Montag, 10.10.2011 – Die Straße nach Putty oder The road to nowhere…

Heute morgen wurden wir vom Wecker vor dem Sonnenaufgang geweckt, denn wir hatten ja noch eine lange Fahrt vor uns. Um kurz vor 7:00 Uhr waren wir bereits fertig und das Auto war gepackt. Jetzt brauchte es nur noch 7.00 Uhr werden und wir konnten zum Frühstück gehen. Nach dem Frühstücken checkten wir aus und starteten unsere Fahrt in Richtung Newcastle. Von dort folgten wir unserer geplanten Route und fuhren nicht wie vom Navi vorgeschlagen, über den Pacific Highway. Das bedeutete zwar knapp 100 Kilometer Umweg, aber dafür auch die reizvollere Strecke. Wir durchfuhren Gebiete, die sehr an Deutschland erinnerten. Durch Weinanbaugebiete und Obstplantagen. Auch die Wälder ähnelten sehr der deutschen Vegetation, zumindestens aus der Autoperspektive. Die einzige alternative Strecke in Richtung Blue Mountains, die nicht nur mit Allradfahrzeugen zu befahren ist, ist die knapp 160 Kilometer lange „Putty Road“. Auf dieser waren wir bereits einige Zeit unterwegs, als plötzlich eine Leuchttafel darauf aufmerksam machte, dass die Straße gesperrt ist. Ich las die Warnung nur aus dem Augenwinkel, aber nach weiteren 20 Kilometern kam die Meldung ein weiteres Mal. Ich wurde langsamer und dort stand, dass die Straße von 10:30 – 11:30 Uhr gesperrt ist. Na super, da hatten wir es bereits kurz nach 10:00 Uhr. So wurde ein bisschen Gas gegeben, in der Hoffnung, dass wir noch vor der Sperrung durch die Baustelle kommen. Um 10:15 Uhr kamen wir dann an der Baustelle an und wurden von einem „Ampelmännchen“ mit Stopp-Schild erwartet. Er ließ uns auch ein paar Minuten warten, bis er uns durchfahren lies. Nach der Baustelle, wurde die Straße sehr schlängelig und steil. Das wäre ein echtes Radfahrer-Highlight gewesen. Landschaftlich mit der Auffahrt in den Harz zu vergleichen, bewegten wir uns auf die 800 Meter Grenze hin. Und kein einziges Schild deutete darauf hin, dass mit einer Ortschaft zu rechnen ist. Erst nach 80 Kilometern ging es nach Putty ab, dem Ort, der der Straße den Namen gab, aber selbst dieser lag nicht an der Straße selbst….
Es ging weitere 70 Kilometer weiter, bis wir endlich wieder in belebteres Gebiet kamen. Wer sich auf die Putty Road mit halb vollem Tank wagt, der wird wohl ins Schwitzen geraten, denn die einzige Tankstelle auf der Route ist leider abgebrannt.
Von der Putty Road fuhren wir über einige kürzere andere Abschnitte auf die „Bells Line of Road“. Eine wunderschöne Strecke, die aber nur sehr wenige Möglichkeiten für Stopps bot. Gerade an fototrächtigen Stellen, war überhaupt nicht daran zu denken, da diese Straße superschmal war. Ärgerlich, denn als Fahrer bekommt man ja sowieso nicht all zuviel von der Landschaft mit.
Die Straße wand sich immer höher und wir kamen über den Mt. Victoria, an dem auf einem Schild eine Höhe von 1044 Metern üNN. abzulesen war. Es ist schon komisch, wenn plötzlich Verkehrsschilder in Australien auf frostige Fahrbahnbedingungen aufmerksam machen…
In der Ortschaft Mt. Victoria angekommen, die im Übrigen die höchstgelegene Ortschaft der Blue Mountains ist, folgten wir einer Straße zum Victoria Falls Lookout. Schnell nach der Hauptstraße wurde aus der Straße eine Piste. Da hieß es durchhalten, da es laut Beschilderung und auch der Navitante nur noch 2,2 Kilometer bis zum Lookout sein sollten. Von wegen, die Piste wurde uns langsam unheimlich, nur leider war sie so schmal, dass an umdrehen nicht zu denken war. So setzten wir unsere Fahrt im Schritttempo fort, bis wir knapp 5 Kilometer von unserer Hauptroute entfernt waren. Hier gab es dann endlich eine Möglichkeit zum umdrehen, aber vom Lookout weiterhin keine Spur. Um uns nicht noch in Schwierigkeiten zu bringen, entschieden wir uns, unverrichteter Dinge wieder umzudrehen. Als wir heile wieder Asphalt unter den Rädern hatten, schworen wir uns, unserem Navi und den als „Touristische Attraktionen“ ausgezeichneten Punkten nicht mehr zu trauen. Naja, weiter geht es…
