10. Biketour zum Mittelpunkt der Erde im Erlebnisbergwerk Sondershausen

Heute war es endlich soweit: Ich hatte mich mit meinen Kollegen Sebastian und Alexander für die 10. Biketour zum Mittelpunkt der Erde im Erlebnisbergwerk Sondershausen angemeldet und freute mich schon seit langer Zeit auf diesen Tag. Zum Glück war die Bronchitis von letzter Woche so gut wie überstanden. Leider wollte niemand aus unserer TG-LaPeKa Radsportgruppe an diesem Event teilnehmen.

Google-Maps gab als Anreisedauer 1:20 Stunde vor. Also verließ ich um 6:20 Uhr das Haus. Lieber kein Risiko eingehen und ein bisschen früher da sein… Das Auto hatte ich bereits gestern Abend gepackt. Natürlich war ich wie immer viel zu früh da und meldete mich schon um 7:30 Uhr an. Einige waren bereits da und es wurde auch langsam voll auf dem Parkplatz. Ich zog mich direkt am Auto um. Das Thermometer sagte knappe 4 °C Außentemperatur an, so dass ich meine Entscheidung kurz/kurz zu starten überdachte und wenigstens Armlinge und die Windjacke überzog.

Erlebnisbergwerk Sondershausen

Als mein Bike und ich dann endlich präpariert, die Lampe montiert und der Garmin eingestellt war, trudelte kurze Zeit später auch Sebastian ein. Nach einer kurzen Begrüßung schälte er sein Bike aus seinem Beetle und begann mit der Montage. Mir war ziemlich kalt und so half ich ihm und schickte ihn anschließend zur Anmeldung.

Sebastian baut sein Rad zusammen

Alexander war noch nicht da und die ersten Biker fuhren schon in den Schacht ein. Ich rief ihn an und nach zwei Mal klingeln ertönte seine entspannte Stimme. Auf meine Frage, wo er denn gerade steckt, antwortete er „Noch im Hotel!“… OK, dachte ich, da habe ich wohl was verpasst! Er fuhr fort: „Ich wollte etwas später losfahren…“

Na gut. Somit war klar, dass Sebastian und ich erst einmal alleine in den Schacht einfahren würden. Wir stellten uns in der Schlange an und erzählten mit den anderen Wartenden. Unter ihnen war ein Cyclocrosser, dessen Rad erst einmal bewundert wurde. War halt schon ziemlich exotisch im Kreis der ganzen Mountainbiker.

Des Deutschen liebste Beschäftigung...

Nach ca. 20 Minuten waren wir dann an der Reihe. Wir konnten uns das Einsteige-Szenario eine zeitlang anschauen. Der Fahrstuhl war doppelstöckig. In jede Etage passten 5 Leute mit Ihren Rädern. Echt „kuschelig“… Die Fahrt hinunter auf 680 Meter unter Tage dauerte nur wenige Minuten und war ganz schön zugig.

Bitte einsteigen

Unten angekommen schlug uns eine angenehme Wärme entgegen. Ich hatte keine Vorstellung davon, was mich nun erwarten würde. Als der Vorhang des Fahrstuhls geöffnet wurde, blickten wir in einen riesigen hell ausgeleuchteten Gang, in dem ein riesiger Startbogen aufgebaut war.

Warten auf den Start

Es war kurz vor 9.00 Uhr und so hatten wir noch ein wenig Zeit uns zu orientieren. Ein Sprecher versorgte uns mit den wichtigsten Informationen und wies noch einmal auf die Gefahren hin und betonte, dass es sich um keine Rennveranstaltung handeln würde.

Warten auf den Start

Warten auf den Start

Um 9.00 Uhr war es dann endlich soweit und die Strecke wurde freigegeben. Nachdem wir den Startbogen passiert hatten, ging es nach einer Linkskurve richtig bergab. Die meisten gaben direkt richtig Gas. Die Abfahrt hatte es in sich! Die Beschaffenheit des Bodens änderte sich teilweise von Meter zu Meter von glatt auf feines, loses Salz. PS: Vielen Dank an Bernd von Benobikes für den hervorragenden Tipp zur richtigen Beleuchtung 😉

Kein Schnee...

