Tour de Energie 2014

Bei der BENObikes-Hausmesse am Samstag hatten wir noch perfektes Wetter. Genau so hätte ich es mir auch für die TdE gewünscht, aber der Wetterbericht ließ mit 90% Regenwahrscheinlichkeit  nichts Gutes erahnen. Aber so ist es ja bereits häufiger gewesen. Einen Tag vor der Veranstaltung perfektes Wetter und am Veranstaltungstag wird es ungemütlich… Aber so schlimm sollte es zum Glück nicht kommen. Und außerdem wurden doch wenigstens wärmere Temperaturen als bei der Tour de Energie im letzten Jahr vorausgesagt. Also war mir warmem Regen zu rechnen 😉

Vor dem Start

Die Benottis hatten sich für 9:00 Uhr an der Sparkassen-Arena verabredet. Da ich bereits am Samstag meine Klamotten ins Auto gepackt hatte, konnte ich in Ruhe frühstücken, bevor wir gegen 8:15 Uhr zu Hause losfuhren. Bei Sonnenschein wohlgemerkt 😉 Ab Lindau wurde es nebelig und ab Nörten-Hardenberg zog es dann grau in grau zu… Um kurz vor 9:00 Uhr angekommen, gingen wir erst einmal in die Sparkassen-Arena. Dort warteten Thorsten und Sonja auf uns, die bereits seit kurz vor 8:00 Uhr in Göttingen waren. Da Lothar, die gute Seele des Benotti-Teams schon am Samstag sämtliche Startunterlagen für uns abgeholt hatte, brauchten wir uns nicht mehr in der Schlange anstellen. Auch Holli, Olli, Heiko und viele weitere Benottis waren mittlerweile angekommen und so verbrachten wir die verbleibende Zeit mit Quatschen.

Um kurz nach 10:00 Uhr machten sich die meisten so langsam in Richtung Autos auf, um die Räder zusammenzubauen und noch eine kleine Testrunde zu fahren. Die Klamottenwahl fiel schon ein wenig schwer ob Beinlinge oder nicht. Die Regenjacke steckte ich mir sicherheitshalber in die Trikottasche, stellte mir aber gleichzeitig die Frage, wie ich sie im Eifer des Gefechtes während der Fahrt übergezogen bekommen sollte… Regenüberschuhe waren natürlich bei den Wettervorhersagen gesetzt.

Nachdem das Rad fertig war und ich mich davon überzeugt hatte, dass alles korrekt funktioniert, machte ich mich auf den Weg in die Startaufstellung. Der Start der 46er-Runde erfolgte pünktlich ab 10:25 Uhr, aber ganz ehrlich bekam ich davon nicht allzu viel mit. Wir standen im Startblock A unterhielten uns noch ein wenig und als alle Startblöcke der 46er-Runde ins Rennen geschickt waren, wurde es für uns so langsam ernst. Erst rückten wir bis zur Startlinie vor, wo wir noch einmal knapp 5 Minuten warten mussten.

Endlich geht’s los!

Dann war es endlich soweit! Der Bürgermeister gab nach einem 10-sekündigen Countdown endlich den Startschuss. Es dauerte ein paar Meter, bis ich so schnell rollte, dass ich mich in die Pedale einklicken konnte. Es war eng und man musste aufpassen, dass man nicht versehentlich „einfädelt“. In der ersten Kurve gab es dann endlich etwas Platz und sofort wurde das Tempo angezogen. Bis zum Rosdorfer Kreisel befanden wir uns noch in der Einrollphase hinter dem Führungsfahrzeug, welches das Tempo bis zum Rosdorfer Kreisel vorgab und nicht überholt werden durfte. Von der Sparkassen-Arena fuhren wir an der BBS und dem Göttinger Bahnhof vorbei, bevor es dann rechts ab in Richtung Rosdorf ging. Das Feld war sehr nervös und so wurde das Tempo teilweise heftig verschärft und Sekunden später musste man wieder voll in die Eisen. Wirklich anstrengend mit so vielen fremden Leuten auf engem Raum unterwegs zu sein. So gab es auch während der Einrollphase ein paar brenzliche Situationen. Ich wollte mich bloss aus allem Ärger raushalten und ließ gleich ein wenig Luft, wenn jemand in noch so kleine Lücken vor mir stieß.

