Dienstag, 04.10.2011 – Brisbane -> Lamington Nationalpark

Heute morgen ließen wir uns wieder von Viki wecken. Um kurz vor 8:00 Uhr war die Nacht vorbei. Nach dem Aufstehen, frühstückten wir im Zimmer mit Brötchen und Marmelade und einer schönen Tasse Instant-Kaffee. Nach dem Frühstück machten wir uns fertig und packten wieder einmal die letzten Sachen, um uns auf den Weg in den Lamington Nationalpark zu machen. Beim Auschecken wurden dann noch die 50 Dollar für das Parken und die 8 Dollar für Wäsche waschen und trocknen fällig. Hinzu kamen frecherweise auch noch 1,5% Kreditkarten-Gebühren.

Nachdem alles erledigt war, schoben wir mit dem ganzen Gemüse zur Tiefgarage in der unser Auto geparkt war. Als die Koffer verladen waren, fuhren wir zum Ausgang und steckten genau wie gestern erst, die erste Karte vom reinfahren in den Automaten und danach die Karte, die wir an der Rezeption erhalten hatten. Leider wollte der Automat dann noch einmal 58 Dollar von uns haben. Also fuhren wir das Auto rückwärts von der Schranke weg und Ari fragte einen Aufpasser, was wir denn nun machen sollten. Dieser war so nett und ließ uns aus dem Parkhaus raus. Dann stürzten wir uns wieder in das Getümmel in der Hoffnung heute nicht ausgerechnet in die Morgen-Rushhour zu geraten. Überraschenderweise klappte aber alles reibungslos und so befanden wir uns schon nach kurzer Zeit auf dem Motorhighway M3/M1 in Richtung Nationalpark. An der Ausfahrt angekommen, wurde die Gegend gleich wieder sehr ländlich und wir fingen uns an Sorgen zu machen, wo wir denn nun Lebensmittel für die kommenden Tage herbekommen sollten. Wir wollten auf gar keinen Fall von einem „General Store“ oder dem Essen im Resort abhängig sein. Also programmierten wir im Navi einen Stopover bei einem Einkaufszentrum ein und glücklicherweise mussten wir auch nur einen kurzen Umweg in Kauf nehmen, um zu einem Woolworth zu gelangen. Da unser Zimmer wie meistens nur mit Kühlschrank und Wasserkocher ausgestattet ist, beschränkten wir uns auf Lebensmittel wie Brötchen und Aufschnitt, Käse und ein paar Keksen, dazu noch 5-Minuten-Terrinen und Mineralwasser. Dazu gönnten wir uns noch den günstigsten Nudelsalat in der Theke, der mit knapp 8 Dollar zu Buche schlug. Ich würde in Deutschland nie und nimmer für einen Nudelsalat über 5 Euro bezahlen, aber wir brauchten Abwechslung auf dem Tisch… Damit wurden wieder einmal knapp 40 Dollar für Lebensmittel fällig.

Nach dem Einkauf ging es weiter in Richtung Nationalpark. Knapp 30 Kilometer vor unserem Ziel passierten wir die letzte Ortschaft vor dem Ziel. Ab hier ging es steil und kurvenreich durch die Berge. Die Strecke in den Eungella-Nationalpark war dagegen Pipifax! Knapp eine Stunde brauchten wir für die letzten Kilometer. Man musste teilweise Slalom durch Bäume fahren und die Straße war kaum breiter, wie ein normaler PKW. Es gab auf der Strecke ab und zu einmal Ausweichbuchten, in die man bei Gegenverkehr ausweichen konnte. Wahnsinn und für mich ein Glück, dass ich unten entschieden hatte, die Fahrt dieses Mal mit zu filmen. Ich befestigte unseren Fotoapparat an dem Stativsaugnapf auf dem Kopf an der Frontscheibe, in der Hoffnung, dass man die Aufnahme zum Schluss irgendwie drehen kann und filmte fast die komplette Auffahrt. Leider war die Karte knapp vor dem Ziel voll und ich hatte teilweise mit einer blöden Spiegelung vom Armaturenbrett zu kämpfen. Aber alles ist besser, als gar nichts… So habe ich hier eine tolle Erinnerung und kann im Winter diese Fahrt auf meiner Rolle nachfahren. Sogar authentisch mit der Überholung eines Rennradfahrers 😉

Endlich oben angekommen, eröffnete sich für uns ein toller Blick. Das Zimmer war bereits fertig und dass obwohl es gerade einmal 12:00 Uhr war. Toll! Wir brachten schnell unser Gepäck ins Zimmer und staunten mal wieder nicht schlecht! Ein super Zimmer mit dem versprochenen Panorama-Blick auf die Berge! Wenn wir Glück hätten, könnten wir sogar den gestern in Brisbane verpassten Sonnenuntergang hier nachholen.

Bei einer kurzen Pause auf dem Balkon mit Keksen lernten wir gleich unsere neuen „Freunde“ kennen. Sobald wir anfingen, die Kekse zu essen, kamen unzählige Vögel auf die Brüstung geflogen, darunter auch in angsteinflössender Größe…

Es war sehr frisch und so zogen wir uns ein wenig dicker an und machten unsere erste Runde. In der Rezeption erfuhren wie etwas über die angebotenen Ausflüge und waren beim Blick in die Karte heilfroh selbst Nahrung mitgebracht zu haben. Auf Nachfrage erfuhren wir dann auch, dass Frühstück nicht inklusive wäre, aber für 27 Dollar pro Person nachgebucht werden könne. Die spinnen doch die Aussies!!!

