Rennrad – Mallorca – Can Picafort – Sa Calobra = GEIL!!!

500 Rennrad-Kilometer und über 5000 Höhenmeter auf Mallorca. Aber das absolute Highlight war die Fahrt nach Sa Calobra. Alleine auf dieser Tour gab es über 2000 Höhenmeter in der Sierra de Tramuntana zu überwinden. Von 0 üNN in Can Picafort ging es über mehrere kleine Wellen ab Selva auf knapp 700 Meter hoch. Dann kam die absolut geile Abfahrt über 10 Kilometer in die Bucht von Sa Calobra. Nach einer kurzen Pause, hieß es dann auf gleichem Weg wieder zurück. 10 Kilometer nur bergauf und das bei knapp 30 Grad. Ein Muss für jeden Rennradfahrer. Zur Erhaltung der Motivation mußte ich diese Tour allerdings nicht alleine bewältigen. Ich wurde am Pool einige Tage zuvor von Thorsten angesprochen, der mich in Radklamotten gesehen hatte. Ich erzählte ihm, das ich mein Rad bei Hürzeler geliehen hatte und bot ihm an, dass wir mal eine Tour zusammen fahren könnten. Gesagt getan; Wir trafen uns heute morgen um 8 Uhr zum Frühstück und saßen um 8:30 Uhr auf den Rädern. Ich übernahm die Führung und wir fuhren mit einem angenehmen 30er Schnitt durch die wellige Landschaft in Richtung Sa Pobla. Der erste kleine Verfahrer ließ nicht lange auf sich warten, aber nach knapp 200 Metern befanden wir uns bereits wieder auf dem richtigen Weg.

In Sa Pobla schaute ich zur Sicherheit noch einmal kurz auf die Karte und weiter ging es nach Búrger, einem kleinen Dorf auf einer Erhöhung mit den für Mallorca typischen engen Gässchen, die allesamt Einbahnstraßen sind. Knapp 3 Kilometer weiter überquerten wir die Autopista und durchfuhren Campanet. Von hier aus wurde die Straße erst einmal super schlecht. Zum Glück war es nicht mein eigenes Rad… Im Hintergrund konnte man bereits das tolle Panorama der Sierra de Tramuntana bewundern. Die Strecke wurde langsam immer welliger und ab Selva ging es dann zur Sache. Acht Kilometer mit einer durchnittlichen Steigung von 5% lagen vor uns. Die Strecke ließ sich jedoch dank eines super Asphalts sehr gut befahren und bei einem kleinen Plausch fanden wir uns schnell auf dem ersten Bergrücken auf 576 Metern wieder. Von hier aus zweigte dann die Route zum Kloster Lluc und im weiteren Verlauf nach Pollenca in Richtung Tal ab.

Die Vorfreude auf die Serpentinen von Sa Calobra wurde immer größer. Von 600 Metern fiel die Strecke über mehrere kleine Wellen wieder auf unter 500 Meter ab. 12 Kilometer vor dem Ziel hieß es dann noch einmal „klettern“. 220 Höhenmeter auf 2 Kilometer ohne wirklichen Schatten waren ziemlich schweißtreibend. Die ersten Rennradfahrer kamen uns bereits wieder entgegen.

Auf der Kuppe angekommen, erst einmal der überwältigende Blick über die Berge und das Meer. Nach 50 Kilometern hatten wir bereits stattliche 1000 Höhenmeter erfahren. Jetzt hieß es auf den nächsten 10 Kilometern von 700 auf 0! Unterwegs mussten wir immer wieder mal anhalten, um den tollen Ausblick auf die Serpentinen genießen zu können. Thorsten fragte mich mehrere Male, ob wir das dann auch alles wieder hoch müssten!?!

Die Alternative mit der Fähre nach Soller kam natürlich nicht in Frage… Blick bis in die Bucht ca. 150 Meter über dem Meeresspiegel.

