Freitag, 30. September 2011 – Fraser Island

Der Morgen kam früh. Es gab keine Verdunkelungsmöglichkeit, so dass wir bereits um 5:30 Uhr von der aufgehenden Sonne geweckt wurden. Wir dösten alle noch bis um 6:30 Uhr vor uns hin, bevor wir aufstanden und uns für das Frühstück fertig machten. Wir waren gespannt, wie groß die Gruppe sein wird, mit der wir unseren Tagesausflug unterwegs sein würden. Viki nervte jetzt schon und hörte nicht für 5 Pfenning und hatte nur Wiederworte. Na toll, das sollte ja was geben…

Um kurz vor sieben verließen wir das Zimmer und fanden einen Brief vor. Beim Check-In in River Heads gab es mal wieder Probleme mit der Kreditkarte. Jetzt wurden wir dazu aufgefordert, die Sicherheitshinterlegung noch einmal durchzuführen.

Aber auch hier funktionierte die Karte nicht auf Anhieb. So ließen wir Ari am Schalter zurück und gingen schon einmal zum Frühstück. Kurze Zeit später war aber alles geritzt, so dass wir doch gemeinsam an das Buffet gehen konnten. Viki aß heute überraschenderweise kein Müsli, sondern ein Käse-Toast. Wir ließen uns bis kurz nach halb acht Zeit und gingen noch einmal schnell auf das Zimmer zum Eincremen.

Um kurz vor Acht waren wir dann am Treffpunkt. Es waren bereits einige Leute da. Wir wurden eingewiesen und zu unserem Bus geschickt. Ein imposantes Teil. Es handelte sich hierbei um allradgetriebene Busse, die in unserer Ausführung bis zu 40 Passagieren Platz bieten. Wir waren insgesamt 39 ;-(

Der Platz neben mir blieb glücklicherweise frei,s o dass ich unsere Badetasche neben mir anschnallen konnte. Der Fahrer wies uns darauf hin, dass die Pisten durch die lange Trockenzeit sehr schlecht sind und dass wir uns auf einiges gefasst machen müssten. Der Start war auf dem asphaltieren Gelände des Resorts, doch direkt dahinter stehen wir bereits dem ersten Hindernis gegenüber. Der erste Anstieg hat gleich knapp 20% und ab hier gibt es nur noch Sandpisten. Wir wurden ganz schön durchgeschüttelt und wußten nun, dass der Fahrer seine Warnung immer angeschnallt zu bleiben ernst meinte. Die Pisten waren nur knapp breiter als unser Bus. Manchmal hatten wir auch Gegenverkehr. Die Australier sehen Fraser-Island als Naherholungsziel zum Campen und Angeln an und verbringen verlängerte Wochenenden gerne am 75 Mile Beach. Der Fahrer gab uns einiges Wissenswertes mit und erzählte uns was über die Geschichte und die Entstehung. Die Fraser-Insel (englisch Fraser Island, früher Great Sandy Island) ist eine zum australischen Bundesstaat Queensland gehörende Insel. Mit einer Fläche von 1840 km² ist sie die größte Sandinsel der Welt. Sie liegt etwa 190 km nördlich von Brisbane vor der Ostküste Australiens. In der Sprache der Aborigines heißt sie K’gari, was so viel wie „Paradies“ bedeutet. Die Insel gehört seit 1992 zum UNESCO-Weltnaturerbe (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Fraser_Island).

Plötzlich bremste er und zeigte uns einen Dingo, der direkt am Fahrbahnrand stand. Kurze Zeit darauf entdeckten wir noch einen zweiten jüngeren Dingo auf der anderen Fahrbahnseite. Nachdem Fotos geschossen waren, ging es eine knappe halbe Stunde weiter, bis zum Lake McKenzie. Viki schlug zwischenzeitlich mit dem Schädel an die Scheibe und fängt ein zu heulen. Von nun an hatte sie nicht mehr die Schlange aus dem Eungella Nationalpark als Thema, sondern, dass der Fahrer ihr den „Kopf gebrochen“ hat… Plötzlich rumste es ziemlich laut. Ein in die Fahrbahn hängender Ast wurde vom Bus mitgerissen und blieb auf dem Dach liegen.

Am See angekommen, hatte sich Viki wieder beruhigt. Wir hatten hier knappe Stunde und wollten im See baden gehen. Gerade als wir unten angekommen waren, musste Viki aufs Klo, welches sich am Busparkplatz befand. So zog Ari Viki wieder an und chauffierte sie den ganzen Weg wieder zurück… Als beide wieder da waren, war bereits ein großer Teil unserer Zeit am See vergangen, so dass nur noch Viki baden ging. Kurze Zeit später machten wir uns wieder auf den Rückweg zum Bus und tranken dort noch eine Tasse Kaffee und aßen hervorragende Schoko-Plätzchen.

Dann ging unsere Tour weiter in Richtung Central Station, wo früher die Holzfäller mit ihren Familien wohnten. Von hier aus startete ein sehr schön angelegter Rundweg einmal durch den Regenwald. Man folgte dem Weg über einen Steg oberhalb des Flusslaufes und man kann so die Artenvielfalt bewundern. Unterwegs sahen wir einen Vogel, der eine Schlange fraß, einen Blauzungen-Skink und einen Varan. Aber auch die Pflanzenvielfalt war wunderschön. Baumriesen mit mehreren Metern Durchmesser oder wieder Farne, die höher sind, als bei uns die Bäume.

Am Ausgangsort des Rundweges angekommen, ging es im Bus weiter zur Mittagspause. Dort erwartete und ein leckeres Buffet und da wir noch ein bisschen Zeit hatten, machten wir uns zu Fuß an den 75-Mile-Beach. Hier schossen wir noch ein paar Fotos vom Verkehr, der teilweise dichter war, als auf dem Bruce-Highway, bevor es wieder in den Bus zur Weiterfahrt ging. Nun fuhren wir mit dem Bus über den 75-Mile Beach. Es herrschte ein allgemeines Tempolimit von 80, aber unser Fahrer schaffte es laut meinem Garmin auch mal knapp an die 100.

Wir sahen eine Menge Zelte in den Dünen stehen oder Angler an der rauhen See. An manchen Stellen standen größere Mengen an Fahrzeugen zusammen und ab und zu konnte man sogar ein kleines Flugzeug am Strand stehen sehen.

Der nächste Stopp war das berühmte Maheno-Wrack, das Wahrzeichen von Fraser-Island. Im Jahr 1935 lief an der Ostküste der Insel der ehemalige Luxusliner S.S. Maheno während eines für die Jahreszeit untypischen Zyklons auf Grund. Die Maheno sollte in Japan verschrottet werden und wurde dazu von einem kleineren Schiff gezogen. Um den Strömungswiderstand zu verringern, hatte man der Maheno Schrauben und Ruder ausgebaut, wodurch sie in dem Sturm nicht mehr selbst manövrieren konnte. Versuche, das gestrandete Schiff loszubekommen, scheiterten. In den ersten Jahren wurde die Maheno von den Bewohnern der Insel unter anderem für Hochzeiten und Feste genutzt. Später diente sie der Royal Australian Air Force (RAAF) als Zielobjekt. Heute sind nur noch die oberen Decks des Schiffes sichtbar (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Fraser_Island).

Wahnsinn, wie sich die Natur dieses schwere Schiff mit den Jahrzehnten zurückholt. Die Front ist bereits zu einem großen Teil im Sand versunken. Hier machetn wir einige schöne Fotos. Nach einem rund 10 minütigen Stopp ging es weiter am 75-Mile-Beach, bis zu den Pinaccles oder auch Coloured Sands genannt. Durch Eisenpartikel im Sand „rostet“ er an einigen Stellen und so ergaben sich tolle unterschiedliche Sandfarbtöne. Auf dem Weg dort hin passierten wir Eli-Creek, wo wir auf dem Rückweg eine Pause von 45 Minuten machten. Hier standen dutzende Jeeps und wir waren zu Beginn ein wenig enttäuscht, da das Wasser nicht nur überfüllt, sondern auch dreckig zu sein schien.

