Kaunertaler Gletscherkaiser

Donnerstag, 25.6.15 – Kaunertaler Gletscherkaiser

Da wir ca. 1 Stunde Anfahrt zum Startort Feichten hatten, standen wir schon um 6.00 Uhr auf. Das frühe Aufstehen lohnte sich, da wir aus unserem Zimmer im Alpenhof einen herrlichen Sonnenaufgang über den Schweizer Alpen sehen konnten.

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Nach dem Frühstück starteten wir um 6:45 Uhr in Richtung Feichten. Dort angekommen gingen wir direkt zur Anmeldung. Die Fakten zum Kaunertaler Gletscherkaiser waren für mich ziemlich eindrucksvoll. 51 Kilometer mit 2000 Höhenmetern, die bis auf den Kaunertaler Gletscher auf 2750 Meter Höhe führen. Da die ersten 12 Kilometer nur bergab gehen, werden diese Höhenmeter allerdings auf 39 Kilometer Strecke überwunden. Zusätzlich gibt es ein Zeitlimit von 3,5 Stunden für die komplette Strecke. Als Ziel hatte ich mir eine Zeit unter 3 Stunden gesetzt. Aber um so näher der Start rückte, umso mehr zweifelte ich daran, mein gesteckte Limit einzuhalten.

Hier war es noch ziemlich ruhig, so dass wir bei der Ausgabe der Startunterlagen nicht warten mussten. So blieb noch ein wenig Zeit für einen Kaffee, bevor wir die Räder und uns präparierten. Es war noch ziemlich frisch und da die ersten 12 Kilometer von Feichten bis Prutz erst einmal nur bergab gingen, entschieden wir uns für Arm- und Beinlinge.

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Um kurz nach 9 Uhr stellten wir uns in die Startaufstellung. Allerdings meinte Tobi, dass das Starterfeld um einiges kleiner wäre, wie im letzten Jahr. Auch ich wunderte mich, dass es sich um kaum mehr als 200 Starter handelte… Um 9.30 Uhr starteten wir dann hinter dem Führungsfahrzeug neutralisiert in Richtung Prutz. Trotz des kleinen Starterfeldes waren die ersten Kilometer ziemlich nervös, da es teilweise mit mehr als 9% bergab ging. Glücklicherweise war die Abfahrt gesperrt, so dass genügend Raum für Ausweichmanöver da war.

In Prutz angekommen wurde die Neutralisation aufgehoben. Über Faggen und Kauns ging es in den Anstieg und wir erreichten sofort eine Steigung von mehr als 10%. Es dauerte nicht lang, da konnte man die Führungsguppe um Stefan Kirchmair bereits nicht mehr ausmachen. Aber auf solchen Rennen wäre es fatal sich an den schnellen Fahrern zu orientieren. So fuhr ich komplett mein eigenes Tempo. Kurz hinter Kauns kamen wir zurück auf die Straße in Richtung Feichten. Zusammen mit einem Tiroler fuhr ich in schnellen Wechseln auf eine kleinere Gruppe auf und so konnten wir auf einem flacheren Teilstück bis zur Mautstation ein wenig Tempo machen. Die Mautstation war nach einer knappen Stunde erreicht und somit lag ca. die Hälfte der Strecke, aber erst 25% der Höhenmeter hinter mir.

Nach der Mautstation zog die Steigung dann allmählich wieder an und wurde schnell wieder zweistellig. Ich ließ die Gruppe ziehen und fuhr wieder mein eigenes Tempo. Auf den nächsten 8 Kilometern überwanden wir weitere 25% der Höhenmeter. Gerade die letzten 2 Kilometer über Kehren hinauf zur Staumauer der Fagge waren mit bis zu 15% sehr steil. Oben angekommen, fuhr ich an der Verpflegungsstelle vorbei uns versorgte mich auf den nächsten Kilometern mit Gels und Riegeln Auf den nächsten 6 Kilometer konnte ich ein wenig ausruhen, da es entlang des Staussee nur unbedeutende Wellen zu überwinden gab. Das bedeutete jedoch auch, dass sich die verbleibenden 1000 Höhenmeter auf ca. 10 Kilometer der Strecke konzentrieren würden.

Nach ca. 1:40 Stunde erreichte ich das Ende des Staussees und nun wurde es richtig gemein. Über zig Kehren wand sich die Straße im zweistelligen Prozentbereich nach oben. Mit starrem Blick auf meinen Garmin zählte ich fast die Höhenmeter rückwärts. Als Stefan Kirchmair sich nach 2:04 Stunden zum Gleitscherkaiser krönen ließ, war ich noch ca. 5 Kilometer und 550 Höhenmeter vom Ziel entfernt… Ich benötigte für diese Strecke dann noch weitere 38 Minuten, bis auch ich den Zielbogen durchfuhr. Unterwegs hätte ich nie geglaubt, dass ich soweit unter 3 Stunden ins Ziel kommen würde.

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Da es hier oben ziemlich frisch war, zog ich mir ein trockenes Trikot an und wartete auf die Ankunft von Tobias, der das Ziel nach 3:10 Stunden erreichte.

Immerhin konnte ich mich damit in einem sehr starken Starterfeld in der Gesamtwertung damit auf Platz 98 von gesamt 166 Startern platzieren. In der Wertung AK wurde ich 32. von 50 Fahrern… Ich persönlich war damit sehr zufrieden, da es einen immensen Unterschied macht, ob man regelmäßig in den Alpen oder „nur“ im Harz trainieren kann. Nach einer großen Portion Pasta und einem alkoholfreien Hefe machten wir uns für die Abfahrt bereit. Auf dem Weg nach unten nahmen wir uns Zeit für ein paar Fotostopps und genossen die tolle Landschaft.

Ein Kommentar zu “Kaunertaler Gletscherkaiser

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