Chili Sauce. Die Portionen waren riesig und so blieb die Hälfte der Kartoffelecken übrig und eigentlich hätten wir die gar nicht mehr gebraucht.

Dann machte Viki ein wenig Stress, weil sie unbedingt Billard spielen wollte. Sie war aber auch total müde, da sie den ganzen Tag über kaum geschlafen hatte. Trotzdem hatte sie die Fahrt aber fast ohne Murren über sich ergehen lassen. Ein tapferes Mädchen 🙂
Nach dem Essen gingen wir mit ihr noch einmal auf den Spielplatz. So konnte sie noch ein bisschen klettern, bevor wir durch die Rezeption schlenderten und dann wieder zurück auf das Zimmer gingen. Es war zwar noch keine 20:00 Uhr, aber der Tag war schon wieder lang genug. Außerdem stand am nächsten Tag ja der Ganztagesausflug auf dem Programm.

29.09.2011: Rockhampton -> Fraser Island

Mittwoch, 28. September 2011, Eungella NP -> Rockhampton

500 Kilometer Fahrt von Eungella nach Rockhampton liegen vor uns. Berg runter wird es immer wärmer. Start bei 14 Grad unten 22 Grad. Nach 50 Kilometern Fahrerwechsel. Mache den Garmin an. Zweites Mal tanken. Luftdruck fast OK. Leuchturm in Mackay historisch und recht klein. Kostet uns fast eine Stunde… Bei Foodworks nur Kleinigkeiten gekauft. Sandwiches für die Mittagspause. Im Auto gegessen. Erster Stopp bei den Capricorn Caves. 15 Uhr Rundgang gebucht. Echt interessant! Um 16:15 Uhr weiter in Richtung Yeppoon zum Capricorn Scenic drive. Es ist gerade Ebbe. In Kinka Beach ist der Strand so flach, dass das Wasser ca. 300 Meter zurück geht. Bis vorne hin mit Viki um die „Wette“ gelaufen. In Rockhampton bei Coles einige Lebensmittel gekauft. Um 19.00 Uhr im Hotel eingecheckt. Sind die letzten und bekommen das letzte freie Zimmer direkt zur Straße, dafür mit 5 Betten. Zu McDonalds zum Abendessen. Komplettes Gepäck umgepackt für Trip nach Fraser Island morgen. Jetzt ist es 21:30 Uhr. Viki schläft. Ari war schon duschen und ich gehe jetzt. Gute Nacht.