Wir machten Viki fürs Baden fertig und ich ging ein wenig am Fluss entlang und verstand nun auch, warum hier so viele Leute mit Paddelbooten oder anderen Schimm-Utensilien unterwegs waren. Der kleine See am Strand wird mit täglich 120000 Litern Süßwasser über einen kleinen Fluss gespeist. Den Kindern macht es riesigen Spaß, den Weg über einen Holzsteg, der auch wieder direkt am Fluß entlang gebaut ist hoch zu laufen und dann mit dem Boot oder der Luftmatraze wieder bis zum kleinen See herunter zu paddeln. Auch ich krempelte meine Hose hoch und lief den glasklaren Fluss mit Sandbett von oben bis unten hinunter. Ari blieb bei Viki. Wieder unten angekommen, packten wir schnell unsere Sachen und gingen zurück zum Bus. Beim Rückwarts zurücksetzen, gab es irgendein Problem. Wir kamen kaum von der Stelle und die Kupplung starb… Unser Fahrer konnte nicht mehr alle Gänge durchschalten…

Wir fuhren wieder eine ganze Weile am 75-Mile-Beach entlang und wollten den „Sandhighway“ verlassen. Der Fahrer nahm Schwung, aber es reichte nicht und wir steckten im Sand fest. Es ging nicht mehr vor und mit Vollgas nur noch im Schneckentempo zurück. Nach endlosen Minuten befreite sich der Fahrer durch seine Fahrkunst aus dem weichen Sand und nahm erneut Schwung über die volle Breite des Strandes, aber auch beim zweiten Versuch blieben wir im Stand stecken. So entschied sich der Fahrer, leider den ganzen Weg, den wir bereits gekommen waren, am 75 Mile-Beach zurück zu fahren.

Am Eurong-Beach angekommen, mussten wir dann sogar noch den Bus tauschen, da diese Aktion der Kupplung den Rest gegeben hatte. Mit den paar verbliebenen Gängen würen wir unmöglich, bis zum Hotel zurück kommen. Da auch einige Tagesgäste mit der Fähre nach Fraser-Island gekommen waren und bereits am Abend wieder zurück mussten, mussten wir mit dem Ersatzbus möglichst schnell zurück nach Kingfisher-Bay.

Bevor wir ins Zimmer gingen, sprangen wir noch einmal schnell in den Pool. Im Zimmer zogen wir uns nur schnell um, um mit unseren Sandwiches von Vorabend zum Strand zu gehen. Leider verpassten wir den Sonnenuntergang, aber auch so war das ein schöner Tagesausklang.

Viki lag schon recht zeitig um 20:00 Uhr im Bett und Ari und ich packten den Koffer für die kommende Rückfahrt auf das Festland. Um 22:30 Uhr ging wieder ein sehr schöner Tag zu Ende.

30.09.2011 – Fraser Island

Donnerstag, 29. September 2011 – Rockhampton -> Fraser Island

Fahrt von Rockhampton nach River Heads/Hervey Bay. Der Verkehr wurde nicht viel ruhiger und somit war unsere Nacht recht unruhig. Wir standen um 6:15 Uhr auf und waren schon um kurz nach 7 Uhr bereit zur Abfahrt. Da Frühstück nicht inbegriffen war, machten wir uns direkt auf den Weg. Wir wollten unterwegs ein paar Brote schmieren und Obst essen. Kurz vor der Stadtgrenze tankten wir noch einmal voll. Außerdem prüfte ich sicherheitshalber noch einmal die Luft. Raus aus Rockhampton war der Bruce Highway noch immer sehr voll. Außerdem nervten die ständigen Baustellen. Da man sowieso nicht schneller als 100 fahren durfte und dazu noch viel Schwerlastverkehr unterwegs war, ging es eh recht langsam voran.

Eigentlich wollten wir unterwegs eine Pause machen. Viki musste aber nicht pullern und ich wollte nicht noch einmal sämtliche LKW überholen, obwohl ich ehrlich gesagt gut einen Kaffee hätte gebrauchen können. Dazu kam noch, dass es ziemlich bewölkt war und wir auch keinen lohnenswerten Halt in der Nähe des Highways ausmachen konnten. Eigentlich ging die Einöde vom Vortag stufenlos weiter. Rechts im Hintergrund konnte man die Great Dividing Range ausmachen und auf der linken Seite reines Weideland oder Eukalyputshaine, die entweder grün oder verbrannt waren. Somit waren wir bereits um 11:00 Uhr in der Nähe von Bundaberg. Eigentlich wollte ich mir Bundaberg gerne anschauen, aber dass wäre mindestens eine Stunde mehr Autofahrt gewesen. Da wir aber die Fähre um 15:30 Uhr unbedingt erreichen wollten, fuhren wir direkt über den Bruce Highway und vorbei an Bundaberg. Somit kamen wir bereits um 12:25 Uhr in River Heads an. Mittlerweile standen über 2000 Kilometer auf dem Tacho!

Der Bus für die 12:30 Uhr Fähre wartete noch und der Gepäckwagen war auch noch nicht weg. So beeilten wir uns und konnten unseren Koffer und die Reisetasche mit auf den Gepäckwagen für die nächste Fähre aufgeben. Super! Der Fahrer trieb uns zur Eile an. Während Ari noch die Formalitäten erledigte, packte ich im Auto noch die Rucksäcke. Dann die entscheidende Frage, wo wir das Auto parken müssten. Da wir unseren Mitwagen gerne im Sicherheitsbereich parken wollten, sagte uns der Fahrer, dass er leider nicht mehr länger auf uns warten könne, da die Fähre eigentlich schon hätte ablegen müssen. Somit fuhr das Gepäck auf die Insel und wir mussten noch 3 Stunden warten 😦

Dann fing es auch noch an zu regnen. Na super, dass klappte ja wieder mal spitzenmäßig. Damit hatten wir jetzt genug Zeit noch einmal genau zu überlegen, was wir mitnehmen wollten. Ari schmierte Brote und danach holten wir uns zwei Coffee2Go für 8 Dollar. Dazu noch die Parkgebühr für 2 Nächte über 30 Dollar. Man ist Australien teuer geworden! Danach hingen wir noch ein bisschen im Auto ab, bis wir endlich mit dem Bus zur Fähre gebracht wurden.

Mittlerweile klarte der Himmel wieder auf und die Sonne kam durch. Es war nur ziemlich windig. Von der Fähre aus konnten wir einen Delphin ausmachen… Die Überfahrt genossen wir mit tollen Blicken auf die immer näher kommende Sandinsel Fraser Island. Auf der Insel angekommen, wurden wir mit dem kleinen Inselzug zum Hotel gebracht. Was soll ich sagen; eine wunderschöne Anlage. Das Beste, was wir auf diesem Urlaub bisher gesehen hatten. Aber hier können sicher die Fotos mehr sagen, als eine Beschreibung mit Worten.

Nachdem wir das Zimmer inspiziert hatten, machten wir noch einen Spaziergang durch die Anlage. Es war super windig. Trotzdem machten wir einen langen Spaziergang am Strand entlang, bis zum Sonnenuntergang. Ich machte tolle Fotos und Viki hatte Ihren Spaß beim Turnen auf dem Strandgut.
Nachdem die Sonne untergegangen war, machten wir uns auf den Rückweg und schauten, was es so bei der Sand Bar zu futtern gibt. Die Preise waren für die Lage und für Australien insgesamt recht „günstig“ und so orderten wir für 28 Dollar einen Beefburger mit Beilage, einmal Chicken-Pastrie mit Beilage und eine Bowl of Wegdes mit Sour-Creme und Sweet-Chili Sauce. Die Portionen waren riesig und so blieb die Hälfte der Kartoffelecken übrig und eigentlich hätten wir die gar nicht mehr gebraucht.

