Tour de Energie 2013

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Eigentlich frage ich mich, was ich schreiben soll. Vom Rennen selbst habe ich nämlich nicht allzuviel mitbekommen… Aber so ein bisschen fällt einem ja meist beim Schreiben ein…

Als der Wecker klingelte, war ich heil froh! Geschlafen hatte ich schon länger nicht mehr. Aufregung pur! Ein Startplatz in Block A; mit den Schnellsten der schnellen; und ich mittendrin… Was würde mich wohl erwarten? War mein gestecktes Ziel zwischen 3:00 und 3:15 Stunden zu fahren überhaupt zu erreichen? Ist ja schließlich die erste richtige Rennveranstaltung an der ich teilnehmen würde und sicher nicht vergleichbar mit einem RTF…

Aber egal; angemeldet ist angemeldet. Und so hieß es dann um 6:45 Uhr aufstehen und ab ins Bad. Ari „wollte“ mich begleiten und so frühstückten wir gemeinsam. Um 7:45 Uhr war das Auto gepackt und es konnte endlich in Richtung Göttingen losgehen. An der Sparkassen-Arena angekommen, war schon reges Treiben zu beobachten. Wir waren mit Thorsten und Sonja verabredet, die wir im letzten Jahr auf Mallorca kennengelernt hatten. In der Halle war der Bär los. Die Schlange für das Frühstück langte bis aus der Halle raus. Die Zeit verging durch Quatschen mit den Benotti-Jungs recht schnell.

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An Essen wollte ich zu diesem Zeitpunkt nicht denken und so gesellten wir uns zu Thorsten und Sonja. Ein bisschen quatschen und die Zeit rumbekommen und irgendwie die Nervosität verdrängen…Um 9:45 Uhr trabten wir dann so langsam zu den Autos, um die Räder startklar zu bekommen. Kurz vorher der Gang auf’s Klo. Schon komisch als Mann vor einem Klo warten zu müssen 😉

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Nachdem das Fuoco Team dann zusammengebaut und der Reifendruck sicherheitshalber ein weiteres Mal geprüft war setzten wir uns in Richtung Start in Bewegung. Hier trennten sich dann erst einmal unsere Wege. Thorsten startete aus Startblock G, Benotti-Team 4 mit Michael, Markus und Uwe in C und ich in A. Die anderen Benotti-Team-Fahrer hatte ich bisher noch nicht kennengelernt, aber das wurde schnell nachgeholt.

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Dann erfolgte um 10:30 Uhr der Start der 46er-Gruppe und mit ein wenig Verspätung um 10:48 Uhr dann auch für uns.

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Die ersten 3 Kilometer bis zum Rosdorfer-Kreisel wurde im geschlossenen Verband gefahren, bevor der Fliegende Start erfolgte. Man merkte vielen die Nervosität an, denn die Gruppe fuhr sehr unruhig. Es kam immer wieder zu heftigen Bremsern. Hoffentlich geht das bloß gut… Am Rosdorfer-Kreisel hieß es dann Stoff geben. Der Puls raste auf über 190 hoch. Ups watt’n datt – oder ist das vielleicht gar nicht meiner? Muss wohl die Aufregung sein. Über die ersten Kilometer von Rosdorf über Obernjesa und Klein Schneen war noch immer eine gewisse Nervosität in der Gruppe zu spüren. Immer wieder kam es zu heftigen Anbremsern, die in einem Fall sogar zu einem Sturz führten. Immer schön raushalten…

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Nach knapp 11 Kilometern erreichten wir vor Deiderode die erste nennenswerte Steigung, an der ich mich dann so das erste Mal fragte, wann es endlich vorbei sein würde. Mein Puls war heftig hoch, aber von den Beinen her lief es perfekt. Die ersten größeren Löcher entstanden im Hauptfeld. Ich konnte in einer Gruppe mit 30 Leuten gut mithalten. Bis Kilometer 30 fuhren wir gemeinsam durch welliges Gelände, bevor wir hinter Meensen in knapp 8 Kilometern von 400 auf 120 Höhenmetern nach Hann. Münden hinab rauschten. Ich hatte ein ziemlich hohes Tempo drauf und nur ein weiterer Fahrer folgte mir bei dem Versuch zur nächsten Gruppe zu springen. Die Aktion dauerte dann auch durch ganz Hann. Münden, aber wir wechselten schön die Führung durch. An einem kleinen Anstieg schafften wir dann nach ca. 5 Kilometern den Anschluss an eine kleinere Ausreißergruppe von ca. 10 Fahrern. Das Tempo passte ganz gut und so konnten wir in der größeren Gruppe bis Hemeln ein wenig ausruhen.