28.09.2011: Eungella NP -> Rockhampton

Dienstag, 27. September 2011 – Airlie Beach -> Eungella National Park

Die Nacht war wieder früh vorbei, denn heute starteten wir in den Eungella Nationalpark, wo wir hoffentlich das berühmte Schnabeltier sehen würden.
Nach dem Frühstück brachen wir gegen 7:30 Uhr in Richtung Proserpine auf. Vorher wollte ich aber unbedingt den Reifendruck hinten links prüfen. Der Reifen sah nämlich ziemlich platt aus. Und tatsächlich, an der Tankstelle bewahrheitete sich mein Verdacht: Wir hatten nur etwas über 1 Bar auf dem Reifen. Super dachte ich und machte den Reifen genauso voll wie die anderen, in der Hoffnung, dass wir uns keinen Reifenschaden eingefangen hätten. Die Fahrt ging zuerst durch unspektakuläres Farmland mit Weiden und dem allgegenwärtigen Zuckerrohr. Der Bruce Highway war zum Gähnen leer. Teilweise hatten wir kein Auto vor oder hinter uns!
Auf der rechten Seite kamen so langsam die wolkenverhangenen Höhenzüge der Clark Range in Sicht. Die ersten 100 Kilometer waren schnell abgespult. Dann verließen wir den Highway in Richtung Mariani. Die Straße wurde immer enger und teilweise hatte man das Gefühl, als ob der Teer ausgegangen wäre. Manches Mal war der geteerte Teil mal gerade eine Wagenbreite breit. Die Straße wand sich über einen Berg und die Landschaft wurde merklich grüner. In diesem Gebiet, wo das Wasser aus den Bergen in das Tal abläuft, scheinen die Straßen recht doll zu leiden, denn es gibt überall Überschwemmungsmarkierungen. Außerdem wurde an allen Ecken und Enden an der Straße geflickt. Unglaublich wie viele Menschen hier als lebende Baustellen-Ampel eingesetzt werden. Dick eingepackt in sonnendichte Kleidung steht an jedem Ende einer Baustelle ein armer Mensch, der mit einem Schild mit der Aufschrift „STOP“ und „SLOW“ den Verkehr regelt. Und auf den knapp 50 Kilometern waren es wirklich einige Baustellen, durch die wir fuhren.
Im kleinen Örtchen Finch Hatton bogen wir zur Finch Hatton Gorge ab.
Die Straße verengte sich auch hier wieder, bis sie zu einer Schotterpiste wurde. Einige Kilometer später, mussten wir sogar durch einen Fluss fahren. Für uns Abenteuer pur. Insgesamt durchquerten wir 5 Mal diesen Fluss, bis wir endlich auf der immer schmaler werdenden Schotterpiste den Parkplatz zur Finch Hatton Gorge erreichten. Es standen insgesamt nur 3 Autos dort, so dass wir den Schock der gestrigen Massenabfertigung hier wohl nicht erleben würden.
Los ging es bewaffnet mit Rucksack und Wanderschuhen in den Regenwald hinein. Links und rechts neben dem schmalen befestigten Weg wurde nicht gerodet oder aufgeräumt. Der Regenwald wuchs so, wie es ihm gefällt. Nur Bäume, die den Weg versperren würden, wurden auf Wegesbreite durchgeschnitten. Es war alles total grün. Hier wuchsen Farne, die so groß wie Bäume waren und Bäume, die an die 40 Meter Höhe erreichten. Wahnsinn! Nach ca. 45 Minuten erreichten wir eine Gabelung. Rechts ging es zu „Wheels of Fire“ und links zu den „Araluen Cascades“. Wir gingen zuerst nach rechts, bis der Weg den Fluss durchquerte. An dieser Stelle machten wir eine kurze Rast und aßen unsere mitgebrachten Erdbeeren. Nachdem ein paar Erinnerungsfotos geschossen waren, gingen wir den Weg zurück in die entgegengesetzte Richtung, bis zu den Araluen Cascades. Momentan ist die Wassermenge eher morderat. Kaum auszudenken, welche Wassermassen hier in der Regenzeit herunter donnern müssen. Man kann sich die Gewalt des Wassers kaum vorstellen, wenn tonnenschwere Felsbrocken talsabwärts gespült werden. Auch hier verweilten wir ein paar Minuten, bis wir den Weg zum Parkplatz zurück marschierten. Viki machte das ganz toll. Sie meckerte nicht und lief immer schön vorne weg. Am Parkplatz angekommen, entdeckten wir Kokaburras, komische spechtartige Vögel. Diese gaben ein gutes Fotomotiv ab. Wir gaben einem deutschsprachigen Pärchen noch den Tipp, dass sie auf dem Weg mit einem Buggy nicht allzuweit kommen würden, bevor wir mit unserem Wagen wieder die Fluß-Durchquerungen „wagten“.