Dann machte Viki ein wenig Stress, weil sie unbedingt Billard spielen wollte. Sie war aber auch total müde, da sie den ganzen Tag über kaum geschlafen hatte. Trotzdem hatte sie die Fahrt aber fast ohne Murren über sich ergehen lassen. Ein tapferes Mädchen 🙂
Nach dem Essen gingen wir mit ihr noch einmal auf den Spielplatz. So konnte sie noch ein bisschen klettern, bevor wir durch die Rezeption schlenderten und dann wieder zurück auf das Zimmer gingen. Es war zwar noch keine 20:00 Uhr, aber der Tag war schon wieder lang genug. Außerdem stand am nächsten Tag ja der Ganztagesausflug auf dem Programm.

29.09.2011: Rockhampton -> Fraser Island

Mittwoch, 28. September 2011, Eungella NP -> Rockhampton

500 Kilometer Fahrt von Eungella nach Rockhampton liegen vor uns. Berg runter wird es immer wärmer. Start bei 14 Grad unten 22 Grad. Nach 50 Kilometern Fahrerwechsel. Mache den Garmin an. Zweites Mal tanken. Luftdruck fast OK. Leuchturm in Mackay historisch und recht klein. Kostet uns fast eine Stunde… Bei Foodworks nur Kleinigkeiten gekauft. Sandwiches für die Mittagspause. Im Auto gegessen. Erster Stopp bei den Capricorn Caves. 15 Uhr Rundgang gebucht. Echt interessant! Um 16:15 Uhr weiter in Richtung Yeppoon zum Capricorn Scenic drive. Es ist gerade Ebbe. In Kinka Beach ist der Strand so flach, dass das Wasser ca. 300 Meter zurück geht. Bis vorne hin mit Viki um die „Wette“ gelaufen. In Rockhampton bei Coles einige Lebensmittel gekauft. Um 19.00 Uhr im Hotel eingecheckt. Sind die letzten und bekommen das letzte freie Zimmer direkt zur Straße, dafür mit 5 Betten. Zu McDonalds zum Abendessen. Komplettes Gepäck umgepackt für Trip nach Fraser Island morgen. Jetzt ist es 21:30 Uhr. Viki schläft. Ari war schon duschen und ich gehe jetzt. Gute Nacht.

28.09.2011: Eungella NP -> Rockhampton

Dienstag, 27. September 2011 – Airlie Beach -> Eungella National Park

Die Nacht war wieder früh vorbei, denn heute starteten wir in den Eungella Nationalpark, wo wir hoffentlich das berühmte Schnabeltier sehen würden.
Nach dem Frühstück brachen wir gegen 7:30 Uhr in Richtung Proserpine auf. Vorher wollte ich aber unbedingt den Reifendruck hinten links prüfen. Der Reifen sah nämlich ziemlich platt aus. Und tatsächlich, an der Tankstelle bewahrheitete sich mein Verdacht: Wir hatten nur etwas über 1 Bar auf dem Reifen. Super dachte ich und machte den Reifen genauso voll wie die anderen, in der Hoffnung, dass wir uns keinen Reifenschaden eingefangen hätten. Die Fahrt ging zuerst durch unspektakuläres Farmland mit Weiden und dem allgegenwärtigen Zuckerrohr. Der Bruce Highway war zum Gähnen leer. Teilweise hatten wir kein Auto vor oder hinter uns!
Auf der rechten Seite kamen so langsam die wolkenverhangenen Höhenzüge der Clark Range in Sicht. Die ersten 100 Kilometer waren schnell abgespult. Dann verließen wir den Highway in Richtung Mariani. Die Straße wurde immer enger und teilweise hatte man das Gefühl, als ob der Teer ausgegangen wäre. Manches Mal war der geteerte Teil mal gerade eine Wagenbreite breit. Die Straße wand sich über einen Berg und die Landschaft wurde merklich grüner. In diesem Gebiet, wo das Wasser aus den Bergen in das Tal abläuft, scheinen die Straßen recht doll zu leiden, denn es gibt überall Überschwemmungsmarkierungen. Außerdem wurde an allen Ecken und Enden an der Straße geflickt. Unglaublich wie viele Menschen hier als lebende Baustellen-Ampel eingesetzt werden. Dick eingepackt in sonnendichte Kleidung steht an jedem Ende einer Baustelle ein armer Mensch, der mit einem Schild mit der Aufschrift „STOP“ und „SLOW“ den Verkehr regelt. Und auf den knapp 50 Kilometern waren es wirklich einige Baustellen, durch die wir fuhren.
Im kleinen Örtchen Finch Hatton bogen wir zur Finch Hatton Gorge ab.
Die Straße verengte sich auch hier wieder, bis sie zu einer Schotterpiste wurde. Einige Kilometer später, mussten wir sogar durch einen Fluss fahren. Für uns Abenteuer pur. Insgesamt durchquerten wir 5 Mal diesen Fluss, bis wir endlich auf der immer schmaler werdenden Schotterpiste den Parkplatz zur Finch Hatton Gorge erreichten. Es standen insgesamt nur 3 Autos dort, so dass wir den Schock der gestrigen Massenabfertigung hier wohl nicht erleben würden.
Los ging es bewaffnet mit Rucksack und Wanderschuhen in den Regenwald hinein. Links und rechts neben dem schmalen befestigten Weg wurde nicht gerodet oder aufgeräumt. Der Regenwald wuchs so, wie es ihm gefällt. Nur Bäume, die den Weg versperren würden, wurden auf Wegesbreite durchgeschnitten. Es war alles total grün. Hier wuchsen Farne, die so groß wie Bäume waren und Bäume, die an die 40 Meter Höhe erreichten. Wahnsinn! Nach ca. 45 Minuten erreichten wir eine Gabelung. Rechts ging es zu „Wheels of Fire“ und links zu den „Araluen Cascades“. Wir gingen zuerst nach rechts, bis der Weg den Fluss durchquerte. An dieser Stelle machten wir eine kurze Rast und aßen unsere mitgebrachten Erdbeeren. Nachdem ein paar Erinnerungsfotos geschossen waren, gingen wir den Weg zurück in die entgegengesetzte Richtung, bis zu den Araluen Cascades. Momentan ist die Wassermenge eher morderat. Kaum auszudenken, welche Wassermassen hier in der Regenzeit herunter donnern müssen. Man kann sich die Gewalt des Wassers kaum vorstellen, wenn tonnenschwere Felsbrocken talsabwärts gespült werden. Auch hier verweilten wir ein paar Minuten, bis wir den Weg zum Parkplatz zurück marschierten. Viki machte das ganz toll. Sie meckerte nicht und lief immer schön vorne weg. Am Parkplatz angekommen, entdeckten wir Kokaburras, komische spechtartige Vögel. Diese gaben ein gutes Fotomotiv ab. Wir gaben einem deutschsprachigen Pärchen noch den Tipp, dass sie auf dem Weg mit einem Buggy nicht allzuweit kommen würden, bevor wir mit unserem Wagen wieder die Fluß-Durchquerungen „wagten“.

