Die Ergebnisse von der Leistungsdiagnose sind da :-)

„Du hast Dich in den letzten 3 Jahren entscheidend verbessert“

Das waren die einleitenden Worte der E-Mail von Jens Claussen, die mich sehr gespannt auf die Auswertungen werden ließen!

Zuerst stellt sich natürlich erst einmal die Frage, warum überhaupt eine Leistungsdiagnose? Ist das Geld nicht aus dem Fenster herausgeworfen? So was kostet ja einiges, dafür kaufe ich mir lieber noch ein neues Teil für das Fahrrad… Solche oder andere Fragen wurden mir in der Vergangenheit schon öfter gestellt!

Und ja, man sollte schon ernsthaft daran interessiert sein, etwas über sich und seinen Trainingsstand zu erfahren.

Aber vielleicht noch einmal von Anfang an…

Ich befinde mich mittlerweile in meiner vierten Rennrad-Saison. Meine erste LD machte ich im März 2011. Da hatte ich gerade begonnen mit dem Rennradfahren. Die Ergebnisse der Leistungsdiagnose zeigten mir, dass ich mir wohl eine Sportart ausgesucht hatte, bei dem man erst auf lange Sicht Erfolge erzielen würde… Ehrlich gesagt, habe ich nicht sehr viel nach den damaligen Trainingsbereichen trainiert. Woran das lag? Zum einen fuhr ich ab Mai 2011 in einer Trainingsgruppe mit. Und jeder weiß, wie das mit dem Ego ist… Die anderen fahren schneller, also versucht man irgendwie dran zu bleiben. Ich stellte schnell fest, dass ich kaum in der Lage war, der Empfehlung zu folgen möglichst viel in meinem damals bestimmten GA-Wert von 128 bis 134 HF zu bleiben. Ich war schon stolz, wenn ich nach einer lagen Tour unter 145 bpm im Durchschnitt landete. Dann begann ich zum Ausgleich noch mit dem Laufen. Hier sah es noch viel schlechter aus. Nach einem Lauf lag die HF fast nie unter 160 bpm im Durchschnitt.  Trotzdem fühlte ich mich von Jahr zu Jahr fitter, so dass am Ende der Saison 2012 der Wunsch aufkam, beim Ötzi zu starten. Das Jahr 2013 stand dann ganz im Zeichen des Ötzis. Ich richtete mein Training komplett darauf aus merkte aber, dass sich die Trainingsbereiche ziemlich verschoben haben mussten. Also trainierte ich mehr nach Gefühl und weniger nach den alten Trainingsbereichen.

Der Ötzi lief, abgesehen vom katastrophalen Wetter, dem Sturz und der Reifenpanne zufriedenstellend. Mir war aber nach der Saison 2013 klar, dass ich nur dann weiterkommen und vor allem effizienter trainieren kann, wenn ich meinen Leistungsstand mal wieder überprüfen lassen würde. Aus diesem Grund entschloss ich mich noch vor dem Trainingslager auf Mallorca vom 16.3.-22.3.14 eine Leistungsdiagnose zu machen. Da ich bei Jens Claussen sehr zufrieden war, machte ich dort einen Termin. Wie die LD selbst gelaufen ist, kann unter hier nachgelesen werden.

Damit der Vergleich zwischen 2011 und der aktuellen LD einfacher ist, habe ich die relevanten Daten in Tabellen gegenübergestellt. Die hellblauen Spalten enthalten die Werte aus 2011 und die etwas dunkleren die aktuellen Werte. Im Anhang an diesen Artikel habe ich mit freundlicher Erlaubnis von Jens Claussen die originalen Auswertungen als PDF angehängt. Dort sind weitere Ergebnisse, wie die Auswertung der maximalen Suerstoffaufnahme etc. enthalten.

1. Vorbereitungen

Allgemeine Informationen

Tab_Allgemeine Infos

Persönliche Daten

Tab_Daten zur Person

Ruhewerte vor der Belastung

Tab_Ruhewerte

2. Leistungsdiagnose

Belastung

Tab_Belastung

Nachbelastung

Tab_Nachbelastung

Durchführung

Tab_Durchfuehrung

3. Auswertungen

Bewertung der Testergebnisse 2014

  • IANS (Individuelle Anaerobe Schwelle) bei HF 171 S/min, LAK: 4,04 mmol/l, rel. VO2: 40 ml/min/kg und 3,1 Watt/kg (79,9% der max. Leistung).
  • IAS (Individuelle Aerobe Schwelle) bei HF 136 S/min; LAK: 2,01 mmol/l,rel.VO 2:30ml/min/kg und 2,2 Watt/kg (57,8% der max. Leistung).
  • HFmax bei 187 S/min; LAK max bei 9,70 mmol/l; die Herzfrequenzreserve liegt momentan bei 137 S/min.
  • Das rel. max. Leistungsgewicht liegt, gemessen am Jahreszeitpunkt bei guten 3,9 Watt/kg (320 Watt 02:00 min gefahren).
  • Guter HF-Abbau in der Nachbelastung; der Laktatwert hingegen war nach 5 min aktiver Erholung bei 120 Watt kaum abgesunken.
  • Rel. VO2 max bei 45,90ml/min/kg und HF 185 S/min erreicht (im Stufentest ermittelt) liegt im Normbereich ausdauertrainierter Männer gleichen Alters mit vergleichbaren Voraussetzungen.
  • Maximal 30% Fettstoffwechselaktivität unter Last; ab HF 162 S/min muss die Energiebereitstellung vermehrt über den anaeroben Kohlenhydratstoffwechsel abgedeckt werden.

Tab_Auswertungen

VO2max

Tab VO2max

Fixe und variable Schwellen

Tab_Schwellen

4. Empfohlene Trainingsbereiche

Relative Orientierung an der IANS bezogen auf die Leistung

Tab_Trainingsbereiche

Im Vergleich zur Diagnostik aus dem März 2011 zeigt sich eine signifikante Leistungssteigerung in allen Bereichen mit durchweg positiven HF-und Laktat-Anpassungen und einer deutlich verbesserten Fettstoffwechseltätigkeit (siehe dazu: Leistungsvergleich in Watt/kg an IAS und IANS sowie im Maximallastbereich!). Das Training in der Vergangenheit war messbar ein Erfolg! Von nun an sollte konsequent mit den individuell ermittelten Trainingspuls-und Wattbereichen trainiert werden, um eine weitere Leistungssteigerung errreichen zu können! Aufgrund der guten aeroben Kapazität sollten im Trainingslager auf Mallorca schon vermehrt intensive Einheiten mit Kraftanteilen eingebaut werden!

5. Fazit

Beim Training gibt es ein schönes Sprichwort: „Du kannst beim Training nicht alles richtig machen, aber versuche möglichst wenig falsch zu machen!“

Scheinbar habe ich mit dem Training nach Gefühl nicht allzuviel verkehrt gemacht. Aber ich bin sicher, dass ich mit den neuen Werten und der Leistungsmesskurbel noch mehr richtig machen kann! Auf ins Training! 🙂

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