Auf der normalen Straße zurück folgten wir dem Weg nach Eungella. Bereits einige Kilometer vorher wurde durch Schilder darauf aufmerksam gemacht, dass die Straße steil und kurvig ist. Und dass können wir nun auch bestätigen! Auf knapp 8 Kilometer Länge zog sich die Straße in sehr engen Kurven und mit bis 12% Steigung den Berg hinauf. Ein Traum für jeden Rennradfahrer, der gerne Pässe fährt. Wären da nicht die breiten Gitter, die des Öfteren quer über die Straße gehen und für den schnellen Abfluss des Regenwassers sorgen sollen. Nach oben wurde es immer grüner. Über den Bäumen flogen Schwärme von wilden Kakadus. Ein wirklich gewordener Traum in einem echten Paradies! Oben angekommen, bot sich ein traumhafter Ausblick über das ganze Tal. Wir hatten Glück mit dem Wetter, denn eigentlich ist Eungella für wolkenverhangene Bergkuppen und Regen bekannt. Der Name Eungella bedeutet nämlich auch genau das: Stadt in den Wolken. Wir hielten kurz an 2 Lookouts an, bevor wir weiter nach Broken River fuhren, wo wir die kommende Nacht verbringen würden. Um kurz vor 13:00 Uhr kamen wir im Broken River Mountain Resort an. Das sah sehr vielversprechend auf. Kleine Hüttchen in einem tropischen Paradies. Da Viki bei der Auffahrt eingeschlafen war, ging Ari schnell alleine zur Anmeldung. Unser Zimmer war bereits fertig und so trugen wir die kleine Süße in das neue Quartier für die kommende Nacht. Wir machten es uns mit einer Tasse Kaffee auf dem Balkon gemütlich, während Viki sich noch ein wenig ausruhen konnte. Um 14:00 Uhr machten wir sie dann wach, um noch eine Wanderung zu machen und etwas essbares aufzutreiben. Wir planten, noch einmal nach Eungella zurück zu fahren, da dort ein General Store ist. Wir stellten aber fest, dass es dort noch nicht einmal alle Grundnahrungsmittel wie beispielsweise Brot gibt. Auf Nachfrage hieß es dann: „Bread comes tomorrow again, guys“.. Als Ari dann nett nachfragte, ob es hier denn einen weiteren Supermarkt gäbe, oder wo wir diesen finden könnten, schaute und die nette Damen mitleidig an und sagte uns: „Sorry Dear, this is the only shop in Eungella. The next shop is 25 Kilometers down the road in Finch Hatton“. … und dachte so bei sich „typisch Touries“…
Da blieb für uns wohl nur der Notfallplan: Die in Bowen gekauften 5-Minuten-Terrinen, je 2 Äpfel und Orangen und eventuell noch ein paar Butterkekse würden unser heutiges Abendessen darstellen, da wir nicht bereit waren für das kleinste Nudel-Gericht 24 Dollar zu bezahlen!
Auf dem Weg zurück nach Broken River hielten wir am „Sky Windows Lookout“ an. Von hier ergaben sich wieder tolle Blicke über das Tal. Anschließend machten wir noch eine kleine Wanderung durch den Regenwald. Teilweise hatte man das Gefühl, man wäre der erste Mensch, der hier seit langer Zeit entlang geht, denn der Weg war ziemlich zugewuchert. Viki marschierte super vorne weg, bis wir nach ca. 40 Minuten an einem Schild ankamen, welches uns verriet, dass der Rückweg leider gesperrt ist. So blieb nichts anderes übrig, als den selben Weg wieder zurück zu gehen. Schade, denn der Weg war eigentlich als Rundweg ausgeschildert. Trotzdem war auch diese Wanderung total schön. Um 16:20 Uhr zurück am Auto fuhren wir wieder zurück zu unserem Zimmer, wo wir uns schnell eine lange Hosen überzogen und für Ari und Viki eine Jacke holten. Denn nun wollten wir schnell zur Playpus-Plattform. Von hieraus sollten die besten Chancen bestehen, Schnabeltiere zu beobachten. Wir waren natürlich nicht die Einzigen, aber die Anzahl an Schaulustigen hielt sich in Grenzen. Alle waren still und auch Viki hielt nach einiger Zeit den Mund. Zuerst waren nur Wasserschildkröten zu sehen, bis plötzlich unvermittelt ein Schnabeltier auftauchte. Es war nur für einige Sekunden an der Oberfläche, bevor es wieder untertauchte. Nach einigen Minuten kam es wieder kurz an die Oberfläche zurück, bevor es wieder zum Grund hinab tauchte, um nach fressbarem zu suchen. Ein echt tolles Gefühl, ein solch seltenes Tier in seiner natürlichen Umgebung beobachten zu dürfen.
Nach einigen Fotos gingen wir erst einmal wieder zurück zu unserem Zimmer, da es ziemlich frisch wurde. Im Zimmer angekommen, zeigte Ari ihre ganzen Kochkünste und kredenzte uns eine mit heißem Wasser aufgebrühte Nudelsuppe und einen Apfel. So geht es auch!
Um 20:00 Uhr gingen wir auf eine Nachterkundung mit Guide. Es war schon ein Erlebnis, im Dunklen die Wildnis von Australien zu „erforschen“. Wir waren um kurz vor 20:00 Uhr mit ca. 15 Personen los gegangen. Erst über die Brücke in Richtung Plathypus-Plattform und dann weiter in den Regenwald. Dabei entdeckten wir unter Anderem ein Wallaby, eine Eule, Enten und Wasserratten. Das Schnabeltier konnten wir auch für wenige Augenblicke noch einmal zu Gesicht bekommen. Des Weiteren wurden uns auch einige Informationen zu den hier beheimateten Baum- und Pflanzenarten gegeben. Als wir da so unter einem Rotahorn standen und erklärt bekamen, dass dieser eigentlich aus den Staaten kommt, leuchtete Ari mit ihrer Taschenlampe so auf dem Boden entlang und tippte mich plötzlich an: „Das ist doch eine Schlange oder?“: Ja, es war eine Schlange und die Frau vor uns stand mit ihrem Schuh auf dem Schwanz! Ein zarter Hinweis von Ari, ließ die Dame direkt zurück zucken. In diesem Moment erkannte auch Viki die „Gefahr“ und fing an zu kreischen. Miles (unser Guide) kam zu uns rüber und verscheuchte die Schlange mit einer kurzen Erklärung, dass es sich dabei um eine Whipesnake handelte. Auf meine Nachfrage, sagte er, dass die Whipsnake giftig sei, aber keinen Menschen töten könnte. Diese Schlange würde ihren Namen durch ihre Schnelligkeit bekommen haben…
Viki beruhigte das natürlich ganz und gar nicht. Und das einzige Thema, dass sie noch hatte, war die 12 Meter lange Schlange 😉 Danach war sie so erschöpft, dass wir sie für den Rest der Tour tragen mussten. Der Guide entschuldigte sich noch, dass wir nicht mehr Tiere sehen konnten, aber es ist halt Natur und kein Zoo!
Im Zimmer angekommen, konnten wir Viki direkt ausziehen und ins Bett verfrachten, wo sie nach ungefähr 2 Minuten fest einschlief.

27.09.2011: Airlie Beach -> Eungella Nationalpark