Auf der normalen Straße zurück folgten wir dem Weg nach Eungella. Bereits einige Kilometer vorher wurde durch Schilder darauf aufmerksam gemacht, dass die Straße steil und kurvig ist. Und dass können wir nun auch bestätigen! Auf knapp 8 Kilometer Länge zog sich die Straße in sehr engen Kurven und mit bis 12% Steigung den Berg hinauf. Ein Traum für jeden Rennradfahrer, der gerne Pässe fährt. Wären da nicht die breiten Gitter, die des Öfteren quer über die Straße gehen und für den schnellen Abfluss des Regenwassers sorgen sollen. Nach oben wurde es immer grüner. Über den Bäumen flogen Schwärme von wilden Kakadus. Ein wirklich gewordener Traum in einem echten Paradies! Oben angekommen, bot sich ein traumhafter Ausblick über das ganze Tal. Wir hatten Glück mit dem Wetter, denn eigentlich ist Eungella für wolkenverhangene Bergkuppen und Regen bekannt. Der Name Eungella bedeutet nämlich auch genau das: Stadt in den Wolken. Wir hielten kurz an 2 Lookouts an, bevor wir weiter nach Broken River fuhren, wo wir die kommende Nacht verbringen würden. Um kurz vor 13:00 Uhr kamen wir im Broken River Mountain Resort an. Das sah sehr vielversprechend auf. Kleine Hüttchen in einem tropischen Paradies. Da Viki bei der Auffahrt eingeschlafen war, ging Ari schnell alleine zur Anmeldung. Unser Zimmer war bereits fertig und so trugen wir die kleine Süße in das neue Quartier für die kommende Nacht. Wir machten es uns mit einer Tasse Kaffee auf dem Balkon gemütlich, während Viki sich noch ein wenig ausruhen konnte. Um 14:00 Uhr machten wir sie dann wach, um noch eine Wanderung zu machen und etwas essbares aufzutreiben. Wir planten, noch einmal nach Eungella zurück zu fahren, da dort ein General Store ist. Wir stellten aber fest, dass es dort noch nicht einmal alle Grundnahrungsmittel wie beispielsweise Brot gibt. Auf Nachfrage hieß es dann: „Bread comes tomorrow again, guys“.. Als Ari dann nett nachfragte, ob es hier denn einen weiteren Supermarkt gäbe, oder wo wir diesen finden könnten, schaute und die nette Damen mitleidig an und sagte uns: „Sorry Dear, this is the only shop in Eungella. The next shop is 25 Kilometers down the road in Finch Hatton“. … und dachte so bei sich „typisch Touries“…
Da blieb für uns wohl nur der Notfallplan: Die in Bowen gekauften 5-Minuten-Terrinen, je 2 Äpfel und Orangen und eventuell noch ein paar Butterkekse würden unser heutiges Abendessen darstellen, da wir nicht bereit waren für das kleinste Nudel-Gericht 24 Dollar zu bezahlen!
Auf dem Weg zurück nach Broken River hielten wir am „Sky Windows Lookout“ an. Von hier ergaben sich wieder tolle Blicke über das Tal. Anschließend machten wir noch eine kleine Wanderung durch den Regenwald. Teilweise hatte man das Gefühl, man wäre der erste Mensch, der hier seit langer Zeit entlang geht, denn der Weg war ziemlich zugewuchert. Viki marschierte super vorne weg, bis wir nach ca. 40 Minuten an einem Schild ankamen, welches uns verriet, dass der Rückweg leider gesperrt ist. So blieb nichts anderes übrig, als den selben Weg wieder zurück zu gehen. Schade, denn der Weg war eigentlich als Rundweg ausgeschildert. Trotzdem war auch diese Wanderung total schön. Um 16:20 Uhr zurück am Auto fuhren wir wieder zurück zu unserem Zimmer, wo wir uns schnell eine lange Hosen überzogen und für Ari und Viki eine Jacke holten. Denn nun wollten wir schnell zur Playpus-Plattform. Von hieraus sollten die besten Chancen bestehen, Schnabeltiere zu beobachten. Wir waren natürlich nicht die Einzigen, aber die Anzahl an Schaulustigen hielt sich in Grenzen. Alle waren still und auch Viki hielt nach einiger Zeit den Mund. Zuerst waren nur Wasserschildkröten zu sehen, bis plötzlich unvermittelt ein Schnabeltier auftauchte. Es war nur für einige Sekunden an der Oberfläche, bevor es wieder untertauchte. Nach einigen Minuten kam es wieder kurz an die Oberfläche zurück, bevor es wieder zum Grund hinab tauchte, um nach fressbarem zu suchen. Ein echt tolles Gefühl, ein solch seltenes Tier in seiner natürlichen Umgebung beobachten zu dürfen.
Nach einigen Fotos gingen wir erst einmal wieder zurück zu unserem Zimmer, da es ziemlich frisch wurde. Im Zimmer angekommen, zeigte Ari ihre ganzen Kochkünste und kredenzte uns eine mit heißem Wasser aufgebrühte Nudelsuppe und einen Apfel. So geht es auch!
Um 20:00 Uhr gingen wir auf eine Nachterkundung mit Guide. Es war schon ein Erlebnis, im Dunklen die Wildnis von Australien zu „erforschen“. Wir waren um kurz vor 20:00 Uhr mit ca. 15 Personen los gegangen. Erst über die Brücke in Richtung Plathypus-Plattform und dann weiter in den Regenwald. Dabei entdeckten wir unter Anderem ein Wallaby, eine Eule, Enten und Wasserratten. Das Schnabeltier konnten wir auch für wenige Augenblicke noch einmal zu Gesicht bekommen. Des Weiteren wurden uns auch einige Informationen zu den hier beheimateten Baum- und Pflanzenarten gegeben. Als wir da so unter einem Rotahorn standen und erklärt bekamen, dass dieser eigentlich aus den Staaten kommt, leuchtete Ari mit ihrer Taschenlampe so auf dem Boden entlang und tippte mich plötzlich an: „Das ist doch eine Schlange oder?“: Ja, es war eine Schlange und die Frau vor uns stand mit ihrem Schuh auf dem Schwanz! Ein zarter Hinweis von Ari, ließ die Dame direkt zurück zucken. In diesem Moment erkannte auch Viki die „Gefahr“ und fing an zu kreischen. Miles (unser Guide) kam zu uns rüber und verscheuchte die Schlange mit einer kurzen Erklärung, dass es sich dabei um eine Whipesnake handelte. Auf meine Nachfrage, sagte er, dass die Whipsnake giftig sei, aber keinen Menschen töten könnte. Diese Schlange würde ihren Namen durch ihre Schnelligkeit bekommen haben…
Viki beruhigte das natürlich ganz und gar nicht. Und das einzige Thema, dass sie noch hatte, war die 12 Meter lange Schlange 😉 Danach war sie so erschöpft, dass wir sie für den Rest der Tour tragen mussten. Der Guide entschuldigte sich noch, dass wir nicht mehr Tiere sehen konnten, aber es ist halt Natur und kein Zoo!
Im Zimmer angekommen, konnten wir Viki direkt ausziehen und ins Bett verfrachten, wo sie nach ungefähr 2 Minuten fest einschlief.

27.09.2011: Airlie Beach -> Eungella Nationalpark

Montag, 26. September 2011 – Whitesundays

Die Nacht war sehr kurz. Wir wurden bereits vor dem Wecker wach und standen um 5:45 Uhr auf. Um Punkt 6:30 Uhr standen wir beim Frühstück und um 7:00 Uhr wurden wir von einem Bus abgeholt, der uns zum Fähranleger brachte. Es waren nur ein paar Leute an Bord und wir hatten die naive Hoffnung, dass es nicht voller wird…

Bereits nach einigen Minuten war der Bus bis zum letzten Platz gefüllt und am Fähranleger angekommen, stellten wir fest, dass das nicht der einzige Bus war. Man muss sich doch immer wieder die Frage stellen, warum man so naiv ist und glaubt, bei solchen Tripps der Einzige zu sein. In einem sehr unterkühlten Katamaran mit voll aufgedrehter Klimaanlage ging es in Richtung Hamilton Island. Meine Stimmung war im Keller, bei Ari näherte sie sich dann auch recht schnell dem Untergeschoss und Viki nervte, wann Sie denn endlich Ihre Sandburg bauen kann.