Also beschlossen wir, es erst einmal ruhig angehen zu lassen. Unten angekommen, ging es auch gleich unvermittelt wieder bergauf mit bis zu 15 %! Bereits in der ersten Runde sah man den ein oder anderen schieben…

Höhenmeter unter Tage

Nach dem ersten Anstieg bemerkten Sebastian und ich unsere unterschiedlichen Leistungsstände und so beschlossen wir, dass es wohl besser wäre, wenn jeder sein eigenes Tempo fahren würde. Auch mir machte das trockende Klima und die staubige salzige Luft ein wenig zu schaffen. Einen maximalen Puls von 185 habe ich schon lange nicht mehr gehabt…

Im Scheinwerferlicht konnte man die in der Luft schwebenden Salzpartikel erkennen, die man ohne die hohe Temperatur auch gerne für Schneegriesel hätte halten können. Schon jetzt hatte ich das erste Mal einen trockenen Mund.

Kein Schneegriesel, sondern Salzpartikel in der Luft bei knapp 25 °C.

Auf Bildern schlecht zu sehen, hier einer der Anstiege mit bis zu 15% Steigung.

Nach ca. anderthalb Runden bemerkte ich dann, dass ich vergessen hatte, meinen Garmin zu starten, was mich ziemlich ärgerte. Nach der ersten kompletten gemessenen Runde, wunderte ich mich dann ein wenig, dass mein Garmin nur 3,4 Kilometer und nicht wie angegeben 5,27 Kilometer anzeigt. In meiner vierten Runde überholte ich Sebastian das erste Mal. Wir beschlossen wieder ein Stück gemeinsam zu fahren und dann erst mal eine kurze Pause am Start einzulegen. Mit jeder Runde änderte sich die Bodenbeschaffenheit. Die glatten Stellen wurden immer glatter und die losen Bereiche immer tiefer. In einer scharfen Rechtskurve passierte es dann. Mir rutschte das Vorderrad beim Anbremsen weg und ich stürzte in der Kurve auf die rechte Seite. Als der Schreck verdaut war, ging es mit leichten Schürfwunden am rechten Schienbein, schmerzendem Handgelenk und Schulter aber direkt weiter. Somit war ich für den Rest des Tages gewarnt…

Am Start angekommen, versorgten wir uns erst einmal mit Getränken. Auch Alexander war endlich da und wir brachten ihn auf Stand. Wir fragten den Streckensprecher nach der genauen Streckenlänge. Er wußte es ziemlich genau: 3,3124 Kilometer. OK, dann hatte mein Garmin ja doch recht. Die Strecke musste wohl aus Sicherheitsgründen kurzfristig verkürzt werden.

Nach unserer Pause starten wir gemeinsam bis zur ersten Rampe, von wo aus jeder wieder sein eigenes Tempo fuhr. Mit jeder weiteren Runde, wurde die Salzkruste auf Armen und Beinen immer dicker und der Flüssigkeitsbedarf zwang noch einmal zum Nachtanken 😉

Am Ende meiner 10. Runde war ich eigentlich mit meinem Soll durch. Am Start traf ich dann auf Sebstian, der gerade seine 8. Runde beginnen wollte. Also beschlossen wir, eine letzte Runde  zusammen unter die Räder zu nehmen, um noch ein paar Bilder zu machen. Wir warteten, bis auch Alexander am Start ankam, der dann mit uns auf seine 5. Runde ging.

Am Ziel angekommen, war es kurz kurz vor halb Eins und viele hatten den Schacht bereits wieder verlassen. Auch wir holten unsere Urkunde und unseren Pokal in Form eines Steins aus dem Bergwerk ab und machten uns in Richtung Fahrstuhl auf.

Schöne Erinnerung an ein geniales Event

Ca. 10 Minuten später kamen wir wieder an der Oberfläche an. Es regnete, was uns alle vor ein kleines logistisches Problem stellte, denn niemand wollte seinem Bike so richtig Wasser auf die Salzkruste zumuten. Aber es ging nicht anders. Also hieß es schnell zum Auto und das Bike verstauen. Nach kurzer Verabschiedung ging jeder seiner Wege. Ich war froh, als ich im warmen Auto sitzen und die Heizung anstellen konnte. Zu Hause angekommen, erzählte ich vom Erlebten, ging anschließend duschen und als es endlich aufhörte zu regnen, wurde das Bike gründlich von der Salzkruste befreit.

Fazit: Eine absolut geniale Veranstaltung, die mich bestimmt im nächsten Jahr wiedersehen wird. Dann vielleicht mit Beteiligung der TG LaPeKa ;-?

Ein paar Daten:

  • 11 Runden à 3,3124 Kilometer
  • 36,5 Kilometer
  • 1102 positive Höhenmeter auf einer Höhe von -680 Meter bis -775 Meter
  • Fahrzeit: 2:34
  • Durchschnittstemperatur: 21,2 °C
  • 160 Teilnehmer

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Seite des Veranstalters SC Impuls