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Ab hier hieß es dann wieder klettern. Innerhalb der nächsten 6 Kilometer überwanden wir ca. 250 Höhenmeter, die sich jedoch sehr gleichmäßig hochkurbeln ließen. Die Anstrengungen machten sich bei den ersten bemerkbar. Unsere kleine Gruppe fiel am Anstieg komplett auseinander. Auf der Kuppe angekommen ließ ich wie die meisten die erste Versorgungsstelle Bramwald links liegen und stürzte mich sogleich über knappe 5 Kilometer nach Löwenhagen hinab. Ich holte auf eine 4er-Truppe auf. Durch schnelle Wechsel schafften wir es bis Imbsen auf eine große Gruppe mit knapp 20 Fahrern aufzuschließen. Hier konnte ich dann auch Ralf vom Benotti-Team ausmachen. Mit einem anständigen Tempo fuhren wir über Hühnenburg und Dransfeld dem Scharfrichter der heutigen Tour, dem „Hohen Hagen“ entgegen. Hier hieß es dann nach 71 Kilometern noch einmal richtig beißen, denn über 4 Kilometer mussten noch einmal 200 Höhenmeter bewältigt werden.

Dank der vielen Zuschauer am Wegesrand war die Fahrt aber schnell überstanden. Außerdem gab es ja einen weiteren Anreiz mit dem Mc Clean Bergsprint. Nicht dass ich mir hier Chancen ausgerechnet hätte, aber eine separate Zeitmessung am Berg mobilisierte noch einmal die letzten Energien.

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Oben angekommen, stürzte ich mich auch hier gleich wieder bergab, ohne die Verpflegungsstelle in Anspruch zu nehmen. Eine Flasche war noch mehr als halbvoll. Das würde in jedem Fall bis ins Ziel reichen.

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Auf der Abfahrt fand sich dann wieder eine schnelle Truppe, mit der wir in ständigem Wechsel schnell vorankamen. Nun waren es weniger als 20 Kilometer bis zum Ziel. Allerdings bermerkten wir ab Jühnde, dass sich nur die Spitze von 5 Fahrern abwechselte und die restlichen Fahrer nur noch „lutschten“. Trotzdem konnten wir das Tempo ziemlich hoch halten. 5 Kilometer vor Göttingen forcierten wir noch einmal das Tempo. Einige der „Ausgeruhten“ versuchten sich nach vorne zu schieben, was wir aber gut abwehren konnten und uns so ab dem Rosdorfer Kreisel weiter vorne behaupten konnten. Ralf setzte sich auf der Zielgeraden neben mich. Auf den letzten 200 Metern zogen wir noch einmal an und holten sogar noch auf einige vor uns liegende Fahrer auf. In einer für mich unfassbaren Zeit von 2:50 Stunden klatschten Ralf und ich überglücklich auf der Ziellienie ab! Eine Hammerzeit, mit der ich im Leben nicht gerechnet hätte!

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Völlig überwältigt rollte ich langsam aus und konnte nach ca. 200 Metern meine Frau und Sonja auf der linken Seite hinter der Absperrung ausmachen. Beide applaudierten und freuten sich mit mir. Am Ende der Absperrung riesiges Gedrängel. Zum Glück entdeckte ich gleich den Benotti-Stand, wo ich mein Fuoco-Team im bewachten „Parque Ferme“ abstellen konnte. Ich tauschte mich natürlich gleich mit den anderen Benotti-Fahrern aus, die sofort vom Sieg von Meik Hann durch die Hilfe von Oliver Wüstefeld auf der 46er-Strecke berichteten. Genial; die Benottis schruppen sie alle!

Nachdem auch Thorsten im Ziel angekommen war, gönnten wir uns auf der Pasta-Partie eine leckere Portion Nudeln mit Hackfleisch-Sauce und dazu ein alkohlfreies Hefeweizen.

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Für mich wie ein Sieg:

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Platzierung Klasse M1 138 von 460
Platzierung McClean Bergsprint 381 von 1744
Gesamt-Platzierung 403 von 1761

http://connect.garmin.com/activity/304666271

Distanz: 100.00 km
Zeit: 2:50:00
Ø Geschw: 35.0 km/h
Positiver Höhenunterschied: 1,144 m
Kalorien: 2,049 cal
Ø Temperatur: 9.8 °C

Höhenprofil der 100er-Strecke:

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Die tollen Bilder auf der Strecke sind von sportograf. Eine tolle Galerie mit weiteren Impressionen können unter folgendem Link angeschaut werden: http://www.sportograf.com/bestof/1947/index.html

Ein Kommentar zu “Tour de Energie 2013

  1. Pingback: Tour de Energie 2014 | project20

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