Die Fahrt führte uns durch die Inselwelt der Whitesundays, einer Inselgruppe mit insgesamt 74 Inseln, von denen nur eine Handvoll bewohnt ist. Diese Inselgruppe wird auch mit den Inseln von Tahiti verglichen. Wir konnten den Vergleich nicht bestätigen, da wir noch nicht in Tahiti waren 😉

Es war auch jeden Fall wunderschön. Grün bewachsene Inseln mit mehr oder weniger hohen Bergen. Inseln, die teilweise nicht viel größer als vielleicht 1000 qm sind und andere, so wie beispielsweise Hamilton Island, mehrere Kilometer Ausdehnung haben. Das Wasser changiert von grün über türkis nach blau. Das kommt durch den hohen Silikat-Anteil im weissen Sand. Am 7 Kilometer langen Strand von Whitehaven-Beach mit einem Anteil von 99,89% bestes Material zur Glaserzeugung.
Auf Hamilton Island angekommen, entließ uns die Crew zur Inselerkundung. Es verkehrten mehrere Busse auf verschiedenen Linien. Wir entschieden uns zuerst für eine Inselrunde. Diese führte uns unter anderem am Main-Beach vorbei und in die noblen Gegenden von Hamilton Island, wo Wohnungen mehrere Millionen Dollar kosteten. Wahnsinn, das einmal gesehen zu haben.

Nach der Rundfahrt kauften wir ein paar Postkarten und für Viki ein Eis. Dann bestiegen wir den zweiten Bus und fuhren direkt zum Hauptstrand. Hier konnten wir für ein paar Minuten Sonne tanken und Viki baute ihre erste Sandburg des Tages.

Um 11:00 Uhr fuhren wir wieder zurück zur Marina, wo um 11:30 Uhr ein anderer Catamaran auf die Weiterfahrt nach Whitehaven Beach anlegte. Die Fahrt dauerte rund 45 Minuten und dann konnten wir den tollen Strand plötzlich mit eigenen Augen sehen. Viki war während der Fahrt eingeschlafen, so dass wir ein wenig kämpfen mussten, um sie wieder wach zu bekommen. Bevor wir jedoch übersetzten, gab es Lunch an Bord. Selbst Ari, die vorsorglich eine Reisetablette genommen hatte, aß etwas. Es gab frisch gegrillte Burger mit Beef oder Chicken.

Beim Warten entdeckten wir einige Delphine und eine Schildkröte, die am Schiff vorbei schwammen. Dann war es endlich soweit und wir waren an der Reihe und fuhren mit einem kleineren Boot bis direkt an den Strand heran. Ari angelte sich direkt eine Strandmuschel, die in limitierter Anzahl für die Gäste zur Verfügung standen. Damit war unser Aufenthalt gerettet.

Wir bauten die Strandmuschel sofort auf und Viki drängelte wieder mit der Sandburg. Nachdem sie ungezogen war, verschwand sie sofort ans Wasser und buddelte kräftig im Sand. Der Sand war wirklich sehr hell, wenn auch nicht weiß, wie auf den Fotos suggeriert. Phantastisch ist, dass der Sand überhaupt nicht heiß wird. Man kann sich nicht die Füße verbrennen. Witzig ist auch, dass der Sand unter den Füßen quietscht. Er ist so fein, dass wir drauf aufmerksam gemacht wurden, auf Elektronik gut aufzupassen. Ein wenig vom feinen Sand in der Optik eines Fotoapparates würde fatale Schäden anrichten. Der Nachmittag verging wie im Flug, mit Sandburg bauen und Wasserball spielen und es wurde viel zu schnell 15:30 Uhr, so dass wir schon wieder auf das Schiff zurück mussten. Auf dem Weg zurück entdeckten wir den Rücken eines Wals, der zum Abschied noch eine Wasserfontäne aus seinem Blasloch stieß. Wir fuhren wieder zurück nach Hamilton Island, wo wir ein paar Minuten auf das andere Catamaran nach Shute Harbour warten mussten. Auf dem letzten Stück ergatterten wir uns einen Platz draußen und so konnte ich noch ein paar schöne Fotos mit „Fast-Sonnenuntergang“ machen, da der Hafen von Shute-Harbour hinter einer Bergkette liegt, hinter der die Sonne bereits um kurz vor 18 Uhr versank.

Wir wurden vom Bustransfer wieder zurück in unser Hotel gebracht. Nach kurzer Erfrischung und der Entledigung des restlichen Sandes fuhren wir kurz in die Stadt, um eine Kleinigkeit zu essen. Wir entschieden uns für Subways und aßen hier gemeinsam ein frisch beglegtes Baguette mit Schinken, Käse und Salat. Echt lecker und mit 10 Dollar inkl. Getränk echt mal von der günstigen Preiskategorie. Satt und total KO ging es zurück ins Zimmer. Um 21:00 Uhr machten wir uns bettfertig. Der Wecker sollte am nächsten morgen bereits um 6:00 Uhr klingen, da wir zeitig los wollten in Richtung Eungella Nationalpark.

26.09.2011: Whitesundays

Sonntag, 25. September 2011 – Magnetic Island -> Airlie Beach

Sind heute um 7:00 Uhr aufgestanden, da wir unsere Fähre um 9:55 Uhr keinesfalls verpassen wollten. Um 7:50 Uhr waren wir bereits auf dem Weg zum Frühstück und hatten alle Klamotten soweit fertig zum Verstauen im Auto fertig gepackt. Beim Frühstück gab es wieder eine Menge Spaß mit den Loricreet Papageien. Um kurz vor Neun hatten wir bereits ausgecheckt und saßen im Auto auf der Fahrt zum Fähranleger. Wir waren das erste Fahrzeug im Wartebereich. Besser so, als so eine Hetzerei, wie auf der Hintour. Wir bekamen die Zeit aber im Hafen ohne Probleme mit Schiffe gucken um. Um 9:35 Uhr kam die Autofähre im Hafen von Magnetic-Island an und legte pünktlich nur halb voll nach Townsville ab. Auf der anderen Seite angekommen, fuhren wir als erstes auf den Castle Hill Lookout, dem Hausberg von Townsville. Es war kurz vor Elf und wir hatten bereits 28 °C. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Leute diesen beschwerlichen Aufstieg als sportliche Herausforderung ansahen und ihn entweder joggend oder walkend oder natürlich auch mit dem Rad bewältigten!
Oben angekommen, bot sich ein überwältigender Blick auf der einen Seite rüber nach Magnetic Island und über die Strände von Townsville mit dem Hafen und auf der anderen Seite über den Stadtkern und dem Fluss, der durch Townsville ins offene Meer fließt.

Um 11:30 Uhr brachen wir dann zur heutigen Tagesetappe nach Airlie Beach auf.
Knapp 20 Kilometer hinter Townsville fuhren wir zum zweiten Etappenziel, dem Billabong Sanctury. Ein Tierpark mit ausschließlich in Australien lebenden Tieren. Viki freute sich riesig, zumal am Eingang mit den obligatorischen Tierfotos geworben wurde. Auch ich freue mich auf ein Foto mit Wombat. An der Kasse schlucken wir nicht schlecht, als der Eintritt für uns Drei incl. einer Tüte Futter mit 71 Dollar zu Buche schlägt, aber nun gibt es kein Zurück mehr.

Leider mussten wir drinnen feststellen, dass die Tierfotos erst ab 15:00 Uhr gemacht werden. Das war für uns natürlich viel zu spät, da wir ja auch gute 300 Kilometer hinter uns bringen mussten. Des Weiteren war es auch ziemlich schade, dass viele Tiergehege nicht in Betrieb sind, da sie durch den Wirbelsturm Yasi im Februar zerstört wurden. Trotzdem erlebten wir einige schöne Dinge. Beispielsweise traute sich Viki, sich eine Schlange um den Hals hängen zu lassen. Sie war sichtlich angespannt und würgte die (Würge)-Schlange, aber nach einem „zarten“ Hinweis entspannte sie sich und war begeistert. Danach wollte sie auch gleich noch eine Bart-Argame auf die Hand nehmen.