Dann war der Rosdorfer Kreisel erreicht und ab ging die Post. Nach dem offiziellen Start ging das Tempo direkt auf über 50 km/h hinauf. Bloss nicht reissen lassen, hieß es nun, aber das war einfacher gesagt als getan, denn jede noch so kleine Lücke wurde aggressiv zugefahren. Ich hatte mich auf Holli fokussiert, der nur ein paar Meter vor mir fuhr. So ging es dann im riesigen Verband hinaus aus Rosdorf in Richtung Niedern- und Obernjesa bis nach Klein Schneen, wo nach knapp 20 Minuten der erste Anstieg nach Deiderode auf uns wartete. Die ersten größeren Lücken bildeten sich und auch ich musste reissen lassen. Meine Herzfrequenz zeigte eine Durchschnittsleistung von 172 Schlägen pro Minute an…

Wellig ging es über Mollenfeld bis nach Atzenhausen weiter, bevor es das erste Mal nennenswert bergab ging. Auf der rechten Seite konnte ich im Schuß Richtung Barlissen aus dem Augenwinkel ein Benotti-Trikot sehen; Reifenpanne! Hoffentlich passiert mir das nicht auch, war mein erster Gedanke… Kurz hinter Barlissen waren knapp 25 Kilometer geschafft und es standen noch keine 40 Minuten auf dem Garmin. Unglaublich! Auf dem Weg nach Jühnde wurde ich von Guido eingeholt, der durch eine etwas vorsichtigere Fahrweise bergab leicht den Anschluss an die Gruppe verloren hatte. Und so fuhren wir gemeinsam in die nächste Steigung hinein. So langsam hatte ich meinen Puls wieder unter Kontrolle. Kurz vor Jühnde konnten wir kurz vor uns einen weiteren gelben Benotti-Helm in der Gruppe ausmachen und so forcierten wir das Tempo. Direkt vor uns konnten wir die ersten Regenschauer ausmachen und es dauerte auch nicht mehr lang, bis die Straße langsam nass wurde.

Bis nach Meensen war nun etwas Erholung angesagt, bevor mitten im Ort eine enge Rechtskurve mit anschließender kurzer aber knackiger Steigung zu fahren ist. Auf die plötzliche Verringerung der Geschwindigkeit vorbereitet, schalteten wir frühzeitig herunter, um den Schwung in die Auffahrt mitzunehmen. Leider gelang das nicht jedem und so krachte es in mancher Schaltung, als die Trittfrequenz abrupt von 90 gen 0 zu sinken drohte. Als der Anstieg bei Kilometer 30 geschafft war, hatte sich das Feld neu sortiert. Nun folgte die knapp 8 Kilometer lange Abfahrt bis nach Hann- Münden. Vor dieser Abfahrt hatte ich gehörig Respekt, da wir eine längere Waldpassage durchfuhren und teilweise Blütenreste der Bäume auf der Straße lagen. So nahm ich ein wenig raus und fuhr in sicherem Abstand zu den anderen Teilnehmern. Mittlerweile war die Straße richtig nass und in Hann-Münden stand sogar teilweise Wasser auf der Straße. Ich war heilfroh, als die Abfahrt hinter uns lag. Glücklicherweise fand sich dieses Jahr gleich wieder eine passende Gruppe, in der es zügig durch die Stadt entlang der Weser bis nach Hemeln ging.

Nach knapp 50 Kilometern begann dann hinter Hemeln die knapp 6 Kilometer lange Auffahrt durch den Brahmwald, die von der Weser auf knapp 150 Meter üNN bis auf über 400 Meter hinaufführt. Bei weiterhin nassen Bedingungen zog sich die Gruppe wieder langsam auseinander.  Langsam aber stetig holte ich auf unseren Benotti Heiko auf. Kurz vor Erreichen der Kuppe forcierte Heiko das Tempo, damit wir zu einer kleinen vorausfahrenden Gruppe aufschließen konnten. Auf der Abfahrt bildete sich dann eine ca. 15 Mann starke Gruppe auf die auch Guido mittlerweile wieder aufgeschlossen hatte. Auf der 10 Kilometer langen Abfahrt über Löwenhagen und Güntersen machten wir ein gutes Tempo auf abtrocknenden Straßen. Leider funktionierte der belgische Kreisel nicht ganz optimal und so kreiselten von 15 Mann vielleicht 5-6. Die Beteiligung an der Führungsarbeit war wirklich ziemlich mau und so kam es dann auch, dass nachkommende Gruppen bis nach Dransfeld aufschlossen. Die ständige Führungsarbeit machte sich dann am Hohen Hagen bemerkbar. Im „Schneckentempo“ kroch ich den Berg hinauf und musste Heiko und Guido ziehen lassen. Endlich oben angekommen, konnte ich glücklicherweise auf die beiden aufholen, da Heiko noch seine Weste anzog und Guido auf der Abfahrt wieder ein wenig rausnahm. Wir hatten Glück, dass die Straßen noch trocken waren. Nur knapp 20 Minuten später sollte sich die Abfahrt bei einsetzendem Regen für den ein oder anderen als Ende der Tour de Energie erweisen…

 

Vom Hohen Hagen, der mit knapp über 500 Metern der höchste Punkt der Tour de Energie ist, machten wir auf den letzten 25 Kilometern nun richtig Tempo und es bildete sich wieder eine ca. 20 Mann starke Gruppe. Aber genau wie im letzten Jahr, versuchten viele auf den letzten Kilometern Körner zu sparen. Und so beteiligten sich wieder 5-6 Mann an der Führung, während sich die anderen im Windschatten versteckten. In zügigem Tempo passierten wir noch einmal Jühnde bevor es über Volkerode dem Ende entgegen ging. Auf dem Weg nach Sieboldshausen schlossen weitere „führungswillige“ Fahrer auf uns auf und versuchten einen funktionierenden Kreisel aufzubauen. Dadurch erhöhte sich das Tempo auf den letzten 10 Kilometern noch einmal.