In Blackheath angekommen fuhren wir erst zum Govetts Lookout und dann zum Evans Lookout. Am Govetts Lookout kamen wir mit einem deutschen Pärchen ins Gespräch, die mit dem Camper durch Australien reisen wollen. Sie haben ein Worldtravel-Ticket und waren bereits 5 Monate in Europa unterwegs und sind nun über Tokio für 4-5 Monate nach Australien gekommen. Das Glück möchte ich auch noch einmal haben, so viel Zeit und Freiheit für eine solche Unternehmung zu haben.
Nach diesen beiden Lookouts fuhren wir erst einmal in unser Hotel, da es bereits kurz nach 15:30 Uhr war. Wir checkten ein und zogen uns nur kurz um, um keine Zeit zu verlieren. Nach 15 Minuten saßen wir bereits wieder im Auto, denn wir wollten heute noch unbedingt mit der Seilbahn fahren. Am Echo-Point angekommen, mussten wir für das Parken erst einmal 4,60 Dollar bezahlen. Pro Stunde von 9-17 Uhr wurden hier 4,80 Dollar fällig. Welch ein „Glück“ dass wir mit 4,60 Dollar bereits über 17 Uhr hinauskamen…
Am Echo-Point hatten wir dann einen tollen Ausblick auf die Three Sisters. Wer sich jedoch Katoomba als kleines verschlafenes Nest vorstellt, so wie vielleicht die kleinen Örtchen in den Naturschutzgebieten, der hat sich tief geschnitten. Völlige Vermarktung steht hier auf dem Programm und der Ort wächst mit dem Tourismus. Mittlerweile führt ein Highway von Sydney aus hierher…
Trotzdem ist der Ausblick grandios! In der Information wurde uns auf Nachfrage dann mitgeteilt, dass die letzte Seilbahn um 16:50 Uhr nach unten ins Tal fährt. Das wäre uns aber viel zu knapp geworden und so beschlossen wir, dieses Unterfangen auf morgen zu verschieben. Hoffentlich hält sich das Wetter!
Wir machten zwei kleinere Wanderungen, zu den Three Sisters und zum Ende der Giant Stairways. Hierbei handelt es sich um den Aufstieg aus dem Tal über 900 Treppenstufen. Man waren die Leute am Schnaufen, die es geschafft hatten. Das können wir mit Viki wohl leider vergessen. Zurück am Auto fuhren wir den Cliff Drive entlang, eine Straße, die direkt an allen Lookouts vorbei führt. Wir klapperten so einen nach dem anderen ab. Hierbei ist auf jeden Fall der Lookout „Leura Cascades“ erwähnenswert. Dieser führt an einem Wasserlauf entlang, bis dieser über mehrere hundert Meter in die Tiefe fällt. Hier ist man dann auch nicht mehr mit Menschenhorden unterwegs. Das lag aber vielleicht auch an der Uhrzeit. Wunderschön zu sehen, wie die Kakadus an den Rand der Wasserfälle geflogen kamen, um hier zu trinken.
Am Sublime Lookout trafen wir eine nette Frau, mit der wir ein wenig ins Gespräch kamen und die ein Familienfoto von uns machte. Auf dem Weg zum Parkplatz fragte sie uns, ob sie ein kurzes Stück mit uns mitfahren dürfe. Wir nahmen sie selbstverständlich bis zu ihrem Ziel dem „Waldorf Hotel“ mit. Danach fuhren wir schnell ein paar Kekse und was zu trinken einkaufen.
Auf der Rücktour zum Hotel hielten wir bei Subways an und aßen ein leckeres Baguette. Nachdem der Bauch gefüllt war, fuhren wir noch schnell tanken und danach in das Hotel. Es war bereits 20:00 Uhr, als wir im Zimmer waren. Nun ist es schon wieder 21:15 Uhr und wir hoffen, dass Viki jetzt irgendwann mal einschläft. Im Zimmer ist es schweinekalt und ich höre nun auch auf.

10.10.2011: Port Stephens -> Blue Mountains

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