Weiter ging es zu den Koalas, die erst einmal genauestens beobachtet und fotografiert wurden. Des Weiteren entdeckten wir noch Helmkasuare, fütterten ein paar Kängurus und feuerten zwei Schildkröten beim Schildkröten-Wettrennen an. Davor durfte Viki die Schildkröten sogar noch füttern.

Nach gut 1,5 Stunden brachen wir auf und nahmen den Bruce Highway wieder unter die Räder. Die Strecke war eher unspektakulär. Es sind zwar einige Sehenswürdigkeiten ausgeschildert, diese lagen jedoch zu weit von unserer Route entfernt
Ein nächster kleiner Stopp wurde in Ayr bei einer riesigen Python aus Pappmaschee gemacht. Da Viki aber bereits in einem Land aus Träumen weilte, beschlossen wir weiter zu fahren. Zwischen Ayr und Bowen kauften wir ein wenig frisches Obst. In Bowen wollten wir eigentlich an einen der im Internet als so schön beschriebenen Strände. Leider fanden wir keinen davon. Außerdem war gerade Ebbe. Wir hielten an einem kleinen Supermarkt an und kauften noch ein paar Dinge für die nächsten Tage ein. Endlich hatten wir alle unsere Flip-Flops.

In Airlie-Beach agekommen, versuchten wir verzweifelt einen der beiden beschriebenen Lookouts zu finden, da es mittlerweile dunkel wurde. Leider fanden wir keinen der beiden und drehten so in Shute-Harbour wieder um und versuchten unser Hotel zu finden. Unsere Navi-Tante kannte sich hier scheinbar nicht aus und lotste uns mitten in die Stadt, wo wir das Hotel partout nicht finden konnten. Ari fragte in einem Geschäft nach und bekam eine präzise Auskunft, mit deren Hilfe wir endlich im Hotel ankamen. Das Hotel ist in einem Kreis um eine Poolanlage gebaut und hatte ebenfalls die besseren Zeiten hinter sich. Nachdem wir Zimmer 20 erhalten hatten, fragten wir nach einem anderen Zimmer, welches aber genauso ungünstig – da laut – lag. Also beschlossen wir doch das erste Zimmer zu behalten. Wir brachten unsere Koffer auf das Zimmer und starteten mit dem Auto los, um etwas Essbares zu finden. Kurzer Hand fuhren zu Hungry Jacks, wo wir für 16 Dollar alle zusammen satt wurden…

Danach kramten wir die Sachen für den Tagesausflug in die White Sundays zusammen. Es war gerade 21:15 Uhr und waren total KO, so dass wir sofort einschliefen.

25.09.2011: Magnetic Island -> Airlie Beach

Samstag, 24. September 2011 – Magnetic Island

Um 7:00 Uhr stand ich auf und ging laufen, die Straße hoch bis es nicht mehr weitergeht. Ich bog auf einen Trail ab, der mit 5 Kilometern und 2,5 Stunden Wanderzeit angegeben wurde. Es ging über Stock und Stein. Die ersten Wanderer waren auch bereits unterwegs. Auf der Hälfte drehte ich lieber um, da es noch immer bergauf ging und ich höchstens eine Stunde wegbleiben wollte.

Im Zimmer angekommen, waren Ari und Viki bereits dabei sich fertig zu machen. Ich ging schnell duschen und ärgerte mich wieder über das kalte Wasser. Außerdem kam mehr aus der Seite des Duschkopfes raus, als vorne. Naja, es war ja nur noch eine Nacht. Das Hotel wollten wir aber nicht weiterempfehlen. Nachdem alle fertig waren, gingen wir zum Frühstück. Wir hatten überraschenderweise Gutscheine für Continental Breakfast. Es gab kleine abgepackte „Cerealien-Produkte“ eines bekannten Herstellers, dazu Konserven-Früchte und Toastbrot mit abgepackter Marmelade. Ziemlich enttäuschend. Dafür hatten wir an unserem Platz ziemlichen Spaß mit den Loricreets. Sie kamen angeflogen und versuchten sich etwas vom Frühstück zu ergaunern. Zum Schluss schafften Sie es sogar aus Aris Konserven-Saft zu trinken, den sie danach angewidert stehen ließ.

Nach dem Frühstück fuhren wir in Richtung Horseshoe-Bay. Auf halber Strecke hielten wir am Wanderweg zu „The Forts“ an, der mit 4 Kilometern Länge angegeben wurde. Mit Wasser bewaffnet ging es den Berg hinauf. Am Anfang wurde bereits darauf hingewiesen, dass man mit ein bisschen Glück Koalas sehen kann. Auf halber Strecke entdeckten wir tatsächlich einen schlafenden kleinen Koalapelz hoch oben in einem Eukalyptus-Baum. Als der kleine Kerl Vikis aufgeregte Stimme hört, dreht er sogar den Kopf nach unten, so dass ein schönes Foto gelingt. Viki marschierte tapfer, obwohl es selbst für uns recht anstrengend war und die Suppe den Rücken runter lief. Oben angekommen, genossen wir für ein paar Minuten die tolle Aussicht über Radical und Horseshoe Bay, bevor es an den Weg nach unten ging. Unten angekommen, wollten wir eigentlich die Straße zum Radical Bay fahren, jedoch wimmelte es hier so von tiefen Schlaglöchern und so beschlossen wir lieber zur Horseshoe Bay zu fahren. Leider gab es in der Mittagszeit kaum Schatten. Nach einer Stunde hielten wir es in der Sonne nicht mehr aus und so marschierten wir erst einmal die Promenade entlang. Später fanden wir hier ein kühles Plätzchen und lutschten ein Calippo. Wir kauften noch eine kleine Schaufel und einen kleinen Eimer und fuhren zum Hotel zurück, weil Viki total fertig war. Bereits auf dem Weg dorthin, schlief sie im Auto ein. Im Hotel ruhten wir uns dann für eine knappe Stunde aus und starteten um kurz nach 16:00 Uhr wieder in Richtung Strand. Wir wollten noch einmal in die andere Richtung fahren, jedoch roch das Wasser in der Picnic Bay ziemlich „fischig“, so dass wir nach einem Versuch in der Alma Bay dann doch wieder zur Horseshoe Bay zurück fuhren. Hier war es jetzt richtig herrlich! Wir buddelten zusammen im Sand herum und bauten eine Sandburg. Kurz nach Sonnenuntergang um 18:15 Uhr packten wir zusammen und entsandeten Viki. Danach gingen wir noch einmal die Promenade herunter und suchten nach Abendessen. Jedoch waren entweder alle Tische belegt oder reserviert oder das Essen exorbitant teuer. Auf dem Weg zurück hielten wir bei einer Pizzeria an, aber auch hier sollte eine Margarita in L 16,50 Dollar kosten. Also ging es wieder nach Nelly Bay, wo ich am Nachmittag eine weitere Pizzeria entdeckte. Hier bestellten wir eine XL Hawaii für 22 Dollar. Nach 20 Minuten war die Pizza fertig und wir fuhren schnell zu unserem Hotel, um die Pizza dort zu vertilgen. Anschließend wollte Ari mit Viki duschen, aber das Wasser wurde wieder nicht warm. Wir hatten am Nachmittag extra dem Manager Bescheid gegeben und er sagte, es wäre alles OK, und das gestern Abend bzw. heute morgen nur das Wasser vom Dachtank leer gewesen sein wäre. Es stellte sich jedoch lediglich heraus, dass die beiden Hähne verkehrt herum angeschlossen waren. So konnten die beiden dann doch noch mit warmem Wasser duschen und ich musste anschließend auch nicht frieren. Trotzdem hat das Hotel schon längere Zeit seine besten Tage hinter sich gebracht. Nach dem Duschen bereiteten wir die Koffer für die Weiterfahrt vor und brachten Viki ins Bett. Es dauerte keine 10 Minuten, bis sie einschlief.