Unten angekommen genossen wir die tolle Aussicht über die Bucht von Sa Calobra und genehmigten uns einen Teller „Kohlenhydrate“ für satte 8 Euro. Ein paar Beweisfotos mussten natürlich noch geschossen werden, bevor wir die Fahrt von 0 auf 700 starteten.

Thorsten genehmigte sich vor dem Start noch 2 Gels. Jeder fuhr sein eigenes Tempo und so nutzte ich einige Male den Schatten, um auf Thorsten zu warten und die geniale Aussicht zu genießen. Ich motivierte ihn ein paar Mal und gab ihm den Tipp nicht nach oben zu schauen, denn es war schon leicht frustrierend weit oberhalb winzige Busse zu sehen, die sich die Serpentinen hinunterschraubten. Zwischenzeitlich meinte er, dass er sich die Strecke nicht so hart vorgestellt hätte. Beim nächsten Stopp fluchte er dann sogar, „er würde Berge hassen und lieber 200 Kilometer geradeaus fahren“ 😉 Ich kam mit der Strecke und sogar mit der Wärme ganz gut klar und so kurbelten wir schwitzend dem Gipfel entgegen. Zwischenzeitlich genossen wir dann noch bei ein paar kleineren Pausen das geniale Panorama.

Am Gipfel zeigte der Garmin nach 70 Kilometern nun bereits knapp 1700 positive Höhenmeter an. Die Abfahrt bis zur Bergstraße Soller -> Pollenca genossen wir noch einmal in vollen Zügen und fanden uns nach knapp 3 Kilometern wieder auf 560 Metern wieder. Glücklicherweise fuhren wir genau gegen den Touristenstrom und hatten somit keine Behinderungen durch langsame Autos oder Busse bei den Abfahrten. Die Kräfte schwanden bei Thorsten immer mehr und so blieb ich weiterhin mit Führungsarbeit beschäftigt. Auf den nächsten 6 Kilometern ging es noch einmal stetig auf knapp 670 Meter hoch. Immer wieder drosselte ich das Tempo und motivierte Thorsten mit dem Ausblick auf die kommenden schönen Abfahrten. Bis zur Abfahrt zum Kloster lluc konnten wir es dann auch wieder richtig rollen lassen.

Und dann plötzlich; zack! Ein stechender Schmerz direkt vor dem rechten Ohr. In voller Fahrt kollidierte ich mit einer Biene. Na super! So etwas fehlt noch; und das knapp 50 Kilometer vom Hotel entfernt. Der Stich schwoll direkt an und es puckerte ziemlich heftig, aber was soll’s; hilft ja nichts… Mir war es danach auch ziemlich recht, dass Thorsten keinen Bock mehr auf den Abstecher zum Kloster Lluc hatte und wir direkt den Heimweg antraten. So ging es über ein paar kleinere Wellen weiter dem Tal entgegen. Kurz vor der langen Abfahrt nach Pollenca erwischte es dann Thorsten mit einem Krampf im Oberschenkel…

Auf den letzten 20 Kilometern von Pollenca über Alcudia und der Playa de Muro konnten wir dann noch einmal ein bißchen Tempo machen. Auch hier blieb ich in Führung und bot Windschatten. Auf den letzten Metern zum Hotel war Thorsten dann der Meinung, dass diese Tour für eine Urlaubstour zu hart war. Da merke ich dann doch, dass sich die langen Harzfahrten dieses Jahres äußerst positiv bemerkbar machen. Mit einem Durchschnittspuls von 141 war ich mehr als zufrieden, was aber sicher auch an dem sehr moderaten Durchschnittstempo von knapp 22 Km/h lag. Nach 125 Kilometern mit über 2000 Höhenmetern konnten wir nach 5:45 Stunden Fahrtzeit unsere Räder im Fahrradkeller des Hotels parken. Direkt im Anschluss ging es an den Pool und nach kurzer Begrüßung sprangen wir direkt mit Radklamotten in den Pool…


Fazit: Eine absolut geile Tour! Das werde ich bei nächster Gelegenheit auf jeden Fall wiederholen.

Rennrad – Mallorca – Can Picafort – Sa Calobra = GEIL!!!