Montag, 03.10.2011 – Brisbane

Wir haben uns heute morgen mal keinen Wecker gestellt und versucht, ein wenig länger zu schlafen. Um kurz vor 8:00 Uhr waren wir dann aber doch wach, da Viki mit Ari kuscheln wollte. Gegen 9:00 Uhr waren wir dann auch schon mit Frühstück „auf dem Bett“ beschäftigt. Dieses Mal hatten wir ja vorgesorgt und neben Brötchen auch Marmelade und Wurst gekauft.

Nachdem wir mit dem Frühstück fertig waren, machten wir uns fertig. Ari zog Viki an und ich machte gleich ein kleines Picknick-Paket mit Brötchen, Käse-Sticks, Äpfeln, Orangen und Cookies fertig. Um 10:00 Uhr machten wir uns dann auf die Socken. Heute sollte unser Schwerpunkt auf den botanischen Gärten von Brisbane liegen. Zuerst führte uns unser Weg in den King Edward Park. Oben angekommen, kamen wir an der „Old Windmill“ vorbei. Es handelt sich hier um das erste industriell genutzte Gebäude von 1828, welches zu Anfang mit Wind und später mit der Muskelkraft von Sträflingen betrieben wurde.

Danach gingen wir quer durch den Wickham Park, um am Ende direkt in die Roma Street Parklands zu gelangen. WOW! Eine so schön angelegte Parkanlage, haben wir bisher noch nirgends gesehen. Dazu auch mal wieder eines der selten gewordenen, kostenlosen Attraktionen. Alles andere ist in Australien ja wirklich sehr teuer geworden. Der geplante Ausflug in das Koala Sanctury per Schiff, haben wir aus Kostengründen ausfallen lassen. Der Spaß hätte uns 155 Dollar gekostet. Für 2,5 Stunden Schiff fahren und 2,5 Stunden im Park ist das auch wieder zu viel und unserer Meinung Touriabzocke! Ebenso das Tagesticket, welches dazu berechtigt, mit Bus und Schiff zu allen Attraktionen in der Stadt zu fahren. 80 Dollar für uns drei, für viele Sehenswürdigkeiten, die wir in diesen 2 Tagen zu Fuß erreicht haben, ist unserer Meinung nach auch „ein wenig“ zu viel Geld.

Wie dem auch sei. In den Roma Street Parklands hielten wir uns über 2 Stunden auf. Hier gibt es die große Pflanzenvielfalt Australiens zu bestaunen. Die Anlage ist wunderbar angelegt und man wird auf Wegen mit sehr guter Beschilderung durch verschiedene Vegetationsbereiche geführt. Abwechslungsreich mit Wasserläufen und lehrreich mit Beschilderungen und Erklärungen, kam so für uns keine Langeweile auf. Selbst Viki war die meiste Zeit mit Begeisterung dabei, konnte sie doch mit ihrem Fotoapparat auf Entdeckungstour gehen. Am meisten war sie von den Echsen begeistert, die zahlreich an den sonnigen Plätzen im Park zu finden waren. Hier hat sie sicher an die 50 Fotos gemacht und auch mich immer wieder angestachtelt, doch auch noch diese oder jene Echse zu fotografieren. Klar, sie haben sich auch immer wieder schön in Szene gesetzt. Mich haben jedoch mehr die toll aussehenden verschiedenen Blüten interessiert, wobei ich bei den allermeisten keine Ahnung hatte, was ich da eigentlich fotografiere… Während unserer Entdeckungstour machten wir eine kleine Pause auf einem Spielplatz, da „Mylady“, wann immer möglich, den „Notfallbuggy“ enterte. Komischerweise war sie hier wieder total fit und tobte über das Gelände, bis wir dann nach einer kleinen Stärkung mit Apfel und Käse-Sticks den Aufbruch einläuteten 😉

Um kurz vor 13:00 Uhr verließen wir diesen tollen Platz und gingen erst einmal in Richtung Innenstadt, ohne ein genaues Ziel zu haben. Kurz entschlossen, holten wir uns Coffee2Go für sensationelle 2 Dollar.

Während Ari mit dem Bezahlen beschäftigt war, warteten Viki und ich draußen. Innerhalb kurzer Zeit zog ein schwerer Regenschauer auf. Während der nächsten halben Stunde hielten wir uns in diversen Malls rund um den George-Square auf. Als der Regenschauer weiter gezogen war, setzten wir unseren Weg in Richtung Southbanks fort. Hier wollten wir uns nun das in unserem Beadecker Reiseführer beschriebene Butterfly-House mit der größten Schmetterlings-Sammlung in Australien anschauen. Es fing bereits wieder etwas zu nieseln an, so dass wir direkt das Wheel of Brisbane ansteuerten, um hier nach dem Weg zu fragen. Leider konnte die junge Dame keine Auskunft erteilen und schickte und weiter zur Information, die mitten im Parks zu finden war. Dort angekommen, erfuhren wir, dass das Butterfly-House bereits vor 7 Jahren geschlossen worden sei. Na super! Jetzt fing es auch noch an wie aus Eimern zu kübeln, so dass wir hier erst einmal fest saßen. Etwa eine viertel Stunde später, wurde es dann ein wenig besser und so konnten wir die Straßenseite wechseln und einen Süßwarenladen entern, in dem man nach Herzenslust seine Lieblingsbonbons grammweise zusammen mischen konnte. Als wir hiermit fertig waren, wurde der Regen wieder doller. Wir warteten die nächste Besserung ab und schoben schnellstmöglich, in Richtung Hotel zurück. Ich hatte meine Jacke dabei, aber die Mädels meinten heute morgen, dass das nicht nötig sei und hatten nur leichte Strickjacken an, so dass beide bei unserer Ankunft ein „wenig“ nass waren.