24.09.2011: Magnetic Island

Freitag, 23. September 2011 – Cairns nach Magnetic Island

Heute fällt der Tagebuch-Eintrag wegen Übermüdung ein wenig kürzer aus!

Übernahme des Mietwagens. Skoda Octavia mit Vollaustattung, Navi gespart. Zurück zum Hotel Koffer holen. Fahrt problemlos über Mission Beach. Halbe Stunde Pause mit Erdbeeren und Äpfeln. Weiterfahrt nach Tully zum Golden Gumboot. 7,92 Meter Wasserhöchstmarke. Landschaft besteht nur aus Zuckerrohr- und Bananenplantagen. Kommen teilweise durch Gegenden, wo noch immer Spuren des letzten schweren Hurrikanes erkennbar sind. Die Augen werden schwer – Latte von Mac Cafe, Eis bei Frozen Mango, doch leider mag Viki das Eis nicht. Die Zeit wird knapp. Nur noch eine Stunde bis zur Fähre und noch 70 Kilometer vor uns. Weiter nach Townsville. Mindestens 30 Minuten vor Fährabfahrt soll man da sein. Nur noch 15 Minuten bis zur Fährabfahrt, um dann zu erfahren, dass wir am falschen Anleger sind (Personenfähre, statt Autofähre). Werden auf spätere Fähre gebucht und sollen erst um 18:30 Uhr ankommen. Kommt wohl öfter vor. Beschilderung mehr als dürftig! Fahren trotzdem rüber. Am Fährhafen angekommen, ist die Fähre noch da. 2 Plätze sind noch frei! Wer zuerst kommt, malt zuerst! Ari läuft rein und holt ein Ticket und tatsächlich dürfen wir noch mit drauf. Viki ist eine Minute vorher eingeschlafen. Machen sie aber wach, damit sie die Überfahrt mitbekommt. Um 17:00 Uhr auf „Maggie“ angekommen. Fahrt zum Hotel. Ist nicht am Strand, naja… Bekommen den Zimmerschlüssel und werden auf die Vogelfütterung aufmerksam gemacht. Laufen dort hin. Mit kleinen Tellerchen mit Honig werden Loricreet Papageien angelockt. Total bunte vorwitzige Kameraden. Viki hat Ihren Spaß! Danach schnell das Auto ausladen und dann zum Essen. Ari isst Entenbrust und ich Baramundi. Viki isst bei uns beiden mit. Danach gibt es noch Nachtisch. Wieder 60 Dollar! Nach einem schönen und ereignisreichen Tag fallen wir müde ins Bett.

23.09.2011: Cairns -> Magnetic Island

Donnerstag, 22. September 2011 – Tagesausflug Kuranda

Heute stand der Ausflug nach Kuranda auf dem Programm. So langsam gewöhnten wir uns an die Zeitverschiebung. Allerdings war auch heute die Nacht erst einmal um kurz nach 4:00 Uhr zu Ende. Viki konnte nicht mehr schlafen und wollte MP3-Märchen hören. Kurz nach dem sie im Bett mit ihrem MP3-Player versorgt war, kam die Müllabfuhr, die einen höllischen Krach machte. Wir wurden gegen 6:30 Uhr alle wieder wach und so konnten wir bereits fertig gestriegelt um 7:10 Uhr beim Frühstück erscheinen. Wir wurden um 8:45 Uhr von Katja abgeholt. Mit an Bord waren bereits ein weiteres Pärchen und wir starteten in Richtung Seilbahn. Die Anfahrt aus Cairns heraus, dauerte in etwa eine halbe Stunde. Wir wurden auf der Anfahrt mit einigem Wissenswerten aus dem Raum Cairns, zur Seilbahn und dem Örtchen Kuranda informiert. So erfuhren wir beispielsweise, dass die Seilbahn in einem Gebiet gebaut wurde, welches zum Weltnaturerbe erhoben wurde. So wurde bei der Planung extremer Wert auf die Erhaltung der Natur gelegt. Es wurde nur in den Bereichen Boden abgetragen, in dem die Pfeiler gesetzt werden mussten. Diese wurden jedoch nicht über Schneisen an Ihren Bestimmungsort gebracht, wie es bei uns üblich ist, sondern mit dem Helikopter eingeflogen. Damit konnte der komplette Baumbestand erhalten bleiben, was man bei der Fahrt mit der Seilbahn auch mit eigenen Augen sehen kann. Des Weiteren erfuhren wir, dass die Bahn auf einer Länge von 7,5 Kilometern zu Beginn mit 47 Gondeln für jeweils maximal 6 Personen bestückt war. Der extreme Erfolg verlangte jedoch mehr Gondeln und so wurde die Anzahl auf 114 erhöht. Damit ist es zu Stosszeiten während der Hauptsaison möglich, 700 Fahrgäste pro Stunde zu befördern. Zum Glück ist keine Hauptsaison … Unsere Gruppe wurde am Seilbahnhof durch eine weitere Gruppe von 4 Personen ergänzt. Wir stiegen mit unseren Mitfahrern zusammen in eine Gondel und schwebten zuerst steil bergauf, bis zur höchsten Stelle auf über 500 Meter. Der höchste Pfeiler misst über 40 Meter und trotzdem streift man mit dem Gondelboden an manchen Baumwipfeln! Nach etwa 10 Minuten kam der erste Stopp. Hier bestand die Möglichkeit auf einem Holzplankenweg durch den Regenwald zu laufen. Der Eindruck, dass möglichst wenig Natur zu „Schaden“ kommen sollte, setzte sich auch hier fort. Die Wege wurden um Bäume herum gebaut. Vorbei an einem Lookout mit Beschreibungen zur Flora und Fauna ging es dann zur Seilbahn zurück, wo man auf das nächste Teilstück geschickt wurde. Nach weiteren 15 Minuten kam ein weiterer Stopp. Hier war es wieder möglich, die Seilbahn zu verlassen und tolle Lookouts auf die 265 Meter hohen Barronfalls genießen zu können. Da momentan Trockenzeit ist und es bereits seit längerer Zeit nicht mehr geregnet hatte, führte der Baroon River wenig Wasser. Trotzdem war der Blick gigantisch.

Nach diesem Stopp ging die Fahrt weiter auf das letzte rund 10 minütige Teilstück in Richtung Kuranda. Im Bahnhof angekommen, wurden wir bereits von Katja empfangen. Im Souvenir-Shop hatten wir die Gelegenheit, alle möglichen unnötigen Sachen zu kaufen. Wir beschränkten und auf eine Postkarte und ein Eis für Viki. Als alle Leute unserer Gruppe zusammen waren, ging es mit dem Jeep in das Dörfchen. Hier hatten wir nach einer kurzen Orientierungsfahrt rund 2,5 Stunden Zeit. Wir nutzten die Zeit zuerst einmal, um in den kleinen Tierpark zu gehen. Hier durfte man Känguruhs füttern und sich mit Koalas fotografieren lassen. Leider was es für Viki noch nicht möglich, da sie noch zu kein dafür ist. Aus diesem Grund ließen wir die Fotografiererei ganz sein.

Danach bummelten wir ein wenig die Läden, kauften handgemachte Bonbons und machten eine kleine Wanderung, auf der Viki ihren Mittagsschlaf begann. Da sie noch immer KO von der Reise zu sein schien, ließen wir die schlafen. Wir gingen indes einen Wrap essen und für Viki Kekse kaufen.