Kurz vor Kilometer 95 dann ein Ausreißversuch von Heiko und Guido, dem ich nicht mehr folgen konnte. Glücklicherweise konnten wir die beiden aber ca. 3 Kilometer vor dem Ziel wieder stellen. Nun ließen sich auch die „Ausgeruhten“ Fahrer mal im Wind blicken und beim Überqueren der der Leine fingen die ersten kurzen Sprint-Versuche an. Ich merkte, dass meine Oberschenkel langsam zumachen wollten und hielt mich bis zum Abzweig Bürgerstraße im Windschatten auf. Auf der Zielgeraden konnte man dann auch gleich den Zielbogen sehen. Und nun ging die Post so richtig ab. Die ersten schalteten hoch und gingen aus dem Sattel. Ich wartete noch einen Moment, scherte nach links aus und gab noch einmal alles was die müden Beine zuließen. Die letzten 100 Meter wollten nicht enden, bis dann endlich die Zielmarkierung überquert war. Sofort ließ ich mich wieder in den Sattel fallen, kurz bevor die Oberschenkel zu krampfen begannen. Ich stoppte den Garmin bei 2:44:43! WAHNSINN!!! Das bedeutete eine Verbesserung von über 5 Minuten zum Vorjahr. Das konnte ich nicht fassen und drehte mich nach Heiko und Guido um, die genau in diesem Moment über die Ziellinie rollten. Ganz allein, Arm in Arm… Ein schönes Bild, dass stellvertretend für die gute Teamarbeit stand!

Danke Guido!

Danke Guido!

Nach ca. 100 Metern blieben wir stehen und klatschten erst mal ab und gratulierten uns gegenseitig zur tollen Teamarbeit. Ohne die beiden wäre es sicher nicht so gut gelaufen! Wir verließen den Zielbereich und gingen sofort in Richtung BENObikes-Stand. Auch hier gratulierten sich alle Benottis gegenseitig und auch unsere Familien waren sofort zur Stelle. Ein tolles Gefühl es geschafft zu haben 🙂 Nach knapp 20 Minuten fing es dann in Göttingen ebenfalls an zu regnen… Alles richtig gemacht, würde ich sagen!

Auch wenn das Wetter leider nicht so recht gepasst hat, war die Tour de Energie wieder ein tolles Event und ich werde auch im nächsten Jahr wieder dabei sein. Guido und ich haben uns schon zu einer gemeinsamen „Sub-2:40“ verabredet 😉

Zahlen, Daten, Fakten

Wer sich für Zahlen, Daten und Fakten interessiert, wird hier fündig. Im folgenden der Link auf die Garmin-Aufzeichnung und ein paar Diagramme.

http://connect.garmin.com/activity/488432589

 

Übersicht

Distanz: 99.32 km
Zeit: 2:44:43
Ø Geschw: 36.2 km/h
Positiver Höhenunterschied: 1,048 m
Kalorien: 2,161 cal
Ø Temperatur: 12.9 °C
Ø Leistung: 275 W
Max. Leistung: 917 W
Max Avg Power (20 min): 294 W
Verhältnis – Links/Rechts: 51/49 %
Normalized Power (NP): 294 W
Ø Trittfrequenz (Fahrrad): 87 1/min
Max. Trittfrequenz (Fahrrad): 144 1/min

 

Herzfrequenzzonen

Schwelle (1/min): 171
Zone Beschreibung Untergrenze (1/min) Obergrenze (1/min) Zeit in Zone %
Reg Regeneration 125 136 03:12 2
GA1 Grundausdauer 1 136 150 18:16 11
GA1k Grundausdauer 1 kurz 150 158 18:58 12
GA2 Grundausdauer 2 158 171 1:27:13 53
EWB Entwicklungsbereich 171 180 37:05 23

 

Leistungszonen

FTP (Watt): 250
Zone Beschreibung Untergrenze (Watt) Obergrenze (Watt) Zeit in Zone %
Reg Regeneration 0 181 46:27 28
GA1 Grundausdauer 1 181 200 06:04 4
GA1k Grundausdauer 1 kurz 200 218 06:36 4
GA2 Grundausdauer 2 218 250 14:23 9
EWB Entwicklungsbereich 250 280 16:52 10
SB Spitzenbereich 280 MAX 1:14:22 45

 

Ein Kommentar zu “Tour de Energie 2014

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