Da unser Picknick draußen ins Wasser fiel, verlegten wir es wieder auf unser Bett.

Als der Regen ein weiteres Mal aufhörte, packten wir unsere „sieben“ Sachen, für den geplanten Nachmittagsausflug auf den Mt. Coo-tha Lookout. Dieser Berg liegt nur ca. 8 Kilometer vom CBD entfernt und bietet einen traumhaften Ausblick auf die Skyline. Es war bereits 15:30 Uhr uns so planten wir den Lookout zur Dämmerung ein. Vorher wollten wir noch kurz am Planetarium und dem botanischen Garten anhalten. Unterwegs waren wir dann ein wenig mit dem beginnenden Feierabendverkehr überfordert und fuhren erst einmal auf den Motorway, bevor wir den richtigen Weg zum Tourist Scenic Drive fanden.

Oben angekommen, konnten wir eine schöne Aussicht auf die Stadt genießen, doch leider zog von rechts kommend ein Gewitter auf. Wir konnten die Regenfront genau an dem diesigen Vorhang ausmachen. Nur kurz noch eine Postkarte kaufen und sicherheitshalber ins Auto verziehen, um zu schauen was da komme. Es dauerte keine 5 Minuten, da schüttete es wieder einmal aus Eimern. Und dafür haben wir nun unseren „sicheren“ Parkplatz in der Tiefgarage aufgegeben?

Wir fuhren zur Überbrückung den Tourist Drive zu Ende und hielten kurz am Botanischen Garten und dem Planetarium an, als es wieder aufhörte zu regnen. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zu letzt und so hofften wir darauf, dass es eventuell bis zum Einbruch der Dunkelheit trocken bleibt. Erste Enttäuschung: Das Planetarium hatte Montags geschlossen. Zweite Enttäuschung: der Botanische Garten auch. So fuhren wir wieder zum Lookout und warteten, ob der wieder einsetzende Regen noch einmal aufhören würde, jedoch wurde uns dieser Gefallen nicht getan.

So mussten wir leider ohne die geplanten Bilder, unseren Heimweg antreten und das zur „besten Rushhour“ Meine Fresse! In einer Stadt voller Kreisel und Einbahnstraßen, ist es gar nicht so einfach, sich im Getümmel zu behaupten! Mehrere kleine „Verfahrer“ brachten mich fast zur Weißglut, während Viki in Fond damit beschäftigt war, uns dazu auch noch die letzten Nerven zu rauben. Wir brauchten für die Strecke zurück, die knappe 8 Kilometer beträgt, fast eine Stunde. In Wurfreichweite von unserem Parkplatz entfernt, standen wir mehrere Ampelphasen auf einer Stelle. Ich war froh, als wir wieder in das Parkhaus einbiegen konnten. Und wie befürchtet, waren fast alle Parkplätze belegt. Komischerweise darf man hier in zweiter Reihe parken, wobei man sich fragt, wie der jenige, der an der Wand parkt, aus seinem Parkplatz rauskommen soll, wenn vor ihm ein anderes Auto steht… Dank Aris guter Einweiserqualität, fanden wir dann aber noch einen Platz, der hoffentlich morgen früh nicht von einem vor uns parkenden Auto zugeparkt wird.

Nachdem das Auto abgesperrt war, gingen wir kurz zurück ins Hotel, um nach einer knappen halben Stunde auf Nahrungsbeschaffung zu gehen. Überraschung: fast alle Geschäfte und damit auch die Foodcourts waren seit 18 Uhr geschlossen. Da wir keine Stunden mehr durch die Stadt rennen wollten, schauten wir was und am Platz so geboten wurde. Fest stand, dass es keine „Oyster“ für 39 Dollar und keine Moreton Bugs für 35 Dollar sein sollten. Somit mussten wir uns heute mit „Hungry Jacks“ für knapp über 20 Dollar begnügen. Wie sich die Aussies nur solche Lebensmittelpreise erlauben können?!?

Nachdem wir „diniert“ hatten, machten wir noch einen kurzen Abstecher auf die Victoria-Bridge, um das heute weiß-blau angeleuchtete Wheel of Brisbane ein letztes Mal im Dunklen fotografieren zu können.

Insgesamt kann man aber sagen, dass Brisbane sehr sehenswert ist und auch für einen längeren Aufenthalt genug zu entdecken bietet. Man sollte sich nur genau überlegen, ob man das Auto wirklich durch die Stadt bewegen will.Wir haben in diesen 1,5 Tagen knapp 20 Kilometer zu Fuß absolviert und sind froh, dass Auto nur für den Mt. Coo-tha Tripp aus der Garagen geholt zu haben.

Um 20:30 Uhr waren wir dann nach einem langen Tag wieder im Hotel angekommen. Wir mussten ja noch Koffer packen, was ich schon einmal erledigte, während Ari unter der Dusche stand. Es ist jetzt kurz nach 22:00 Uhr und die beiden schlafen schon. Morgen wollen wir noch einmal ohne Wecker aufstehen, um dann mit hoffentlich wieder besserem Wetter zu O’Reilleys in den Lamington Nationalpark zu fahren.

03.10.2011_Brisbane