Um 13:30 Uhr trafen wir uns wieder mit Katja und fuhren von hier aus in den Rainforest Park. Hier leben Aboriginies, die hier interessierten Besuchern ihre Kultur ein wenig näher bringen. Die Station ist in einem schönen Park angelegt, in dem uns Katja wieder einige Dinge über die Tier- und Pflanzenwelt erklärte. So sahen wir beispielsweise eine Ingwersorte, die rote Blüten trägt und fast so aussieht, als ob diese aus Wachs modelliert seien.

Wir wurden zu einer Bühne geführt, auf der uns 6 Aboriginies einige Stammestänze vorführten. Danach hatten wir die Gelegenheit mit einem der Aboriginies das Bumerang werfen zu üben und etwas über das Didgeridoo zu erfahren. Des Weiteren zeigte er uns eindrucksvoll, wie man einen Speer werfen muss, um möglichst weit zu kommen. Hier bedienen sich die Aboriginies einer ausgefeilten Technik mittels einen Wurfholzes. Nach diesen eindrucksvollen Demonstrationen konnten wir ein Foto mit Willy, dem Aboriginie machen.

Weiter ging es im Jeep zurück nach Kuranda, von wo aus der Zug nach Cairns startete.

Die Zugfahrt war der Hammer! Über 90 Minuten fuhren wir durch den Regenwald zur Talstation. Auf der Strecke wurden sogar ein Stopp eingelegt, um noch einmal den Wasserfall von der anderen Seite sehen zu können. Aber hier sagen sicher Bilder mehr als tausend Worte.

An der Talstation angekommen, wurden wir wieder von Katja erwartet, die uns mit dem Jeep zu unseren Hotels zurück brachte. Auf der Rückfahrt sahen wir sehr viele Rennradfahrer! Selbst auf den befahrensten Straßen gab es immer eine separate Fahrradspur. Da sollte sich Deutschland mal eine Scheibe abschneiden!

Abends gingen wir noch einmal in die Stadt um etwas zu essen. Die Preise in den Restaurants sind wirklich unverschämt, aber es blieb uns nichts anderes übrig, als eine Pizza für 21$ zu ordern, da wir nicht zu McDonalds und Co wollten! Die Pizza ließen wir uns dann am Strand schmecken, damit Viki noch ein wenig spielen konnte. Im Hotel hieß es Koffer packen und alles für den nächsten Tag vorbereiten, da wir dann mit dem Auto unsere Tour in Richtung Sydney starten können.

22.09.2011: Cairns

Mittwoch, 21. September

Endlich in Darwin angekommen saßen wir im Transfer-Raum und warteten darauf, um 6:20 Uhr nach Cairns zu starten. Allerdings wieder mit diesem Billigflieger. Aber danach ist es endlich geschafft und der Urlaub kann endlich beginnen.

Wir lernten eine australische Familie kennen. Die Mutter kommt aus Düsseldorf und hat einen Australier geheiratet. Sie waren für 9 Wochen zu Besuch in Deutschland. Das kleine Mädchen Kathlyn ist zweisprachig aufgewachsen und versteht sich mit Viki auf Anhieb. Beide malten und tobten zusammen, so dass für beide die Zeit wie im Flug verging.

Wieder im Flugzeug, starteten wir ziemlich pünktlich zum finalen Flug nach Cairns. Inklusive der halben Stunde Zeitverschiebung hatten wir noch knapp 2,5 Stunden Flugzeit. Die Zeit ging schnell rum, aber an Schlaf war wieder nicht zu denken. Zwischenzeitlich hatten wir noch „Frühstück“ an Bord. Eine Portion Rührei mit (Brat-)Kartoffeln, Zwiebeln und komischem Schinken war für uns alle nicht das erwartete Frühstück…

In Cairns angekommen, hatten wir noch einige Kontrollen hinter uns zu bringen. Ein bisschen Aufregung, da mein „Middlename“ nicht im Visa eingetragen war, danach noch ein Drogen-Screening. Zu guter Letzt wurde unser komplettes Gepäck durch einen Beagle geprüft der darauf abgerichtet ist, Lebensmittel zu erschnüffeln, die zur Einfuhr verboten sind.

Um 9:50 Uhr in der Ankunftshalle angekommen, wählten wir über ein spezielles Telefon unser Hotel an und nach knapp einer halben Stunde saßen wir in einem kleinen Bus und rollten in Richtung Cairns zum Bay Village Resort. Leider war unser Zimmer noch nicht fertig so dass wir uns entschlossen, mit Viki in Richtung Meer und Lagune zu schieben. Der Weg war doch weiter als in der Erinnerung abgespeichert und so fielen Viki auf der Suche nach Sonnencreme und etwas zu trinken die Augen zu. Sie war aber auch wirklich tapfer und seeeeehhhr artig. Wir kauften aus „Verzweifelung“ in einem kleinen Supermarkt eine Sonnencreme und eine Flasche Wasser, mit der Hoffnung hier keine Normalpreise gezahlt zu haben. 9 Dollar für die Sonnencreme und 4 Dollar für eine Flasche Wasser sind wahrlich keine Schnapper. Auf dem Rückweg versuchten wir uns im Schatten aufzuhalten. Im Hotel angekommen, fragten wir um kurz nach 12:00 Uhr noch einmal, ob unser Zimmer fertig sei. Glücklicherweise konnten wir in das Zimmer und so fielen wir total groggy auf die Betten und schliefen erst einmal bis kurz nach 16:00 Uhr.

Danach zwangen wir uns aufzustehen, damit wir nicht „nachtaktiv“ werden und gingen kurz in den ziemlich kalten Pool. Viki freute sich total und plantschte vergnügt im frostigen Wasser. Danach beschlossen wir, uns fertig zu machen und in Richtung Stadt zu marschieren, um dort eine Kleinigkeit zu essen. Außerdem wollten wir doch wissen, ob das Meer wieder zurück ist, da mittags noch Ebbe herrschte.

Nachdem wir Viki versprochen hatten, auf den Kletterfelsen zu gehen, blieben wir am Spielplatz an der Esplanade hängen. Hier konnte Viki zur Belohnung für das tolle Durchhalten erst einmal ein bisschen spielen. Weiter ging es in Richtung City Hall – einem gigantischen Einkaufszentrum, denn wir haben Hunger und müssen dringend ein paar Dinge einkaufen. So steuerten wir nach einem Zickzack-Kurs die City Hall an, mussten aber feststellen, dass sämtliche Restaurants im Foot-Court geschlossen waren. Kurzer Hand schauten wir uns im Supermarkt nach Sandwiches um und steuern danach an auf den Strand zu, um es den „Locals“ gleich zu tun. Unglaublich, wie voll es abends am Strand ist. Hier wird Volleyball gespielt, es gibt einen Skatepark und auch in der Lagune wurden noch fleißig Runden gedreht. Jedoch sind wir noch immer von den öffentlichen Grillstellen begeistert, an dem jeder seine mitgebrachten Dinge grillen kann. Und das tolle ist, dass jeder auch danach wieder sauber macht. Das unterscheidet die Australier sehr von den Deutschen, da hier jeder weiß, welche Vorteile von solchen Einrichtungen hat! Zum Sandwich hatten wir uns auch noch frische Erdbeeren, Bananen und Birnen gekauft. Die Erdbeeren wollten natürlich auch gleich vertilgt werden 🙂

Nach dem Essen steuerten wir auf dem Rückweg noch einmal den Spielplatz an, wo uns Viki noch einmal ihre Kletterkünste beweisen konnte. Um 21:45 Uhr waren wir zurück auf dem Zimmer und trafen noch die ersten Vorbereitungen für den Kuranda-Ausflug, bevor wir um 22:00 Uhr das Licht ausknipsten und die erste Nacht dieses Urlaubs nicht sitzend schlafend verbringen mussten. Good night; see ya tomorrow!

21.09.2011: Cairns