Wir kauften uns im Shop eine Karte und erkundigten uns nach kurzen Wanderungen, die mit Viki machbar wären. Wir bekamen nette Auskunft und man schickte uns zuerst auf den Tree-Top Walk, einem ca. 1,5 Kilometer langen Rundweg mit eingebautem Baumwipfel-Pfad. Wir entdeckten auf dem Weg dort hin einen roten Papageien und dachten noch, es wäre hier etwas Besonderes. Der Regenwald ist bunt gemischt. Häufig zu sehen, sind Red Cedars. Aber auch riesige Würgefeigen und riesige Baumfarne. Es geht hier auch sehr tierisch zu; neben den Brush-Turkeys, gibt es zahlreiche andere Vogelarten, aber auch Wallebys und und und.

Beim Tre-Top-Walk angekommen, standen wir vor einer knapp einen Meter breiten Hängebrücke, die sich in kurzer Zeit auf knapp 30 Meter in die Bäume hinein schraubte. An der höchsten Stelle, gab es dann noch eine Leiter, an der man noch höher in die Baumwipfel steigen konnte. Für mich war das überhaupt gar nichts und auch Ari drehte nach ein paar Stufen wieder um. Ich war dann auch ziemlich froh, als wir wieder unten waren. Unten angekommen, folgten wir dem Pfad zu einem kleinen Berggarten, der ebenfalls sehr schön angelegt war. Viki war nicht sehr begeistert, weil „alles nur grün“ war.

Auf dem Rückweg entschlossen wir uns, am Abend eine geführte Tour zur Beobachtung von Glühwürmchen mitzumachen. Die Entscheidung fiel uns nicht leicht, da auch hierfür wieder einmal 70 Dollar fällig wurden. Außerdem entschieden wir uns, dass Ari, die mal wieder mit massiven Schlafproblemen zu kämpfen hat, mit Viki in das Zimmer geht und ich auf eigene Faust ein wenig losziehen kann. Mein Weg führte mit zuerst zu Mike’s Tower, einem ca. 30 Meter hohen Aussichtsturm. Der Durchmesser war mit ca 5 Metern recht vertrauenserweckend, so dass ich mit hier bis auf die zweite von vier Ebenen hinauf wagte. Dann ging es weiter zum Wishing Tree, einem uralten Baum, durch den man hindurch gehen kann. Die Option, den gleichen Weg wieder zurück zu laufen, wollte ich nicht wahrnehmen. So entschloss ich mich, an Glowworm Gully vorbei durch die O’Reilleys Villas zu laufen. Nach knapp 2 Stunden kam ich dann wieder an meinem Ausgangspunkt an. Meine beiden Damen schliefen noch und so machte ich die beiden erst einmal wach. Wir setzten uns mit Keksen, Äpfeln und Kaffee auf die Terasse und fütterten unsere gefiederten Freunde. Ab diesem Zeitpunkt kamen nicht nur die rabenähnlichen Vertreter, sondern ebenfalls viele kleine blau-rote Papageien. Diese kommen sogar bei geeignetem Angebot, wie Kekskrümel oder Apfelgriepsche auf die Hand geflogen. Das war für Viki natürlich wieder ein Spass.

Kurze Zeit später, drehten wir noch eine kleine Runde durch die Anlage und schauten uns im kleinen Shop um. Danach gingen wir wieder zurück ins Zimmer und aßen Abendbrot, bevor ich mich zum Sonnenuntergang auf den Balkon setzte. Dann wurde es auch schon Zeit für die Glühwürmchen-Tour. Viki war wieder „zum knutschen“ so dass wir kurzzeitig überlegten, die Tour zu stornieren, aber warum auch uns bestrafen?

Um 18:30 Uhr ging es dann los. Wir fuhren mit einem kleinen Bus zum Ausgangsort und wanderten von hier aus dann einen kleinen Pfad entlang, bis wir zu einigen Bänken, mitten im Wald an einem kleinen Flusslauf gelangten. Wir sahen ein paar Wallabys, aber ansonsten war der Weg dort hin eher „nacht-un-aktiv“. Bei den Bänken angekommen, machte der Guide die große Lampe aus und wir konnten am gegenüber liegenden Hang tausende von kleinen Punkten leuchten sehen. Das sah echt toll aus. Der Guide erzählte ein wenig über Glühwürmchen und wie dieser Ort gefunden wurde. So saßen wir etwa eine halbe Stunde auf den Bänken, schauten uns das Glühen an und bekamen so langsam einen kalten Hintern. Dann machten wir uns wieder auf den Rückweg zum Bus und fuhren wieder zu unserer Anlage. Das war wirklich schön, aber das Geld ehrlicherweise nicht wert!

Ziemlich durchgefroren, da unter 10 °C, gingen wir schnellstmöglich in unser Zimmer. Viki schlief sofort ein und wir machten es uns mit eingeschalteten Wärmdecken im Bett gemütlich. Ari versucht, neben mir zu schlafen und ich bin für heute auch fertig (zumindestens mit Tagebuch schreiben).

04.10.2011: Lamington Nationalpark