Tour de Energie 2015 – Kurz und knapp…

Die Wettervorhersage machte bereits deutlich, dass wir wohl auch in diesem Jahr nicht trocken nach Göttingen zurückkehren würden. Aus Block A startend ging es in einem hoch nervösen neutralisierten Pulk bis zum Rosdorfer Kreisel. Auf der feuchten Straße kamen die ersten bereits schon auf dem Weg dort hin fast zum Sturz. Also hieß es Abstand halten. Nachdem das Rennen freigegeben wurde, wurde das Tempo sogleich heftig forciert, aber es dauerte nicht lang, bis das ganze Feld wieder abrupt abgebremst wurde. Die ersten Stürze folgten und auch das Bersten von Carbon konnte man hören.

Das Feld zog sich dann glücklicherweise auf dem leicht ansteigenden Stück in Richtung Deiderode. Ich konnte immer im Blickkontakt mit der Spitze bleiben, bis zur Überfahrt der A7 in Richtung Meensen. Die Rampe in Meensen kostete einige Körner und ich war froh auf der nachfolgenden Abfahrt ein wenig verschnaufen zu können. Auf der Abfahrt nach Hann-Münden war es im Gegensatz zum letzten Mal trocken. Scheinbar gab es trotzdem einige harte Stürze, da am Rand mehrere Personen am Boden saßen… In Hann-Münden fand sich eine große Gruppe in der ich in zügigem Tempo bis Hemeln mitschwimmen konnte. Der Himmel zog sich bedrohlich zu. Auf der Anfahrt zum Bramwald wurde die Straße merklich nasser, und auf dem Weg zur Kuppe begann es leicht zu regnen. Das Feld zog sich immer mehr auseinander und so fuhren die meisten nur in kleinen Grüppchen schweigend bergauf. Ich konnte einen der noch drei vor mir fahrenden Benotti-Team-Fahrer überholen, der Tempo am Berg rausnahm. Somit fuhr ich hinter den nicht mehr einholbaren Nils und Thomas, die sicher weiter in der Führungsgruppe ein Wörtchen mitredeten…

Es kam dann wie befürchtet. Bereits auf der Abfahrt durch Löwenhagen wurde der Regen stärker und ab Güntersen schüttete es. Es sammelte sich wieder eine recht große Truppe, jedoch sank so das Tempo in Richtung Dransfeld. Dieses Mal forcierte ich das Tempo nicht so wie im letzten Jahr, wo die meisten einfach nur versuchten, kräfteschonend am Hohen Hagen anzukommen, sondern blieb unauffällig im Feld. Das kostete sicher die ein oder andere Minute…

Die Auffahrt zum Hohen Hagen mussten wir dann in strömendem Regen hinter uns bringen. Als der Bergsprint am Fuße des Hohen Hagen eingeläutet wurde, waren die Beine schon ziemlich leer und trotzdem konnte ich meine Zeit um fast 20 Sekunden verbessern. Ich erreichte die Zeitmatte nach 8:36. Kurz überlegte ich, ob ich für die Abfahrt die Windweste zumachen soll, hielt dann aber nicht an und fuhr ohne Risiko einzugehen den Hohen Hagen herunter. Auch hier lief das Wasser in großen Massen bergab. Nach der scharfen 90-Gradkurve am Ende stand das Wasser teilweise in riesigen Lachen auf der Straße. Auf der langen Geraden in Richtung Jühnde fuhren vereinzelnd Fahrer, die scheinbar auf den Anschluß an eine Gruppe warteten. Ich erhöhte mein Tempo und fuhr eine ganze Zeit lang Führung, bis ich von hinten aufgefahren wurde und sich weitere Fahrer an der Führungsarbeit beteiligten. In einem super funktionierenden Belgischen Kreisel wechselten wie die Führung sehr schnell durch. Auch wenn sich mehr hätten beteiligen können, hielten wir das Tempo ziemlich hoch, was uns dann später auch von einem der Nutznießer dankend bestätigt wurde… Zum Regen kam ab Volkerode starker Seitenwind und zeitweise leichter Hagel dazu. Der Regen peitschte uns ins Gesicht und die Kräfte schwanden… Jetzt wurde es echt ungemütlich und wir waren froh als der Rosdorfer Kreisel in Sichtweite kam.

Plötzlich wurden dann einige weitere Fahrer aus dem Windschatten aktiv und begannen das Tempo zu forcieren. Mir war es fast egal und zum Sprint setzte ich nicht mehr an, um nicht noch kurz vor Schluß entkräftet zu stürzen…

Ich war froh, als ich nach 2:49:04 das Ziel erreichte und bereits meinen Namen vom Benotti-Zelt aus hören konnte. Am Stand dann erst einmal die Begrüßung vom Team-Chef und meiner Frau, die sofort Einzelheiten zum Rennverlauf wissen wollten. Bei einem heißen Kaffee erzählte ich von den Ereignissen auf der Strecke und war froh so schnell wie möglich aus den triefend nassen Klamotten zu kommen.

Rennergebnis:

  • Platz 254 Gesamt (Verbesserung um 160 Plätze im Vergleich zu 2014)
  • Platz 104 in der AK Master 1 (Verbesserung im 32 Plätze im Vergleich zu 2014)
  • Bergsprint Platz 280 Gesamt – 118 AK in 00:08:36 (Verbesserung um 17 Sekunden zu 2014)
  • Platz 28 für das Benotti-Team 1 (von insgesamt 172 gemeldeten Teams)

https://connect.garmin.com/modern/activity/757496887

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